Neuleiningen Nach zwei Jahren Pause: Es gibt wieder einen Weihnachtsmarkt

In der Vergangenheit war die Kirchengasse beim Weihnachtsmarkt gut besucht.
In der Vergangenheit war die Kirchengasse beim Weihnachtsmarkt gut besucht.

Nach zwei Jahren wunderschöner Illumination, die das mittelalterliche Neuleiningen in wechselnde Farben getaucht hat, soll es nun endlich wieder einen Weihnachtsmarkt im Burgdorf geben. Allerdings wird dieser ganz anders sein als vor der Corona-Krise.

Neuleiningen. Vor fast drei Jahrzehnten ist der Neuleininger Adventsmarkt ins Leben gerufen worden. Aus einer kleinen Veranstaltung mit wenigen Buden hat sich über die Jahre ein attraktives vorweihnachtliches Event mit rund 50 Ausstellern entwickelt. Der Markt mit in den mittelalterlichen Gassen des Burgdorfs verteilten Ständen war bald überregional bekannt und zog Besucher auch aus größerer Entfernung an.

Dann bremste Corona diesen Publikumsmagneten aus. Zweimal gab es statt Glühweinduft und Blasmusik eine aufwendige, weithin sichtbare Illumination des Örtchens um die auf dem Schlossberg thronenden Reste einer einst stolzen Festung der Leininger Grafen.

Illumination wäre das verkehrte Zeichen

Dieses Jahr wird auf die bunte Pracht verzichtet – auch weil sie in der momentanen Situation das verkehrte Signal wäre. Dafür werden in den Sträßchen Sterne und Lichterketten in energieeffizienter LED-Technik erstrahlen. „Ganz auf die Beleuchtung zu verzichten, wäre am falschen Ende gespart“, sagt Johannes Nippgen aus dem achtköpfigen Organisationsteam des Weihnachtsmarktes, einer Abteilung des Heimat- und Kulturvereins. Der Winzer findet, dass Lichterglanz ebenso wie strahlende Kinderaugen zum Fest dazu gehöre. Deshalb würden auch die auf Burg und katholische Kirche gerichteten Strahler, die aus Stromspargründen bereits seit einiger Zeit ausgeschaltet sind, an den zwei Adventsmarkt-Wochenenden wieder eingeschaltet.

Der Markt selbst wird aber „nicht mehr die Veranstaltung sein, die es einmal war“, erklärt Teammitglied Roland Schacht. Die Pandemie habe Spuren hinterlassen. Nur noch ungefähr 30 Standbetreiber seien dabei. Außerdem seien die Sicherheitsanforderungen und damit der Organisations- und Zeitaufwand sowie die Kosten gestiegen. „Unterstützt von der Verbandsgemeinde Leiningerland mussten wir uns sehr viele Gedanken machen über Hilfspersonal und die Platzierung von Feuerlöschern, über die Vorbereitung auf einen möglichen Blackout und einen Wintereinbruch“, erklärt er. Nippgen führt weiter aus: „Vereine und die Feuerwehr halten Notstromaggregate und mobile Beleuchtung vor. Jeder Aussteller bekommt ein Säckchen Salz zum eventuellen Streuen eisglatter Wege.“

Kostenloser Shuttle-Service

Das Unternehmen aus Edenkoben, das die Angereisten auch beim Burgsommer vom Parkplatz der Wellpappenfabrik in Sausenheim hinauf auf den Schlossberg bringt, wird den Shuttle-Service übernehmen. Der Bus fährt etwa im Zehn-Minuten-Takt. „Das ist kostenlos für die Besucher“, sagt Nippgen. Kleine Spenden würden aber gern genommen, damit es dieses Angebot auch in Zukunft geben könne.

Der Sicherheit wenig zuträglich seien auch mit Wagen und Buden voll gestellte Gässchen, durch die Rettungsfahrzeuge im Fall eines Falles nicht mehr durchkämen. Und da mancher Neuleininger seinen Hof nicht mehr öffnen wollte und dadurch unschöne Lücken in der Flaniermeile entstanden wären, wurde entschieden, das Marktgeschehen auf die Kirchengasse und auf das Areal vor der Burgruine zu konzentrieren. Der Schlossberg habe auch logistische Vorzüge, Strom und Warmwasser seien dort oben vorhanden. Das Motto lautet „Hinauf zur Burg!“, wie Schachts Ehefrau Marion sagt.

Ehrenamtliche sind die Stütze

Beim Aufbau der Hütten, beim Besorgen, Aufstellen und Schmücken von Christbäumen und bei weiteren Arbeiten könne man sich auf ehrenamtliche Helfer stützen, erzählt sie. Freiwillige seien auch Ersthelfer oder schlüpften ins Nikolauskostüm. Auf großzügige Sponsoren könne das Team ebenfalls zählen. „In Neuleiningen erhalten wir kein Geld vonseiten der Kommune und kein Bauhof zimmert uns die Buden zusammen“, sagt Nippgen, der meint: „Wir sind ganz heiß darauf, unser Dorf wieder zu präsentieren.“

Unter den Beschickern seien einige neue, wobei am selbst gesetzten Qualitätsstandard festgehalten werde, versichern die drei. Neben vielen Gaumenfreuden werde unter anderem Kunstvolles und Schmückendes, Krippen, Kerzen aus eigener Manufaktur, Handgewebtes und Häkeltiere, Drechslerarbeiten, Antikes und Schönes aus Holz sowie Upcycling-Produkte zu finden sein.

Einnahmen für den guten Zweck

Rund ein Drittel der Aussteller spende seine Einnahmen für soziale Zwecke und müsse deshalb auch keine Standgebühr entrichten. Kaffee oder Punsch kann aus feuerroten Weihnachtsmarkttassen getrunken werden. „Wir haben 3000 Stück angeschafft“, berichtet Nippgen. Die Spezialanfertigungen aus lackiertem Glas mit einer Silhouette des Dorfes gibt es gegen drei Euro Pfand an jedem Stand. Geöffnet haben zudem i die Alte Kellerei n der Untergasse sowie die Schmuckdesignerin Pukis und das Weingut Nippgen in der Mittelgasse. Auch die örtliche Gastronomie – Burgschänke, Zum Burggraf, Zum Engel und Zum Gäsbock – freut sich auf Gäste.

ÖFFNUNGSZEITEN

Der Adventsmarkt ist geöffnet an den ersten beiden Adventswochenenden – samstags, 26. November und 3. Dezember, jeweils 15 bis 21 Uhr, und sonntags, 27. November und 4. Dezember, jeweils 14 bis 20 Uhr. Am 4. Dezember kommt auch der Nikolaus (gegen 16 Uhr) und die Neuleininger Blaskapelle spielt weihnachtliche Weisen (ab 17 Uhr). Ein Nachtwächter in historischem Kostüm wird ebenfalls unterwegs sein. Im Burghof werden wechselnde berühmte Zitate auf den Mauern zu lesen sein.

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