Grünstadt Nachhaltig auf 53 Punktfundamenten

Die neue Festhalle am Kellergarten nimmt mit großen Schritten Gestalt an. Die Massivholzplatten der Tragkonstruktion zeigen schon deutlich, wie das neue Dirmsteiner Dorfgemeinschaftshaus einmal aussehen wird. Beim Richtfest wurde jetzt der große Veranstaltungssaal zum ersten Mal so richtig mit Leben gefüllt. Im Mai könnte laut Ortsbürgermeister Bernd Eberle (FWG) alles fertig sein.
Auf rund 3,2 Millionen Euro belaufen sich die Gesamtkosten für das Projekt, berichtete Eberle. Darin enthalten ist der Abriss der Unterhaardter Festhalle, der Neubau, die Untersuchung der Nachbargebäude sowie die neue Außenanlage mit Parkplatz und begrüntem Innenhof. Das Land übernimmt 50 Prozent der zuschussfähigen Kosten, weitere 15 Prozent steuert die Verbandsgemeinde (VG) Grünstadt-Land bei. Die Gemeinde muss rund 1,1 Millionen Euro schultern. Eberle bedankte sich am Freitag für die „großzügige Förderung“ des Projekts. „Die neue Festhalle soll für Generationen von Dirmsteinern die erste Adresse im Ort sein“, unterstrich der Bürgermeister die Bedeutung des Neubaus für das Dorf. „Aus diesem Grund veranstalten wir heute ein richtiges Richtfest, auch eine Einweihungsfeier wird es geben.“ Bei den Nachbarn der Baustelle bedankte er sich für deren „Verständnis, besonders während der lauten Abrissphase“. Bei der Planung des Neubaus habe man den Lärmschutz beachtet, erläuterte Eberle mit Blick auf die Veranstaltungen und Feiern, die in dem Haus künftig stattfinden sollen. Reinhold Niederhöfer (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde, sprach von einer „hohen Akzeptanz des Neubaus in der Bevölkerung“. Ein Hauptgrund dafür sei die „kluge Vorgehensweise der Gemeinde in der Planungsphase“, die frühzeitig den Kontakt zur Verbandsgemeinde gesucht und eine Arbeitsgruppe gegründet habe. Auch die Vereine als spätere Nutzer des Gebäudes seien bei der Erstellung des Raumkonzepts einbezogen worden. Die Auslobung des Architektenwettbewerbs, aus dem der Entwurf des Kaiserslauterer Planungsbüros Bau-Eins-Architekten als Sieger hervorgegangen war, sorge für eine hohe architektonische Qualität, sagte Niederhöfer. Er wünschte allen am Bau beteiligten Handwerkern einen „unfallfreien Abschluss der Arbeiten“. Von einer „raschen Bauzeit bis zum Richtfest von nur sechs Monaten“ sprach Architekt Nicolas Bahnemann. „Man kann jetzt schon die Räumlichkeiten sehen, wie sie später sein sollen.“ Bahnemann wies auf den problematischen Untergrund des Gebäudes hin. Ein schwankender Grundwasserstand hatte beim Vorgängerbau massive Schäden verursacht. Die neue Festhalle stehe nun sicher auf 53 Punktfundamenten, die fünf bis sechs Meter tief in tragfähige Erdschichten reichten, so der Architekt. Mit Wänden aus Massivholz habe man sich für eine „nachhaltige Bauweise“ entschieden, erläuterte Nicolas Bahnemann. „Energetisch sinnvoll wurden alle Nebenräume wie Küche, Toiletten oder Lager im Norden angeordnet.“ Der Veranstaltungssaal, der über ein Foyer von der Straße betreten werde, öffne sich über eine große Fensterfront in den später begrünten Innenhof. Zum angrenzenden Kellergarten werde es künftig eine Verbindung geben. Das modern gestaltete Haus mit seinen gestaffelten Höhen bekommt eine Fassade aus Betonplatten und Streckmetall. Innen soll später zu sehen sein, dass es sich um einen Holzbau handelt, meinte der Architekt. Die Wände des großen Saals würden mit Holz verkleidet und weiß lasiert. Im Gegensatz zu vielen anderen neuen Veranstaltungshäusern bekommt die Festhalle keine mobile, sondern eine feste Bühne. Dies sei ein Ergebnis der Beratungen in der Arbeitsgruppe gewesen, erklärte Ortschef Bernd Eberle. „Damit entfällt die lästige Frage danach, wer auf- und abbaut.“ Das Richtfest sei traditionell der Startpunkt dafür, dass Leben in ein neues Gebäude einziehe, meinte Zimmermann-Meister Christoph Coridas. „Der Bau ist erstellt aus Stein und Holz – dem Bürger zum Nutzen, der Gemeinde zum Stolz“, sagte er in seinem Richtspruch, bevor er sein Schoppenglas aus luftiger Höhe zu Boden warf. Coridas weiter: „Das Haus wird der Gemein’ in Zukunft lebendiger Mittelpunkt sein.“ (gnk)