Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Plüschige Patienten: Krankenhaus wird zur Teddyklinik

Verwaltungsdirektor Markus Kieser vor der geriatrischen Tagesklinik, in der die Abteilung Plüschologie eingerichtet wird.
Verwaltungsdirektor Markus Kieser vor der geriatrischen Tagesklinik, in der die Abteilung Plüschologie eingerichtet wird.

Im Kreiskrankenhaus Grünstadt werden alljährlich Tausende Patienten behandelt – jüngere und ältere Menschen. Am Samstag werden kranke Kuscheltiere medizinisch versorgt. Warum das 194-Betten-Haus für sechs Stunden zu einer Teddyklinik wird.

Am Samstag öffnet in Grünstadt erstmals eine Teddyklinik. Im Kreiskrankenhaus sollen Plüschtiere „behandelt“ werden. Verwaltungsdirektor Markus Kieser informierte den Krankenhausausschuss darüber, dass dieses Angebot auf große Resonanz gestoßen sei: „90 Kinder haben sich angemeldet. Zuzüglich jeweils zwei bis drei Begleitpersonen. Da haben wir volles Haus.“

Wie ist die Idee zur Teddyklinik entstanden?
Die Idee eines Teddykrankenhauses stammt ursprünglich aus Skandinavien. Die Überlegung war, Kindern im Vorschulalter auf spielerische Art und Weise die Angst vor dem Arzt beziehungsweise der Klinik zu nehmen. Sie sollen sich mit den Abläufen in einem Krankenhaus bekannt machen.

Aber das Kreiskrankenhaus hat doch keine Kinderstation ...
Die Teddyklinik ist ein Projekt der Pflegedirektion und hat für das Kreiskrankenhaus mehrere positive Aspekte. Auch wenn Grünstadt keine pädiatrische Abteilung hat, kommt es dennoch zu pädiatrischen Behandlungen beispielsweise in der Notfallambulanz oder in der HNO-Abteilung. Zudem werden Auszubildende der Pflege in verschiedenen Stationen die Kuscheltiere „behandeln“. Neben den medizinischen Ideen, die sich die Azubis in der Vorbereitung auf diesen Tag machen müssen, fördert der direkte Umgang mit den Kindern auch die Fachkommunikation und die patientengerechte Erklärung von Abläufen. Nicht zuletzt hat die Teddyklinik auch etwas mit Marketing in der Region zu tun. Das Kreiskrankenhaus erhält oft positive Rückmeldungen auf seine Auftritte in den sozialen Medien, diese Außenwirkung möchte es gerne mit diesem Tag weiter stärken.

Dafür wurde sogar eine neue Abteilung gegründet, wie heißt diedenn?
Es handelt sich um die Abteilung Plüschologie. In die Rolle des dazugehörigen Chefarztes Dr. Oberflausch schlüpft der stellvertretende Pflegedirektor Martin Ulrich. Ihm zur Seite steht die Pflegedirektorin Christiane Christmann.

Warum wird die Station in der Geriatrie eingerichtet?
Die Räumlichkeiten der geriatrischen Tagesklinik haben sich als sinnvoll nutzbar gezeigt. Samstags findet dort kein Patientenverkehr statt und die Räume sind von zwei Seiten gut erreichbar, ohne dass man direkt in den Wartebereich der Notfallambulanz muss.

Wie viel Personal wird in der Teddyklinik gebunden?
Die personelle Ausstattung der Teddyklinik beträgt elf Auszubildende der Pflege, die Pflegedirektion mit zwei Personen und zwei bis vier Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres. Also insgesamt hat die Plüschologie 15 bis 17 Mitarbeiter.

Werden die Kosten von der Krankenkasse bezahlt?
Die Behandlung der Kuscheltiere ist für die Besucher kostenlos. Die einzelnen Behandlungsbereiche wurden nach den Anregungen der Auszubildenden in eigenen Bastelarbeiten entworfen, beispielsweise die Röntgenabteilung für Kuscheltiere. Verbrauchsgegenstände wie Verbände, Pflaster und anderes werden aus dem Fundus an Demo-Materialien genommen, die für die Auszubildenden bereitliegen. Das heißt, es wird das genutzt, was da ist. Die komplette Veranstaltung wird aus „Bordmitteln“ gestemmt. Da wird weder der Kreishaushalt noch die Krankenkasse belastet.

Termin

Teddyklinik, Samstag, 24. Juni, 10 bis 16 Uhr. Alle Plätze sind bereits ausgebucht.

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