Grünstadt Radwegenetz und Regionalwährung

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„Die Grünen sind die einzige Partei, bei der Umweltschutz fest verwurzelt ist“, betont Annette Maurer, die für das Bürgermeisteramt der Verbandsgemeinde Leiningerland kandidiert. Am Samstag hat sie an einem Stand in der Grünstadter Fußgängerzone für sich Werbung gemacht. Dabei wurde sie unter anderem unterstützt von ihrem Ehemann Klaus und der Trommelgruppe Dodrums.

Die Chance, mit ihr zu diskutieren, habe kein Passant wahrgenommen, wie sie nach drei Stunden berichtet. „Mit solchen Wahlkampfständen und Plakaten bewirkt man nicht viel“, meint die 45-Jährige, die hofft, letztlich durch die tägliche Arbeit zu überzeugen. Falls sie die Chance hat, ihre Kompetenz auf dem Chefsessel der zum 1. Januar neu gegründeten Verbandsgemeinde zu beweisen, würde sie als eines der ersten Projekte die Entwicklung eines Mobilitätskonzeptes anpacken. Mit den Vorbereitungen dazu beginnt sie schon jetzt. Ab dem 28. April möchte Maurer an jedem letzten Freitag im Monat zu einer ein- bis zweistündigen Radtour durchs Leiningerland einladen. Gemeinsam mit kritischen Leuten möchte sie auf die derzeit unbefriedigende Situation aufmerksam machen und Vorschläge zur Verbesserung sammeln. Langfristiges Ziel sei ein gut ausgeschildertes Radwegenetz mit E-Bike-Mietstationen in jedem Dorf. Der Betriebswirtin ist es wichtig, den Menschen die Chance zu geben, ihre Umgebung mitzugestalten. „Ich würde ein Bürgerforum einrichten“, sagt sie. Ideen von dort würden in die VG-Ratssitzungen einfließen. Mehr Bürgerbeteiligung bedeute aber nicht, dass für jede Frage ein Bürgerentscheid initiiert werde. Das Zusammenwachsen der 21 Ortsgemeinden solle auch optisch gestaltet werden, etwa durch Areale mit Blühpflanzen, die ein Paradies für Insekten darstellen. „So könnte man ganz einfach etwas für die Artenvielfalt tun“, so Maurer, die die Arbeit des Klimaschutzmanagers der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land in der neuen Verwaltungseinheit ausbauen möchte. Wichtig ist der Mutter einer fast erwachsenen Tochter, die 2008 dem Bündnis 90/Die Grünen beigetreten ist, auch die Stärkung des Ehrenamtes. Wer sich engagiere, etwa bei der Flüchtlingsbetreuung, werde viel zu oft allein gelassen. Die in der Verwaltung geschaffene halbe Stelle für die Koordination von Asyl und Ehrenamt sei nicht ausreichend, so Maurer. Die Teilhabe von Bedürftigen müsse über eine Bürgerkarte, die Rabatte auf die Nutzung öffentlicher Einrichtungen und den Besuch von Veranstaltungen gewährt, gesichert werden. Zur Wirtschaftsförderung könnte sich die Wahl-Mühlheimerin die Einführung einer Regionalwährung vorstellen, die nur im Leiningerland ausgegeben werden könne. Für Unternehmen wäre das ein Instrument zur Kundenbindung. „Beim Rücktausch in Euro wird eine Gebühr erhoben, von der soziale Projekte unterstützt werden“, so Maurer, die auf die 2003 gestartete, nachweislich erfolgreiche Komplementärwährung in Chiemgau verweist.

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