Ramsen RHEINPFALZ Plus Artikel Krötenzaun zerstört: Was gegen eine Spontan-Attacke spricht

Herasugerissen: Krötenzaun an der Landesstraße von Ramsen in Richtung Enkenbach-Alsenborn.
Herasugerissen: Krötenzaun an der Landesstraße von Ramsen in Richtung Enkenbach-Alsenborn.

Naturschützer rechnen damit, dass nun Hunderte Kröten überfahren werden. Denn in der Nähe des Eiswoogs bei Ramsen hat jemand in der Nacht auf Freitag einen Amphibienzaun zerstört. Was dabei gegen Spontan-Vandalismus und für eine geplante Tat spricht.

Eine böse Überraschung erlebte Ruth Wölke, als sie am frühen Freitagmorgen an den Eiswoog kam. Die Naturschützerin ist Hauptverantwortliche des Nabu Eisenberg/Leiningerland für die Amphibienrettung, wollte Kröten an der Schutzbarriere entlang der L395 aus den Eimern holen und ins Gewässer bringen. Doch sie musste feststellen: „Der Zaun, der rechts an der Landstraße für die Hinwanderer zum See aufgestellt worden war, war mit Gewalt komplett aus der Erde herausgezogen worden. Teile des Zauns sowie ein Schild, das auf die Krötenwanderung hinwies, sind verschwunden.“

Verräterisches Seil

Dass es hier um Spontan-Vandalismus – etwa durch betrunkene Jugendliche – geht, hält sie für unwahrscheinlich. Denn der Zaun sei fest im Boden verankert gewesen, man habe ihn nur mit hohem Kraftaufwand beseitigen können. „Auch das Schild, das verschwunden ist, kann nicht einfach aus dem Boden gezogen werden. Und das Teil des Zauns, das verschwunden ist, ist vermutlich mit einem Fahrzeug weggebracht worden“, sagt die Naturschützerin und ergänzt: „Es wurde ein Seil mit einer Schleife gefunden, das eventuell zum Herausziehen benutzt worden sein könnte.“

Besonders schlimm sei der Vorfall für die vielen Hundert Kröten und anderen Amphibien, die gerade jetzt, wenn die Temperaturen steigen, zu ihren Laichgewässern wandern und dabei die Landstraße überqueren müssen. „Den Zaun, der ihnen Schutz bot, mussten wir schweren Herzens abbauen, was aber zur Folge haben wird, dass viele Amphibien überfahren werden“, sagt Wölke. „Wir verstehen nicht, wer so sinnlos Eigentum anderer zerstört und damit auch noch das Leben zahlreicher Amphibien aufs Spiel setzt“.

Böse Erinnerungen geweckt

Die Naturschützerin ergänzt: „Wir hatten ja schon vor drei Jahren einen Vorfall auf dem Gelände, der zur Anzeige gebracht wurde, wegen Bedrohung und Beleidigung unserer Amphibienschützer – und jetzt das.“ Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung und Diebstahl.

Kontakt

Hinweise per E-Mail an info@NABU-Eisenberg-Leiningerland.de oder telefonisch, 06351 6556 sowie 06351 398535.

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