Grünstadt Odyssee nach Hause

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Altleiningen

ist kein guter Wohnort – zumindest im Moment. Aufgrund zahlreicher Baustellen gestaltet es sich äußerst schwierig, in das Burgdorf zu gelangen beziehungsweise von dort in den Nachbarort zu kommen. Zu einer wahren Odyssee entwickelte sich für mich die Heimreise nach Altleiningen von der RHEINPFALZ-Redaktion in Grünstadt am Dienstagabend. Entgegen vorheriger Ankündigungen immer noch voll gesperrt ist die L 520 am Viadukt in Kleinkarlbach an der Einmündung der L 517 aus Richtung Sausenheim (siehe Meldung in der Spalte „Aktuell Notiert“). Damit bleibt der direkte Weg nach Altleiningen versagt. Auch nicht möglich ist es schon seit längerem, die Kreisstraße 1 im Süden Kirchheims gen Weisenheim am Berg zu nehmen, um über Leistadt und die Landesstraße 518 nach Höningen zu gelangen. Seit Montag vergangener Woche auch dicht ist die B 271 Kirchheim-Herxheim am Berg. Am Dienstag konnte ich auch nicht nach Plan B über die A 6 in Richtung Saarbrücken bis nach Wattenheim düsen oder über Neuleiningen und Tiefenthal auf die B 47 und schließlich über das Amseltal ins Heimatdorf fahren. Warum? Weil ausgerechnet zwischen Wattenheim und Hettenleidelheim auf der Brücke über der Autobahn ein Lkw ausgebrannt war und sich die Bergungsarbeiten als sehr schwierig erwiesen. Sie zogen sich bis weit in den Abend hinein. Also musste Plan C her: über Nackterhof. Immer schön das asphaltierte Sträßchen entlang, parallel zur östlich, unten am Hang liegenden, Talstraße L 520, die nach Altleiningen führt. Ein nach links abgehender geschotterter Feldweg war mir nicht geheuer, also weiter geradeaus. Irgendwann wäre ich im Wald gelandet, weshalb ich an einer Gabelung zögerte, ob ich nicht links abbiegen sollte. Ein junges Mädchen, das gerade an den Pferdekoppeln vorbeiging, fragte ganz lieb: „Kann ich Ihnen helfen?“ Ich klagte mein Leid, sie bedauerte mich und beschrieb mir dann eine mögliche, wenn auch nicht erlaubte Route über einen anderen Feldweg. Dazu musste ich wenden und folgte ihren Angaben: an dem abgebrannten Haus links, bald darauf wieder links und stur geradeaus. Ein Schild „Durchfahrt verboten – landwirtschaftliche Fahrzeuge und Radler frei“ ließ das schlechte Gewissen in mir aufkeimen. Aber was sollte ich machen? Zur Abwechslung nach Altleiningen fliegen? Quatsch – weiter ging es. Eine Frau, die mir auf dem Rad entgegenkam, musterte mich mit bösem Blick. Egal. In der Ferne erspähte ich ein Campinggespann, das auf mich zufuhr. Und das auf dieser Single-Track-Road ohne Passing-Places! Rechts ran? Upps, da war ein Graben. Vorsichtig weiter. Der Fahrer des großen Autos mit dem Wohnwagen fuhr auch ganz langsam. Irgendwie haben wir es aneinander vorbei geschafft. Und schließlich war ich – endlich – in Wattenheim. Die Speyerer Straße runter, dann auf die L 520 und runter zur Hetschmühle. Wenn jetzt dort im Amseltal ein dicker Baum auf der Fahrbahn liegen würde, wäre es ganz aus und ich müsste wohl im Auto übernachten, schoss es mir durch den Kopf. Zum Glück war es windstill, die Bäume standen an ihren Plätzen und ich war endlich daheim. Puh!!

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