Grünstadt Leininger Nachlese:

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... Verwaltungsreform im Leiningerland verfolgt, liebe Leserinnen und Leser, fühlt sich ein bisschen an einen Kindergarten erinnert. Es geht schlicht und einfach darum, dass die Verbandsgemeinde Hettenleidelheim aus wirtschaftlichen Gründen mit der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land zusammengehen soll. Und es geht darum, dass es vermutlich auch sinnvoll ist, wenn sich die Stadt Grünstadt als Zentrum der Region der künftigen großen Kommune anschließt – in welcher Form auch immer. In der Öffentlichkeit aber streiten sich die Protagonisten darüber, wer denn Schuld daran ist, dass die beiden VG zuerst versuchen, ihre Verwaltungen in nur wenigen Monaten sinnvoll zusammenzuwerfen. Und dass sich die Stadt dann anschließt, wenn es in den Rädern des neuen Gebildes nicht mehr allzu laut knirscht. Darüber wird vergessen, dass genau dies der vernünftigste Weg ist, weil Verbandsgemeinden ähnliche Strukturen haben und deshalb leicht(er) zusammenfinden sollten. Und dass eine vernünftige Lösung für die Bürger im Fokus stehen muss! Ob der fromme Wunsch des Hettenleidelheimer Rathauschefs Karl Meister „in Ruhe arbeiten zu können“, erfüllt wird? Auch Landrat Ihlenfeld muss Kritik an seinem Besuch in Mainz (siehe Artikel) akzeptieren. Er kennt die Mechanismen der Politik. Durch offensive Information hätte er einer unproduktiven Diskussion zuvorkommen können. ... haben die Chance ausgiebig genutzt, mit dem Mittelaltermarkt zum 1250. Ortsjubiläum erfolgreich für das „Dorf im Grünen“ zu werben. Die perfekte Organisation und die tolle Stimmung unter den mehreren tausend Besuchern werden sicherlich in Zukunft ihre Früchte tragen. Denn sowohl Aussteller als auch Gäste haben sich „sauwohl“ in Ebertsheim gefühlt. Beispiele: Etliche (auch auswärtige) Teilnehmer des mittelalterlichen Umzugs haben erklärt, dass sie auch am Kerweumzug teilnehmen wollen. Der Betreiber der am Mittelaltermarkt aufgebauten „Giftküche“ will „wegen der tollen Leute hier“ auch an der Silvesterparty der Gemeinde einen Essens- und Getränkeausschank übernehmen. Und nicht wenige auswärtige Gäste haben sich mit den Worten verabschiedet: „Aller dann, bis zu de Ewertsemmer Kerb.“ Väter dieses Erfolges gibt es sicherlich viele: ob Organisator und Marktleiter Joerg Schifferstein, Ortsbürgermeister Bernd Findt mit den Beigeordneten und dem (fast komplett mitmachenden und -helfenden) Gemeinderat, die Gemeindearbeiter und das sogenannte „A-Team“ (ehrenamtliche Helfer der Gemeinde), um nur einige zu nennen. Es waren aber auch vermeintliche Kleinigkeiten, die für das stimmige Fest wichtig waren. So haben die Feuerwehrleute über die zwei Tage das Parken überwacht, den Umzug abgesichert und wie ganz selbstverständlich unverdrossen das Gelände für die Kanoniere gewässert. Keine Frage war es auch für den TSV Ebertsheim, das Fest zu unterstützen: Alle der an die 100 campierenden Mittelalter-Fans konnten kostenlos im Vereinsheim duschen. Vielleicht haben einige Ebertsheimer durch die positiven Reaktionen der Auswärtigen über für sie Selbstverständliches jetzt auch gemerkt, dass sie auf vieles in ihrer Dorfgemeinschaft stolz sein können. Bleibt zu hoffen, dass die zu spürende Euphorie auch nach dem Jubiläumsjahr anhält ... ... Weinfest ist offensichtlich so erfolgreich, dass es gar nicht groß beworben werden muss. Das ehemalige Stadtratsmitglied Peter Herbst jedenfalls hat gestern zu Recht kritisiert, dass an keinem der Stadteingänge Hinweisschilder auf das Fest zu sehen sind. Keine Plakate, kein über die Straße gezogenes Banner - nix. Herbst findet das beschämend. Wie man als Durchfahrts-Gemeinde punkten kann, hat unlängst Ebertsheim gezeigt. Da hat der Sportverein „selbstverständlich“ seine Ständer zum Plakatieren für den Mittelaltermarkt zur Verfügung gestellt. Und der Jung-Ebertsheimer Jens Hummel „selbstverständlich“ das einzige Fenster in seinem Zimmer im Eckhaus an der werbewirksamen Kreuzung wochenlang von einem Mittelaltermarkt-Banner zuhängen lassen. So weit müssten die Grünstadter ja nun nicht gehen, aber ein bisschen Werbung täte dem Weinfest gut. Auch wenn vielen Einheimischen – so auch uns – die fehlende Bewerbung gar nicht aufgefallen ist, weil man eben weiß, dass am letzten Juli-Wochenende Grünstadter Weinfest ist. Es gibt aber genügend Auswärtige, die’s nicht wissen und jeden Tag Richtung Autobahn fahren.

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