Grünstadt Leininger Nachlese:

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... die Augen nach einem Jungen und einem verrückten Wissenschaftler in einem alten, umgebauten DeLorean aufgehalten, liebe Leserinnen und Leser? Denn der 21. Oktober 2015 war der Tag, an dem Marty McFly und Dr. Emmett Brown in dem 1980er-Jahre-Klassiker „Zurück in die Zukunft II“ mit ihrer Zeitmaschine in der Zukunft ankommen. Die Zukunft ist also jetzt. Nicht alles haben die Macher des Science-Fiction-Streifens richtig vorhergesehen: Fliegende Autos und selbsttrocknende Jacken hielten sie offenbar für wahrscheinlicher als die Kirchheimer Umgehung, die sich bereits in der Bauphase befindet und im Film keinerlei Erwähnung findet. Auch hätte damals niemand für möglich gehalten, dass mal ein Grünstadter Bürgermeister zusammen mit einer Weingräfin ein Bierfest eröffnet. Was die zwei Zeitreisenden wohl machen würden, wenn sie bei „Zurück in die Zukunft IV“ in das Leiningerland des Jahres 2035 reisen würden? Mit Verbandsbürgermeister Paul Barbig vielleicht im zurückerworbenen Weinstraßencenter der Stadt Grünstadt, die der VG Leiningerland beigetreten ist, über die Ortsumgehung Bockenheim diskutieren? Möglich wär’s. ... „verkehrsberuhigende Maßnahmen“ war ursprünglich positiv besetzt: Schließlich soll ja erreicht werden, dass der Verkehr ruhiger fließt. Nachdem allerdings in der Vergangenheit alle möglichen (und unmöglichen) Schikanen auf den Straßen unter der Bezeichnung firmierten, wird Otto Normalfahrer heute hellhörig, wenn vermeintliche Experten diese oder jene „verkehrsberuhigende Maßnahmen“ empfehlen. Dies gilt jedoch nicht für die vorgesehenen (erst einmal auf ein Jahr befristeten) Neuregelungen in der Ebertsheimer Ortsdurchfahrt. Der aktuelle Vorschlag des für die L 395 zuständigen Landesbetriebs Mobilität (LBM) war überfällig: Parker sollen aus dem Großbereich der Kreuzungs-Ampeln verbannt werden. Ab kommendem Frühjahr sollen fast auf der gesamten Strecke Halteverbotsschilder aufgestellt werden. Dadurch wird – da braucht man den einjährigen Test nicht abzuwarten – der Verkehr im Dorf zügiger durchgeleitet. Gerade in den Hauptverkehrszeiten müssen Fahrer, auch bei Grün, hinter einem parkenden Auto stoppen, weil der Gegenverkehr kein Vorbeifahren erlaubt. „Verkehrsberuhigend“ wirkt sich die vor Jahren unter der Bezeichnung eingeführte Parkerlaubnis also nicht aus. Die Lenker der täglich 8000 Fahrzeuge, die die Ortsdurchfahrt nutzen, kennen das nervende Stop-and-go-Hinschlängeln an die Ampel. Die Anlieger auch. Schließlich ist das Anhalten und Losfahren – gerade der Lkw – mit zusätzlichem Lärm verbunden. Bis auf die dortigen Dauerparker werden sich alle auf die Testphase freuen. Vor allem, wenn durch die versetzt angelegten Parkplätze auf der Fahrbahn am Ortseingang aus Richtung Eisenberg erreicht wird, dass nicht mehr so schnell in den Ort hineingedonnert wird. Noch sind einige Treffen von LBM und Bauausschuss der Gemeinde notwendig, um die Details der Testphase festzulegen. Vielleicht kommt ja auch einer auf die Idee, dass die Ampeln nicht nur von 20 bis 5 Uhr mangels Verkehrsregelungs-Bedarf, sondern auch am Samstag und Sonntag abgeschaltet werden. Denn wer schon einmal am Wochenende an die Ebertsheimer Kreuzung gefahren ist und gefühlte Ewigkeiten bei Rot gestanden hat – ohne dass irgendein Fahrzeug in Sicht war – der weiß: Auch eine Ampel muss nicht immer beruhigend sein.

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