Grünstadt „Party im blau-weißen Egerländer-Stil“

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Frühlingsgefühle erwecken – das ist die Aufgabe, die am Sonntag, 5. März, in Tiefenthal erneut den Original Otterstädter Musikanten zugedacht wird. Seit über zehn Jahren beleben diese die Klänge Böhmens und Mährens neu. Unter der Leitung von Bernhard Vanecek spielen die Otterstädter manch neue Polka oder Walzer. Mit Rüdiger Seidenspinner, der das Orchester managt, sprach Joerg Schifferstein über den Trend zu volkstümlichen Klängen, über das dritte Gastspiel in Tiefenthal und über den Egerländer-Sound, der wieder immer mehr Menschen mitreißt.

Und immer wieder sonntags im März. In der Pfalz spricht man ab dem dritten Gastspiel von einer Tradition. Warum also wieder der Saisonauftakt der Otterstädter in Tiefenthal?

Der Empfang dort war bei unserem Gastspiel überaus herzlich. Damals wurde schon die Frage gestellt: Warum kommt Ihr erst jetzt Mal zu uns? Viele Konzertbesucher wussten gar nicht, dass es in der Vorderpfalz eine solche Egerländer-Formation gibt. Und dann wurde gleich gefragt: Kommt Ihr wieder? Die Gemeinde hat dann in den letzten beiden Jahren gleich jeweils im Anschluss ans Konzert unsere Kapelle wieder verpflichtet. Zur festen Tradition wollen wir das gerne werden lassen. Volles Haus ist in Tiefenthal ja zu erwarten, ist das immer so, wenn Ihre Kapelle auftritt? Im ersten Jahr, als wir uns vor zehn Jahren zusammengetan haben, war es schwer, die Leute zu motivieren, uns zuzuhören. Aber mit jedem Konzert im Lauf der Jahre wurde der Besuch und gleichzeitig die Nachfrage nach Konzerten größer. In diesem Jahr werden wir 13 Mal auftreten und dabei erwarten wir eigentlich immer volles Haus. Das Besondere ist für uns die Weinstraßentour am 13. Mai, wenn wir von Deidesheim mit dem Nostalgiebus nach Schweigen ans Weintor starten. Wir machen am 13. Mai noch in Landau Station und beschließen die kurze Tournee am Weintor am 14. Mai um 11 Uhr. Wie erklären Sie sich diesen Hype zur Volksmusik, den auch Jüngere gerne mitmachen? Das ist über die ältere Zuhörerschaft gelaufen. Deren Begeisterung hat sich auf jüngere Leute übertragen. Das Live-Erlebnis ist bei unseren Auftritten dabei vorrangig. Die jungen Leute verstehen unsere Musik als Party im blau-weißen oder Egerländer-Stil. Sie konsumieren im Gegensatz zu Älteren Egerländermusik kaum im Radio oder von CD. Für die Jüngeren müssen wir nur die Polka „Auf der Vogelwiese“ oder die „Amboss-Polka“ spielen, dann geht es ab im Saal. Alle merken, dass unsere Musik authentisch und handgemacht ist. Sie waren im Winter im Trainingslager. Braucht ein solch routiniertes Ensemble das überhaupt? Ja, klar. Wir sind ja keine Profis. Außerdem ist die Probephase ein wichtiges Element zur Pflege der Kameradschaft unter den Musikern und Gelegenheit, neue Stücke anzupacken. Welche neuen Stücke wird es geben? Von Hubert Wolf haben wir „In einem kleinen Dörfchen“, eine Polka mit Gesang, neu ins Programm aufgenommen. Viele ältere Sachen von Mosch haben wir wieder ausgegraben, denn genau das haben wir uns auf die Fahnen geschrieben: diese Musik neu zu beleben. Katrin und Michael sind das Gesangsduo der Truppe, was dürfen die Tiefenthaler von ihnen Neues erwarten? Beispielsweise den Walzer „Wenn zwei Herzen fragen“, den ebenfalls Mosch komponiert hat. Oder auch „Wenn Egerländer Musikanten spielen“, auch eine Mosch-Polka. Polka, Marsch, Walzer. Bei allem Zuspruch: Wird das nicht mal langweilig und das Musikerherz sehnt sich nach einem 5/4-Takt oder einer modernen Komposition? Nein, ganz und gar nicht, denn die 22 Musiker haben sich mit Leib und Seele dieser Musik verschrieben. termin Original Otterstädter Musikanten in Tiefenthal, Halle der TSG, Sonntag, 5. März, 11 Uhr. Karten gibt es im Masurenhof im Vorverkauf für 10 Euro. An der Tageskasse 12 Euro. |jös

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