Grünstadt Kurswechsel an Weißer Grube

Kurswechsel in Sachen Sanierung des Empfangsgebäudes an der Weißen Grube in Imsbach: Diese hat sich als deutlich aufwendiger als gedacht herausgestellt. Nun sollen Pläne erstellt werden, wonach die Grillhütte, Sanitäranlagen und ein Empfangsgebäude mit Kiosk auf dem in der Nähe gelegenen Parkplatz im Langental zusammengelegt werden. Dort könnte auch ein Spielplatz und letztlich das „Tor zur Bergbauerlebniswelt“ entstehen.
„Es wäre ein Fass ohne Boden“, sagt Rudolf Jacob, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Winnweiler, zu einer Sanierung des Grubenhauses. Ideen dafür gab es: Der enge vordere Raum, in dem Besucher bislang Helme und Kittel erhalten, sollte zum offenen Eingangsbereich umgestaltet werden. Dort sollte es dann neben Eintrittskarten auch Bergbau- und Merchandising-Artikel geben. Der bisherige Gast- sollte zum Ausstellungsraum umfunktioniert werden, in dem wartende Gäste auf einem Bildschirm mit Filmen über die Gruben, die Ortsgemeinde oder andere Themen informiert werden sollten. Zur Führung hätte die Gruppe das Gebäude durch den hinteren Ausgang verlassen sollen. Der Verkauf von Speisen und Getränken sollte über ein Fenster nach draußen erfolgen, der Gastraum hätte auf die – dann überdachte – Veranda verlagert werden sollen. Auch war vorgesehen, die gastronomischen Angebote auszuweiten. Da gab es das erste Problem: die Zubereitung von Speisen, denn Frischwasser fehlt direkt an der Grube. Jetzt hat sich überdies herausgestellt, dass das Gebäude in einem viel schlechteren Zustand ist als gedacht – und eine Sanierung viel teurer werden würde. So kam vom Architekturbüro Alexander Blanz aus Landstuhl der Vorschlag, ein solches Empfangsgebäude auf dem Parkplatz Langental mit der Grillhütte und den sanitären Anlagen zu verbinden. Dort sollten ohnehin die Toiletten erneut werden. Das bisherige Grubenhaus würde dann als Lager, Werkstatt und Unterstellmöglichkeit genutzt werden. „Dort unten hätte man fließendes Wasser“, nennt der Imsbacher Ortsbürgermeister Ingo Müller einen der Vorteile. Und aus Sicht von Rudolf Jacob gibt es noch weitere: Auch der an der Weißen Grube geplante Spielplatz könnte nach unten an den Platz verlegt und so zudem von den Gruppen genutzt werden, die den benachbarten Zeltplatz nutzen. Zudem gehen laut Jacob die Überlegungen noch einen Schritt weiter: Über den gerade fertiggestellten Radweg zwischen Winnweiler und Imsbach könnte man durch das Langental, über den Hahnweilerhof, Steinbach und Dreisen einen Radweg-Lückenschluss vom Alsenztal ins Zellertal schaffen. Genau an diesem Radweg liege dann künftig das „Tor zur Bergbauerlebniswelt“ im Langental – mit Spielplatz, Empfangsgebäude und Kiosk. „Ich denke, das wird dann sicherlich mehr genutzt“, so der Bürgermeister. Derzeit werden Fördermöglichkeiten für den Radweg geprüft. Auch müsse da mit Grundstückseigentümern gesprochen werden, was die Strecke betrifft – unter anderem Forst und Ortsgemeinde Börrstadt. „Wir müssen schauen, wie man so etwas finanziert kriegt“, so Jacob. Die Finanzierung ist ein Thema, was die Maßnahme im Langental betrifft. Laut Jacob gibt es einen Deckel bei 350.000 Euro. Aus gutem Grund: Das ist die Höchstsumme bei Leader-Projekten. Und genau in dieses EU-Förderprogramm, bei dem Zuschüsse von mindestens 75 Prozent der Kosten erhofft werden, will man aufgenommen werden. In den Kosten enthalten sind Modernisierungsmaßnahmen in und an der Weißen Grube: ein modernes Beleuchtungskonzept, eine Art Empore in einem derzeit ungenutzten Abschnitt, der zum Veranstaltungsraum umgestaltet werden soll, oder Stationen im Außenbereich, an denen die Weiterverarbeitung von Erzen gezeigt wird. Ursprünglich waren für das Projekt 214.000 Euro veranschlagt. Jacob kann sich durchaus vorstellen, dass die Mehrkosten nicht an der Ortsgemeinde hängen bleiben. Zum einen gebe es von der Sparkasse Donnersberg eine Spende für diese Maßnahme. „Da in diesem neuen Konzept auf dem Parkplatz im Langental auch Maßnahmen vorgesehen sind, die den Jugendzeltplatz attraktiver machen, könnte ich mir vorstellen, dass die Verbandsgemeinde die restlichen Mehrkosten übernimmt“, berichtet der Bürgermeister. Das allerdings müsse noch mit den VG-Gremien abgestimmt werden. Der Anteil der Verbandsgemeinde läge bei einer 75-prozentigen Leader-Förderung dann bei 22.500 Euro. Einen ersten Schritt hat der Imsbacher Ortsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung getan und das Architekturbüro Blanz für die Summe von 11.000 Euro mit der Planung beauftragt. „Wir müssen sehen, was dabei herauskommt“, sagt Jacob. In der Sitzung hatte Ratsmitglied Wolfgang Holtkamp auch vorgeschlagen, einen Wohnmobilstellplatz im Langental zu errichten. |ssl