Grünstadt Leiningerland: König Riesling auf der Spur
Leiningerland: Das Wetter hat sich gestern beim 33. Erlebnistag Deutsche Weinstraße von seiner besten Seite gezeigt. Bereits zum zweiten Mal war auch das Teilstück zwischen Bockenheim und der Abzweigung nach Asselheim für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Hesselbrücke in Mühlheim war gut besucht.
Die rund 85 Kilometer lange Strecke entlang der Weinstraße von Bockenheim bis Schweigen ist gestern wieder von Radfahrern, Fußgängern und Skatern in Beschlag genommen worden. Passend zum diesjährigen Motto „König Riesling“ veranstaltete der Verein „Leiningerland. Das Tor zur Pfalz“ eine Blindverkostung im Weingut Mayerhof in Asselheim.
Extra aus dem Siegerland zum Erlebnistag gereist
Bereits kurz nach der offiziellen Eröffnung des Erlebnistages um 10 Uhr in Frankweiler konnten zehn Rieslinge probiert werden. Ausschließliches Kriterium war der Geschmack der edlen Weine. Aus dem Siegerland extra für den Erlebnistag angereist waren Andrea Born (49) und Martina Kupka (40). Die beiden Frauen, die mit weiteren Bekannten ihren Tag in Asselheim starteten, hatten jede Menge Spaß. „Die Pfalz ist einfach toll. Wir waren schon öfter in Grünstadt, uns gefällt es hier“, sagte Kupka. Natürlich wurden alle zehn Rieslinge verkostet. Nach der dritten Probe stellte Born fest: „Zwischen den Weinen gibt es deutliche Unterschiede. Der Erste hat wesentlich mehr Säure als die beiden anderen. Wir probieren alle durch.“ Jeder Besucher über 18 Jahren konnte die Nummer seines Favoriten auf der Teilnahmekarte vermerken. In etwa zwei Wochen werde der Siegerwein dann offiziell verkündet, erklärte Matthias Kunkel, Geschäftsführer des Touristikvereins „Leinigerland. Das Tor zur Pfalz“.
Fahrt mit den Messebähnchen ein Erlebnis für Groß und Klein
Zwischen Bockenheim und Kirchheim waren auch wieder die beiden Messebähnchen unterwegs. Gemütlich konnten die Gäste das Leiningerland erkunden und an den sieben Haltepunkten hinzu- oder aussteigen. Und dies war nicht nur ein Erlebnis für Touristen, sondern auch zahlreiche Einheimische nutzten die Fahrt, um die Landschaft zu betrachten. Die Grünstadter Helga Gieseler (53 Jahre) und Manfred Setzer (77) genossen die Fahrt von Bockenheim nach Kirchheim und wieder zurück. „Auf dieser Strecke sieht man Dinge, die man sonst vielleicht gar nicht so registriert. Deshalb fahren wir mit der Bahn, auch wenn wir hier oft zu Fuß unterwegs sind“, sagte Gieseler. So ein Tag sei einfach schön, um sich mit Freunden zu treffen und neue Leute kennenzulernen. „Wir sind später noch auf dem Carrières-sur-Seine-Platz in Grünstadt mit Bekannten verabredet“, fügte Setzer hinzu. Viele Familien mit Kindern nutzten ebenfalls das kostenlose Angebot der Messebahnen. „Mit dem Fahrrad ist es für kleine Kinder schwierig, deshalb lassen wir uns gemütlich fahren“, sagte Andrea Kühner (37) aus Sausenheim, die mit ihrer Familie und Besuch aus Triol die Fahrt durch das Rebenmeer genoss. Ihre neunjährige Tochter Lia hatte sichtlich Spaß: „Mit der Bahn ist es toll“, freute sich das Mädchen.
Ebenfalls motorisiert unterwegs war die Weingräfin des Leiningerlandes. Albrecht Belger chauffierte die Weinhoheit Julia IV in seiner Isetta, Baujahr 1962, durchs Leiningerland. Bereits seit fast 20 Jahren besteht diese Tradition. „Das ist für mich natürlich eine besondere Ehre. Die Leute winken uns zu, wenn sie uns sehen“, freute sich der Grünstadter, der seinen Oldtimer seit 46 Jahren besitzt.
Besuchermagnet: Der Floh- und Bauernmarkt in Mühlheim
Der Floh- und Bauernmarkt an der Hesselbrücke in Mühlheim war um die Mittagszeit schon gut besucht. „Rund 1000 Besucher dürften es sein“, schätzte Frank Herkelrath, dessen Weingut dort einen Stand hatte. „Im Vergleich zum vorherigen Jahr sind es wesentlich mehr Besucher. Das liegt bestimmt am guten Wetter. Außerdem war die Teilstrecke im vergangenen Jahr erstmals gesperrt und mittlerweile dürfte es sich herumgesprochen haben“, vermutete der Winzer.
Einen Ausflug mit dem Fahrrad nach Bockenheim hatte auch Familie Emmert aus Grünstadt gemacht. „Da wir mit unserer Tochter unterwegs sind, haben wir uns für diese flache Strecke entschieden“, sagte Kirsten Emmert. Die Sechsjährige Jule brauchte an der Hesselbrücke jedoch erst einmal eine Pause, bevor die Fahrt Richtung Bockenheim weitergehen konnte. Eine Radgruppe aus Ebertsheim hatte bereits zur Mittagszeit 55 Kilometer absolviert – und das ohne Elektrofahrrad. Bestens gelaunt gönnten sie sich eine Verschnaufpause auf dem Floh- und Bauernmarkt. „Wir sind bis nach Deidesheim und zurückgefahren“, erklärte Norbert Bamberger. Es sei einfach toll, die Strecke mal ohne Autos, also in Ruhe, zu genießen.