Grünstadt
Kreiskrankenhaus: Wie der Standort erhalten werden soll
Mit den Jahren sind immer mehr Pkw-Stellflächen rund um das Kreiskrankenhaus Grünstadt geschaffen worden. Zum Beispiel wurden 2007 und 2010 im Westen 142 zusätzliche Parkplätze angelegt. Zuletzt kam 2019 noch ein geschottertes Areal hoch oben in den Weinbergen dazu. Dennoch haben Mitarbeiter, Patienten und auch Besucher oft Schwierigkeiten, eine Parklücke zu finden. „Die Situation ist suboptimal. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden“, verdeutlichte Verwaltungsdirektor Markus Kieser dem Grünstadter Ausschuss für Stadtplanung, Umweltschutz und Landschaftspflege die Situation.
Vorgesehen sei nach dem Entwurf eines Ingenieurbüros, weitere 56 Stellplätze zu schaffen – auf einem Gelände westlich des bisherigen Parkplatzes. Dieser liegt der Klinik am nächsten und hat markierte Flächen für 47 Fahrzeuge. Der neue Parkplatz soll eine eigene Ein- und Ausfahrt über die Straße Am Bergel erhalten. Der Schallschutz zur benachbarten Wohnbebauung soll durch ein durchgehendes Carport über den 22 nördlichen und östlichen Stellplatzreihen hergestellt werden. Das Dach soll begrünt und mit einer Photovoltaikanlage versehen werden. Zudem soll die Bepflanzung mit Gehölzen Lärm reduzieren.
Schotterplatz ist keine Dauerlösung
„Das Projekt hatten wir schon vor Corona angedacht, aber dann sanken die Fallzahlen und damit auch der Bedarf an Parkraum“, erzählte Kieser. Die Interimslösung in den Wingerten, wo eine Fläche eingeebnet und mit Schotter versehen wurde, sei mit Blick auf den Hochwasserschutz eher ungünstig. Deshalb solle ein dauerhafter Ersatz in geringerer Entfernung vom Kreiskrankenhaus hergerichtet werden.
Auf Nachfrage von Sebastian Baierl (SPD) erklärte Kieser, dass die vorübergehende Parkmöglichkeit „theoretisch“ Platz für rund 55 Autos hat. Da das Gelände aber relativ weit ab liege und keine Stellplätze eingezeichnet seien, sodass nicht raumsparend geparkt werde, käme man „selbst in Stoßzeiten“ nur auf etwa 30 Nutzer. Karlheinz Schneider (FWG) wollte wissen, was mit dem Schotterareal passiert, wenn der neue Parkplatz in Betrieb geht. Kieser sagte, dass das Gelände alljährlich neu als Parkfläche beantragt werden müsse und wenn sie nicht mehr gebraucht werde, baue man sie zurück.
Bettentrakt soll aufgestockt werden
Aber nicht nur an Parkplätzen mangelt es an der Grünstadter Klinik, die 2017 ihr 50. Jubiläum gefeiert hat. „Die Gebäudestruktur ist 57 Jahre alt. Wir haben immer noch Drei- und Vierbett-Zimmer, der heutige Standard sind aber Doppelzimmer“, so Kieser. Auch sei die Nasszellensituation dringend verbesserungswürdig. Zwingend müsse darüber hinaus die Notfallambulanz erweitert werden. Vorgesehen sei, ein interdisziplinäres Notfallzentrum zu schaffen, in dem dann auch die Röntgenabteilung untergebracht wird. Letztere befindet sich aktuell im zweiten Obergeschoss, was auch nicht mehr dem modernen Standard entspricht.
Es ist geplant, den Bettentrakt des Krankenhauses um eine Etage aufzustocken. „Die Kliniken in Deutschland stehen vor einer großen Reform“, erinnerte der Verwaltungsdirektor an die Pläne von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Vor diesem Hintergrund betonte er: „Wir wollen auch in Zukunft erster Ansprechpartner für die Bevölkerung bleiben.“ Um den Standort zu stärken, solle „zielgerichtet investiert“ werden. Wie viele Millionen Euro verbaut werden sollen, könne er noch nicht sagen. Auf RHEINPFALZ-Nachfrage erklärte der 54-Jährige: „Wir sind mitten in der Machbarkeitsstudie. Die Kostenermittlung erfolgt noch.“
Aber was ist mit dem Ärztehaus?
Das rheinland-pfälzische Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit sehe die Notwendigkeit der geplanten Maßnahmen. Eine Delegation habe sich vor Ort ein Bild davon gemacht, berichtete Kieser. Ein Antrag auf die Umsetzung von Sanierung und Erweiterung sei gestellt. Der Umbau im Bestand werde sich über etliche Jahre hinziehen.
Im Dezember 2016 hatte Kiesers Amtsvorgänger Udo Langenbacher angekündigt, dass ein Ärztehaus für sechs Praxen in den Weinbergen errichtet werden soll. Gregor Grzonkowski (SPD) erkundigte sich nach der Verwirklichung dieses Vorhabens und danach, ob es da Wechselwirkungen mit den Erweiterungsplänen gebe. Kieser sagte, das Projekt Ärztehaus sei aufgrund mangelnder privater Investoren zurückgestellt.
Bebauungsplan wird aufgeteilt
Aufgabe des Planungsausschusses war es, dem Stadtrat zu empfehlen, den Geltungsbereich des 2008 aufgestellten und 2017 vor dem Hintergrund des geplanten Ärztehauses erweiterten Bebauungsplans „Am Bergel“ in zwei räumliche Bereiche zu teilen. Der Abschnitt eins soll eine Fläche von circa 2200 Quadratmetern für den neuen Parkplatz umfassen und Abschnitt zwei den gesamten verbleibenden Rest des rund 1,6 Hektar großen Areals. Die Verwaltung wird beauftragt, die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit vorzubereiten. Diesem Beschlussvorschlag folgten die Mitglieder des Gremiums einstimmig.