Kirchheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neues vom Kreuzungsbahnhof

Seit Jahrzehnten ist der Bahnhof Kirchheim ein eingleisiger Haltepunkt. Ab 2022 soll er zum Kreuzungsbahnhof umgebaut werden.
Seit Jahrzehnten ist der Bahnhof Kirchheim ein eingleisiger Haltepunkt. Ab 2022 soll er zum Kreuzungsbahnhof umgebaut werden.

Die DB Netz AG ist dabei, Grundstücke in Kirchheim zu erwerben und zu pachten. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass der seit mehr als zehn Jahren geplante Kreuzungsbahnhof nun endlich gebaut werden soll. Insgesamt investiert das Land 587 Millionen Euro in die Umgestaltung von Bahnhöfen.

Für die Umsetzung ihres Projekts, bei dem der eingleisige Haltepunkt in Kirchheim um einen zweiten Schienenstrang ergänzt werden soll, sodass Züge aneinander vorbeifahren können, benötigt die Deutsche Bahn Flächen. Insgesamt geht es um 16.769 Quadratmeter von der Verbandsgemeinde Leiningerland und der Ortsgemeinde Kirchheim. Das Gros muss der DB Netz AG lediglich vorübergehend zur Verfügung gestellt werden – zum Beispiel um Material zu lagern und Baugeräte abzustellen beziehungsweise deren Zufahrtsmöglichkeit zu sichern.

Für diese nur befristet in Anspruch genommenen Grundstücke erhalten die Kirchheimer eine pauschale Entschädigung in Höhe von 8500 Euro. Vertraglich festgelegt werden soll eine Dauer von eineinhalb Jahren: vom 1. Januar 2022 bis zum 30. Juni 2023. Sollte sich der Baubeginn verschieben, würde sich der Zeitraum entsprechend verlängern. Ist der Kreuzungsbahnhof bis zum 1. Juli 2023 noch nicht fertiggestellt, wird die Vereinbarung in Monatsschritten angepasst.

3116 Quadratmeter wünscht die DB hingegen zu kaufen – unter anderem auch als Ausgleichsfläche für die Versiegelung von Boden. Dafür müsste sie 276.445 Euro an die Ortsgemeinde zahlen.

Kostenpunkt: 7,6 Millionen Euro

Der Gemeinderat hatte Ortsbürgermeister Kay Kronemayer (FWG) einstimmig ermächtigt, den Bau-Erlaubnisvertrag mit der DB Netz AG, Regionalbereich Südwest, in Karlsruhe sowie die damit verbundenen Grundstücksgeschäfte abzuschließen. Der berichtete nun: „Über den Projektablauf gibt es noch keine konkrete Planung. Nur so viel: Der Baubeginn ist für Sommer 2022 angepeilt. Die Hauptsperrungen werden auf die großen Ferien gelegt, um den Schulbusverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen.“

Es die Verlegung eines 350 Meter langen Überholgleises auf der Südseite des 1873 eröffneten Bahnhofs vorgesehen. Zudem soll ein neuer Bahnsteig errichtet werden. Ziel ist, dass Züge aus entgegengesetzten Richtungen aneinander vorbeifahren – sich also kreuzen – können. Damit ließe sich der „Rheinland-Pfalz-Takt 2015“ verwirklichen, sodass die Bahn etwa zwischen Grünstadt und Frankenthal alle 30 Minuten fahren kann. Es soll eine durchgängige Verbindung von Monsheim bis Frankenthal geschaffen werden, sodass man die Metropolregion Rhein-Neckar mit nur einmaligem Umsteigen erreichen kann.

Der Kreuzungsbahnhof, für den durch Planänderungen und langwierige juristische Verfahren noch kein erster Spatenstich erfolgen konnte, sollte eigentlich schon im November 2014 eröffnet werden. Das Projekt wird mit rund 7,6 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Es gibt auch Geld für den Grünstadter Bahnhof

Lisett Stuppy (Bündnis 90/Die Grünen), die im Mai für Anne Spiegel im Mainzer Landtag nachrückte, teilt mit, dass in Rheinland-Pfalz insgesamt 587 Millionen Euro in die Modernisierung von Bahnhöfen investiert werden sollen. Von der Summe tragen das Land und die Kommunen 142 Millionen Euro. Anvisiert seien eine attraktivere Gestaltung sowie eine flächendeckende Barrierefreiheit.

„Dass im Kreis Bad Dürkheim neben dem Kirchheimer auch der Grünstadter Bahnhof umgebaut werden soll, ist eine gute Nachricht für die Bürger“, sagt Stuppy. Denn es gehe um konkrete Verbesserungen, die es allen Menschen, auch denen mit Handicap, ermöglichten, auf der Schiene zu reisen. „Außerdem kann auch ein ansprechendes Erscheinungsbild der Bahnhöfe dazu beitragen, dass mehr Leute Zug fahren“, so die 33-jährige, gebürtige Kirchheimbolanderin.

Dunkle Unterführungen wirkten zum Beispiel eher abschreckend. Stuppy betont, dass mit den Investitionen, die in den kommenden Jahren erfolgen sollen, auch Rahmenbedingungen für eine klimafreundliche Mobilitätswende geschaffen werden sollen.

x