Kleinkarlbach RHEINPFALZ Plus Artikel Ratsmitglieder setzen sich mit Zukunft des Grundschulstandorts auseinander

Zukunft mehr als ungewiss: Was aus dem sanierungsbedürftigen Gebäude wird, wenn die Schule dichtmachen muss, weiß niemand.
Zukunft mehr als ungewiss: Was aus dem sanierungsbedürftigen Gebäude wird, wenn die Schule dichtmachen muss, weiß niemand.

Dass die Verbandsgemeindeverwaltung bereits zu dem Schluss gelangt ist, für Kleinkarlbach und Kirchheim wohl kaum noch einen anderen Schulstandort als das Gelände am Kirchheimer Sportplatz wählen zu können, war dem Kleinkarlbacher Gemeinderat bei seiner Sitzung am Dienstag noch nicht bekannt. Ortsbürgermeister Daniel Krauß (SPD) und alle Fraktionen sprachen sich klar für den Erhalt ihrer Grundschule aus.

„Wenn man uns jetzt auch noch die Schule wegnimmt, wird das der Anfang vom Untergang des gesellschaftlichen Lebens in Kleinkarlbach sein“ – so lautete der übereinstimmende Tenor aller Redebeiträge in der Kleinkarlbacher Ratssitzung. Deshalb waren sich die Anwesenden auch vollkommen einig: An dem Schulstandort in ihrer Gemeinde soll festgehalten werden.

„Wir haben im Prinzip schon erwartet, dass es auf den Standort in Kirchheim hinauslaufen wird, das war keine große Überraschung“, sagte Ortschef Daniel Krauß am Mittwoch – also am Tag nach der Sitzung und nachdem ihm die neuesten Informationen zur Sache vorlagen. Die Gemeinde halte dennoch an ihrem Appell fest, politisch für den Erhalt beider Standorte einzutreten. „Es fällt mir schwer, zu akzeptieren, dass die Grundschule bei uns aufgrund reiner Wirtschaftlichkeitsüberlegungen geschlossen werden soll“, so Krauß.

Keine Feuerwehr, keine Kita, keine Schule

Er verwies darauf, dass die Gemeinde Kleinkarlbach der Fusion der Verbandsgemeinden Hettenleidelheim und Grünstadt-Land zur neuen VG Leiningerland nur zugestimmt habe, weil ein Erhalt des Schulstandorts im Fusionsvertrag als Soll-Regelung verankert wurde. „Es muss meiner Meinung nach auch darum gehen, eine gewisse Ausgewogenheit zwischen den Gemeinden herzustellen, um die Entwicklung des ländlichen Raums zu ermöglichen“, sagt Krauß.

Seines Wissens wäre Kleinkarlbach im Fall des Verlusts der Grundschule die einzige Gemeinde, in der es weder eine Feuerwehr noch eine Kindertagesstätte oder eine Schule gäbe. Die Konsequenz wäre aus seiner Sicht, dass jegliche Bindung an den Ort wegfalle. Bei der Auflösung der Feuerwehr und der B271-Trasse seien alle Entscheidungen immer gegen Kleinkarlbach getroffen worden. Mit der Schließung der Schule würde auch seiner Meinung nach der Niedergang beginnen.

Rückkehr zur alten Regelung?

Die Konsequenz wäre, dass die Gemeinde auf einem sanierungsbedürftigen Gebäude sitzenbleibe, das zu allem Überfluss auch noch in einem nachträglich über die Planung gestülpten Grüngürtel liegt, was ein enormes Hemmnis für denkbare Investoren bedeuten würde – etwa mit Blick auf einen Abriss der Schule, um Bauplätze zu schaffen. Mittelfristig sei zu erwarten, dass die VG der Gemeinde auch noch den Unterhalt der Turnhalle aufbürden wird, was zu einer großen Haushaltsbelastung führen würde.

Wie andere Redner regte Krauß in der Ratssitzung an, zunächst den Zuschnitt der Schulbezirke zu prüfen und eventuell zur alten Regelung zurückzukehren, nach der Kleinkarlbacher, Neuleininger und Battenberger ihre Kinder in eine einzügige Grundschule schickten. In den kommenden sechs Jahren sei gewährleistet, dass mindestens 15 Kinder aus den drei Gemeinden eingeschult werden. Dürfte Kleinkarlbach zudem Baugebiete ausweisen, sei auch auf die Weise gesichert, dass Kinder in ausreichender Anzahl im Ort leben, um den Erhalt der Grundschule zu sichern.

Grundschule weg, Halle zu, Verein vor dem Aus

„Wird die Grundschule geschlossen und die Turnhalle damit auch, bedeutet dies unweigerlich da Aus für den Turnverein“, sagte Klaus Potje (SPD), der Vorsitzender des Vereins ist. Verbandsbürgermeister Frank Rüttger müsse sich jetzt an seiner Aussage, dass die Schulen erhalten bleiben sollen, messen lassen, argumentierte er. „Es liegt am politischen Willen des Bürgermeisters und des VG-Rats, wie sich die Situation entwickelt.

Hans Rogenwieser (WG Rogenwieser) stellte klar: Er ist nicht davon überzeugt, dass die ermittelten Sanierungskosten in Kleinkarlbach stimmen. „Das wurde künstlich hochgerechnet“, sagte er. Ganz ähnlich sah das Hans-Joachim Hatzmetz (WG Hartmetz). Er kritisierte auch mehrfach den Zusammenhang mit dem Grünzug entlang des Eckbachs, der erst eingerichtet wurde, nachdem das Schulhaus stand.

Rüttger soll zur nächsten Sitzung kommen

Zuvor hatte Krauß die zeitlichen Abläufe der vergangenen Monate, die durch die Corona-Krise durcheinandergewirbelt wurden, erläutert. Statt eines mit dem Bildungsministerium vereinbarten Vor-Ort-Termins habe es nur eine Telefonkonferenz gegebenen, nach der weiterhin Klärungsbedarf bestand. „Im September soll der VG-Rat entscheiden, wie es mit den Schulstandorten weitergeht“, erklärte Krauß und schlug vor, Rüttger zur Ratssitzung am 25. August nach Kleinkarlbach einzuladen, damit er die Richtung erklärt, die er dem VG-Rat vorschlagen will, erläutert.

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