Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Kirchheim: FDP-Urgestein Henner Kunz erklärt Parteiaustritt

Henner Kunz
Henner Kunz

FDP-Urgestein Henner Kunz hat am Donnerstag erklärt, dass er aus der Partei austreten wird. Er ziehe damit die Konsequenzen aus dem Verhalten der Freien Demokraten im Thüringer Landtag. Der Kirchheimer sagte gegenüber der RHEINPFALZ: „Ich bin entsetzt. Dass man sich von einer Partei mit nationalsozialistischem Hintergrund zum Ministerpräsidenten wählen lässt, ist für mich ekelhaft und charakterlos.“

Der 79-jährige frühere Gymnasiallehrer ist das Gesicht der FDP im Leiningerland, für die er seit 20 Jahren im Verbandsgemeinderat sitzt. Bis 2007 war er Vorsitzender des FDP-Gemeindeverbands Grünstadt-Land, im Kreisverband der Freien Demokraten ist er seit vielen Jahren Beisitzer. In seiner Heimatgemeinde Kirchheim war er von 1994 bis 1999 Ortsbürgermeister und bis 2019 Ratsmitglied (Kirchheimer Liste).

Für ihn sei die FDP die Partei der Freiheit, der Demokratie und der Bürgerrechte gewesen. „Was ist daraus geworden?“, fragt er. Die FDP sei auf dem besten Weg zur 0,0-Prozent-Partei, ihr Vorsitzender Christian Lindner sei ein Selbstdarsteller, übt Kunz harte Kritik. Als die FDP 2017 die Koalitionsgespräche mit CDU und Grünen platzen ließ, habe Lindner argumentiert: „Lieber nicht regieren als schlecht regieren.“ Und nun schäme sich die FDP nicht, einen Pakt mit der AfD einzugehen. Kunz: „Das ist unfassbar!“ Damit werde den Nazis Tür und Tor geöffnet.

So gehe die Demokratie vor die Hunde, sagt Kunz zum Verhalten der Thüringer FDP-Landtagsfraktion. Ihr und dem neuen Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich wirft er vor, machtgeil zu sein. „Kemmerich hätte sagen müssen, dass er die Wahl nicht annimmt.“ Dass die Thüringer FDP am Donnerstag ankündigte, den Weg für Neuwahlen freizumachen, ändere nichts an seinem Entschluss, die Partei zu verlassen. Sein Mandat im Verbandsgemeinderat werde er behalten. Er sei als Henner Kunz gewählt worden, nicht wegen der FDP, sagt er.

Am Freitag werde er noch einmal zum Kreisparteitag der FDP gehen und seine Meinung sagen, kündigt Henner Kunz an, dem seine Empörung, aber auch seine Erschütterung deutlich anzumerken sind. Insgesamt sieht er schwarz für die Partei: „Viele sind jetzt ausgetreten. Da tut sich was.“

x