Hettenleidelheim
Neues Buch: Wie Cartoonist Holger Faber die Pandemie erlebt hat
Ja, natürlich, diese vermaledeite Virus hat zwischenzeitlich auch die Familie Faber erwischt. „Wir hatten es alle, recht kurz hintereinander weg, Mitte 2022 war das. Zum Glück hatten wir aber alle einen milden Verlauf, ohne Komplikationen“, blickt Holger Faber zurück. Der aus dem Allgäu stammende Künstler, der mit seiner Ehefrau, drei Kindern und zwei Katzen in Hettenleidelheim lebt, hat die Pandemie ansonsten genau so erlebt, wie sie die meisten anderen auch erlebt haben. Nur dass für ihn das Thema „Home Office“ kein gänzlich neues war. „Ein Hybrid-Modell hatten wir in unserem Betrieb schon vorher“, so der 48-Jährige, der für eine große Software-Firma arbeitet. In den Lockdowns war man eben ganz daheim, mittlerweile sei die Firma zum Hybrid-Modell zurückgekehrt.
Ansonsten habe er natürlich das pandemische Geschehen verfolgt, habe dabei an sich selbst beobachtet, wie oft sich sein Wissensstand und damit auch sein Standpunkt verändert haben. „Es war ja ein ständiger Lernprozess. Und ich habe schon gemerkt, dass mich das Thema mal mehr, mal weniger beschäftigt beziehungsweise dann auch besorgt hat. Man hat gelernt, sich zu korrigieren, sich zu hinterfragen“, so Faber.
Reise durch die Pandemie
Seine gedanklichen Prozesse lassen sich nun gut in den 110 Comics ablesen, die über die gesamte Phase der Pandemie entstanden sind, von 2020 bis neulich. Sie sind chronologisch abgedruckt, manche waren bereits in der RHEINPFALZ oder in vorigen Hoix-Cartoons erschienen, andere wiederum bisher unveröffentlicht. Natürlich nimmt Faber dabei das gesellschaftliche Verhalten, aber auch die Politik aufs Korn. Ohne Boshaftigkeit, wie er sagt. „Mir geht es nicht darum, Menschen auf den Schlips zu treten. Sicher, Politiker kann man ein bisschen mehr kitzeln, einer wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach kann das ab, dass man mal einen Witz macht. Er kommt in dem Buch natürlich häufiger vor“, sagt Faber.
Der Zeichner betont, dass es sich um keine wissenschaftliche Abhandlung handele, es auch kein politisch motiviertes Buch oder journalistische Arbeit sei. Es gehe hier nicht um Vollständigkeit, auch nicht um Wahrheit oder Moral. „Die Comics wollen aufzeigen, wie individuell, wie wechselhaft, verwirrt, emotional und manchmal auch überzogen oder falsch diese Zeit wahrgenommen wurde“, so Faber. Er arbeite da natürlich mit Überspitzung.
Angst vor einem Shitstorm habe er bei diesem emotional aufgeladenen Thema nicht. „Wir hatten bislang im persönlichen Umfeld das Glück, dass man auch bei unterschiedlicher Meinung respektvoll und anständig miteinander umgegangen ist“, sagt Faber. Auch online habe es bislang keine Kritik gegeben, manche der Cartoons sind ja auch auf Instagram zu finden. „Einen kleinen Shitstorm hatte ich bisher ohnehin nur einmal. Das war mal bei einer Trump-Karikatur. Fanden ein paar Iser, offenbar tatsächlich amerikanische, nicht so lustig.“
Band acht der Hoix-Cartoons da
In eine ganz andere Richtung geht derweil der achte Band der „Hoix Cartoons“-Reihe, „Walking Dad“, die parallel dazu auf den Markt gekommen ist. „Das ist nicht wirklich politisch, es gibt auch kein besonderes Thema als Überbau. Da hatte ich einfach Lust auf ganz viel Nonsens“, sagt Faber und lacht. Es sei eine bunte Mischung jüngerer Zeichnungen, teils recht simpel, für den kleinen Schmunzler zwischendurch eben.
Die beiden neuen Faber-Bücher sind sowohl im Online- als auch im stationären Handel zu finden. Der nachtaktive Zeichner („Sonst bleibt da bei Job und Familie wenig Zeit“) hat übrigens auch schon die nächsten Bücher in der Pipeline: „Ich arbeite an mehreren Büchern gleichzeitig. Zwei sind im Grunde schon wieder fertig ...“
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Weitere Informationen unter www.hoixcartoons.de und in Instagram unter @hoixcartoons