Grünstadt Konzert ein echter Volltreffer

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Gute Musik ist das, was man draus macht – am Samstag haben die fünf Musiker von Radio Europa aus der Musik verschiedener Völker und Ethnien ein Best of gemacht, eine Rundreise durch den Kontinent veranstaltet und dabei ein gut gelauntes Publikum mitgenommen.

Was Radio Europa spielt, ist im weitesten Sinn Weltmusik, reduziert, wie bereits erwähnt, auf den europäischen Raum. Wobei das Spektrum extrem breit ist und vom französischen Musette-Walzer über schottische Melodien bis hin zur slowenischen Polka reicht. Dazwischen bekommt der Zuhörer eine satte Ladung Jazz, erlebt Abstecher zu Mozart oder Beethovens berühmten Werken und hat dennoch stets den Eindruck, hier wird eine runde Sache geboten und ein stimmiges Konzept umgesetzt. Schlagzeuger Roland Duckarm nimmt das Publikum vom ersten Stück an voll mit. Zwei Schilder dienen als gekonnter Moderationseinstieg. Mit den beiden kleinen Tafeln, die er immer mal wieder in der Anfangsphase des Konzerts hochhebt, signalisiert Duckarm, welche Form von Applaus er gerade für seine solistisch agierenden Kollegen erwartet. Die Zuhörer übernehmen das schnell, der Gag kommt an, die Musik sowieso. Früh wird deutlich, dass hier fünf Vollblutmusiker auf der Bühne stehen, die alle Meister ihres Fachs sind, dennoch hebt sich Jörg Widmoser noch etwas von diesem hohen Level ab. Der Frontmann ist auch mit dem Modern String Quartett bereits auf Einladung des Kulturvereins Grünstadt in der Region zu hören gewesen. Er setzt Maßstäbe bei den Interpretationen und den Soli. Das alles scheint ihm spielerisch leicht von der Hand zu gehen. Sein heiteres Spiel wirkt auf Zuhörer und Musiker gleichermaßen. Ebenso hochstehend agiert Andreas Wiersich an der Gitarre, der sich häufig mit Widmoser abwechselt. Zum Publikumsliebling wird auch Wolfgang Lell am Akkordeon, der so wirkt, als sei er beim Spiel der Welt ein wenig entrückt, der aber seinem Instrument überaus virtuos ansprechende Klangfolgen entlockt, die zeigen, dass Akkordeon sehr viel mehr bieten kann als Volkstümliches. Fünfter Mann ist Alexander Bayer am Bass, Basisgeber für sein Team, aber dennoch ab und an solistisch im Vordergrund – und immer dann leistet er Großartiges, gleich ob mit dem Bogen oder der Hand, er hat sein Instrument perfekt im Griff. Die fünf Musiker begleiteten, gern auch mal im 11/8-Takt, die Zuhörer durch Europa, bietet eine Eigenkomposition von Bayer mit dem Titel Becherowka (nach einem Kräuterlikör) oder entführen mit einer finnischen Märchenvertonung in die Tangoszene des hohen Nordens. Dazwischen gibt es von Duckarm noch percussionistisches auf Blumenvasen. Dem Kulturverein ist mit diesem Konzert im Hof des Weinguts Grün wieder ein Volltreffer gelungen. (jös)

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