Grünstadt Mit Wollmützen und Handschuhen

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EISENBERG. Zum dritten Mal veranstaltete der SC Delphin aus Grünstadt sein traditionelles Pfingstschwimmfest im Waldschwimmbad in Eisenberg – zum ersten Mal allerdings bei solch frostigen Temperaturen. Doch die Schwimmer ließen sich davon nicht beeindrucken und zeigten Durchhaltevermögen und professionelle Leistungen.

„Geschafft – es ist keiner erfroren“, meint am Ende des Wettkampfs die Pressewartin des SC Delphin, Birgit Schmitz. Die Eisheiligen hatten sich am Wochenende mit Polarwinden und Wolken angekündigt – der Parkplatz am Waldschwimmbad war nichtsdestotrotz voll und das Bad gut besucht. Die Delphine begrüßten Mannschaften aus Luxemburg und den Niederlanden, aus Worms, Kaiserslautern, Ludwigshafen und Zellertal sowie aus Mainz, Idar-Oberstein, Stadtbergen, Augsburg, Koblenz, Völklingen und Bad Bergzabern. Insgesamt waren 21 Vereine mit 267 Schwimmern am Start und zeigten in den Disziplinen Brust, Rücken, Delphin und Freistil je nach Altersklasse auf 50, 100 oder 200 Metern in Einzel- und Staffelwettkämpfen, was sie können. „Vor zwei Jahren war es so heiß, dass wir Handtücher auf die Startblöcke legen mussten, damit sich die Kinder nicht die Füße verbrennen“, erinnert sich Schmitz. In diesem Jahr war das Bild etwas anders, sah man die Schwimmerinnen und Schwimmer lediglich im Wasser mit Badeanzug oder Badehose bekleidet: Außerhalb des Beckens waren sie sofort in ihre Wärmemäntel gehüllt und trugen teilweise sogar Handschuhe und Wollmützen. „Nur nicht auskühlen“ war die Devise. „In diesem Wettkampf starten alle Teilnehmer altersgemischt, jeder geht mit seiner Bestzeit ins Rennen“, erklärt Schmitz. Bei einem Blick an das Beckenende merkt man gleich, dass hier Profis am Werk sind, hängen doch leuchtend gelbe Matten an der Beckenwand, die beim Anschlagen der Schwimmer die Zeit stoppen. Außerdem stehen an jeder Bahn Zeitnehmer, die in der rechten Hand eine herkömmliche Stoppuhr haben und links einen weiteren Drücker zur Kontrolle der Mattenzeit. „Der Start der Mattenzeit beginnt automatisch mit dem Signal der Starterin“, erklärt Schmitz das Prozedere. Es beginnen immer die langsameren Schwimmer. „Die Mattenzeit wird automatisch an einen Computer weitergegeben, dort mit den konventionell genommenen Zeiten verglichen und auf Plausibilität geprüft – erst dann wird ausgewertet und in Altersklassen aufgeteilt, so dass am Ende die Sieger der jeweiligen Altersgruppen ermittelt werden können“, erläutert sie. Die Matten wurden extra für den Wettkampf vom Südwestdeutschen Schwimmverband ausgeliehen. Auffällig ist die gute Stimmung bei den Teilnehmern. „Es ist schön, all die bekannten Schwimmerinnen und Schwimmer aus den anderen Vereinen, aber auch von den Delphinen wiederzusehen“, so der Kommentar vieler SC-Mitglieder. Gerade die älteren Teilnehmer hat es mittlerweile häufig durch Studium in alle Winde verstreut – das Pfingstschwimmen bietet eine willkommene Gelegenheit des Wiedersehens. „Wir kommen gerne zu unseren Wurzeln zurück und freuen uns einfach, die alten Gesichter wiederzusehen – wobei heute eigentlich ich das alte Gesicht bin“, meint lachend der 30-jährige Johannes Schmitz, der als einer der ältesten Teilnehmer für die Delphine am Start war. Trainer Michael Dietz ist mit den Leistungen seiner Schwimmer sehr zufrieden und sagt: „Wir freuen uns sehr, dass wir hier im Waldschwimmbad willkommen sind und empfinden auch jedes Jahr ein bisschen mehr Heimatgefühl mit mehr Startern und mehr Publikum.“ (bbq)

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