Grünstadt „Mir ist vieles deutlich geworden“

BOCKENHEIM. Besucher aus 20 von 21 Ortsgemeinden (Battenberger fehlten) der neuen Verbandsgemeinde Leiningerland haben am Dienstagabend die RHEINPFALZ-Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in der Emichsburg in Bockenheim besucht. Was nehmen die Besucher von der Veranstaltung mit?
(51) aus Bockenheim fand die Podiumsdiskussion sehr informativ: „Ich hatte nun die Gelegenheit, alle Kandidaten kennenzulernen.“ Vor allem die sachliche und ruhige Diskussion hat dem SPD-Mitglied gefallen. Alle Bewerber für das Bürgermeisteramt haben ihrer Meinung nach ein gutes Bild abgegeben. Besonders überzeugt habe sie Reinhold Niederhöfer (SPD). Hannelore Raudszus aus Mertesheim, 72-jähriges FWG-Mitglied, sagte: „Reinhold Niederhöfer (SPD) und Frank Rüttger (CDU) haben hervorragend argumentiert. Der aktuelle Verbandsbürgermeister Niederhöfer hat durch seine Erfahrung im Amt natürlich einen Vorteil.“ Jens Rybok (29) aus Hettenleidelheim ist seit vier Wochen FDP-Mitglied und konnte sich besonders für den CDU-Kandidaten Frank Rüttger begeistern: „Unsere Partei stellt keinen Bewerber, trotzdem ist es mir wichtig, die Personen einmal persönlich zu sehen.“ Es komme nicht auf die Partei an, sondern auf den Kandidaten und die Umsetzung der Wahlversprechen. Es zähle die Erfahrung und das Fachwissen in der Verwaltung, das Rüttger mitbringe. Außerdem sei der CDU-Kandidat in der Vergangenheit nicht in den Fusionsprozess involviert gewesen und dadurch noch nicht beeinflusst. Die 53-jährige Petra Deck (parteilos) lebt seit zwei Jahren in Tiefenthal und bezeichnet sich als politischen Laien: „Ich bin sehr interessiert, habe mich mit Politik jedoch noch nicht intensiv beschäftigt. Deshalb finde ich die Veranstaltung sehr gut, denn mir ist vieles deutlich geworden.“ Frank Rüttger (CDU) habe die Fragen der Redakteurinnen Christine Nöth-Häuser und Kathrin Schnurrer klar und verständlich beantwortet und auf dem Punkt gebracht, so ihr Fazit. Für Nicole Eicher (39) aus Colgenstein steht ihr Kreuz bei der Wahl am 7. Mai bereits fest. Für das Mitglied der FWG hat sich der Besuch der Podiumsdiskussion gelohnt: „Ich weiß jetzt genau, wen ich nicht wählen werde.“ Und das sei ja vielleicht auch das Ziel einer solchen Veranstaltung. Auch Beatrix Kraml aus Bockenheim, die sich als „Papier-Grüne“ bezeichnet, weiß nun, wen sie nicht wählen wird. Die 66-Jährige sagt: „Ich bin offen rein, aber die Tendenz ist jetzt klarer. Unterstützen werde ich meine Parteikollegin, ganz klar, aber Herrn Niederhöfer fand ich auch nicht schlecht.“ Zwei Kandidaten haben dem 72-jährigen Beigeordneten Klaus May (FWG) aus Gerolsheim besonders gut gefallen: „Die beiden Herren der CDU und SPD haben ihre Sache gut gemacht.“ Uwe Martin (parteilos) und Annette Maurer (Grüne) fand er weniger gut vorbereitet. Zudem hätten sie unzureichende Konzepte ihrer vielleicht künftigen Arbeit vorgestellt. Die Fragen hätten ruhig noch ein bisschen provokanter sein dürfen, um die Kandidaten noch mehr aus der „Reserve locken zu können“, fand Wolfram Bartz (47), CDU-Ortsverbandsvorsitzender aus Dirmstein. Für beide Verbandsgemeinden sei diese Veranstaltung der RHEINPFALZ die optimale Möglichkeit gewesen, um etwas über die Fusion zu erfahren. Deutlichere Aussagen der Kandidaten in Bezug auf die wohnbauliche Entwicklung sowie den Flächennutzungsplan in der VG Leiningerland hätte sich Kurt Mauntz (65), CDU-Mitglied aus Obersülzen, gewünscht: „Die Bewerber sind nicht ins Detail gegangen.“ Allerdings sei dies vielleicht auch der Kürze der Veranstaltung geschuldet, die seiner Meinung nach informativ war. Erstmals eine solche Veranstaltung besucht hatte Norbert Wendte (59) aus Bockenheim, er zeigte sich vom Ablauf begeistert: „So habe ich einen ersten Eindruck der Kandidaten gewinnen können, die ich vorher nicht kannte.“ Rüttger (CDU) und Niederhöfer (SPD) hätten die passenden Argumente gehabt, deshalb könne er sich vorstellen, dass es zwischen den beiden zu einer Stichwahl komme und der erste Wahlgang womöglich noch nicht der entscheidende ist.