Leiningerland
Landtagswahl: Felix Eichner kandidiert für die Klimaliste
Der Kleinkarlbacher, der die MSS 12 des Leininger-Gymnasiums in Grünstadt besucht, hat sich trotz der erschwerten Corona-Bedingungen, unter denen er sich auf das Abitur im kommenden Januar vorbereitet, zu einer Kandidatur entschlossen. „Irgendjemand muss es ja machen und den Mut aufbringen, auch mal einen großen und eher ungewöhnlichen Schritt zum Wohl aller zu wagen“, meint er.
Mit Blick auf das Lernpensum in der Oberstufe brauche man dafür ein gutes Zeitmanagement und viel Motivation. Dabei helfe ihm auch die aktuelle Situation: „Durch den Shutdown sind viele Ressourcen frei, die sonst beispielsweise durch Sport belegt sind.“ Eichner ist Jugendleiter beim Deutschen Alpenverein und Mitglied der Naturfreunde.
Wöchentlich etwa 20 Stunden engagiert er sich für die Klimaliste. Darüber hinaus ist Eichner seit mehr als zwei Jahren für die Fridays-For-Future-Bewegung aktiv, nimmt vielerorts an Demonstrationen teil, organisiert auch selbst welche und hält dabei Reden.
Felix Eichner hat keine Zeit zu verlieren
Die Bundespolitik werde derzeit von Menschen geprägt, die über 50 seien. „Wir brauchen Generationengerechtigkeit. Dabei müssen die Stimmen und Interessen von allen, vielleicht auch der noch nicht Geborenen, beachtet werden“, sagt der Schüler. Es müsse alles getan werden, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Um das zu erreichen, hat seine Wählergruppe gemeinsam mit rund 50 Wissenschaftlern einen knapp 150-seitigen Klimaplan entwickelt.
„Die Zeit drängt“, erklärt Eichner, warum er, gleich nachdem er im November volljährig wurde, die Chance genutzt hat, sich zur Wahl zu stellen. Schon als er Kind war, sei der Klimawandel überall Thema gewesen – in der Familie, in der Schule und in den Medien. „Die Zusammenhänge waren für mich schon früh gut zu verstehen. Doch je älter ich wurde, desto mehr war ich verwirrt. Denn die Klimakrise blieb medial präsent mit immer ähnlichen Meldungen, die aber zunehmend schlimmer wurden, und ich fragte mich, warum eigentlich niemand etwas tat.“
Um wenigstens in der Region auf die Problematik aufmerksam zu machen, bringt sich Eichner, der im Alltag mit dem Fahrrad unterwegs ist und sich vegetarisch ernährt, sehr aktiv bei Fridays For Future ein. „Durch Corona ist der Klimawandel zwar in den Hintergrund getreten, aber die Pandemie zeigt, dass die Bewältigung einer Krise möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen und auf die Wissenschaft hören“, sagt er.