Grünstadt Kaiserslautern: Violinist Christian Kim Sitzmann kehrt für Konzert heim
Für ein Benefizkonzert für behinderte Künstler in Nordkorea kehrt der Geiger Christian Kim Sitzmann für einige Tage in seine Heimat zurück: Mittlerweile unterrichtet Sitzmann an der Kangnam-Universität in Südkoreas Hauptstadt Seoul. Besuche in der Pfalz sind allerdings nicht selten: Die Eltern leben in Kaiserslautern, wo der Vater an der Technischen Universität eine Professur für Chemie innehat.
Für das Konzert am Freitag, 19. Juli, um 18 Uhr in der Stiftskirche hat Sitzmann zusammen mit seinem früheren Studienkollegen aus Karlsruher Studienzeiten, Nelson Coutinho am Klavier, aus der Romantik die großen Sonaten von Johannes Brahms und Cesar Franck ausgewählt. Dazu von Maurice Ravel die Rhapsodie „Tzigane“ und schließlich das Bravourstück für Violine solo von Nathan Milstein, betitelt „Paganiniana“.
Der 1986 in Boston geborene und in Kaiserslautern aufgewachsene Geiger repräsentiert den kosmopolitisch gesinnten Künstler, der mit bereits zehn Jahren als einer der jüngsten Pre-College-Studenten an der Musikhochschule Saarbrücken eingeschrieben war. Nach dem in Karlsruhe erworbenen Diplom der Künstlerischen Ausbildung 2010 erhielt er 2013 den Master of Music von der Yale-Universität in den USA im Hauptfach Geige und schloss 2017 den Studiengang „Konzertexamen“ an der Musikhochschule Detmold ab.
Musiker schwärmt von Konzert-Bedingungen in Seoul
Aktuell arbeitet er an seiner Dissertation, lehrt aber parallel bereits seit 2017 in Seoul die Fächer Violine und Bratsche in einer Festanstellung. Dabei betreut er pädagogisch sechs Studenten im Fach Geige und vier im Fach Bratsche, bereitet zusätzlich sechs auf die Aufnahmeprüfung vor. Darüber hinaus konzertiert Sitzmann solistisch und kammermusikalisch und schwärmt besonders von den idealen Rahmenbedingungen der Metropole Seoul: Von 40 Millionen Einwohnern des Landes Südkorea lebe allein die Hälfte dort und finde in mehreren Konzertsälen mit bis zu 2300 Plätzen und einem Opernhaus mit ebenfalls über 2000 Plätzen paradiesische Verhältnisse vor.
Der Kontakt zu der solche Benefizkonzerte initiierenden Kinsler-Stiftung wurde begünstigt durch Sitzmanns aus Nordkorea stammenden Mutter Jamie – übrigens eine Konzertpianistin. Die hatte sich umfassend über die Einrichtungen für Behinderte informiert. Christian Kim Sitzmanns Mutter arbeitet intensiv mit der Kinsler-Stiftung zusammen: 1998 hatte sie begonnen, Waisenkinder und Behinderte in Nordkorea zu unterstützen. Diese Stiftung wird von Nordkoreas Regierung akzeptiert.
Sitzmanns planen, mit der Stiftung ein Ensemble aus behinderten Künstlern aus Nordkorea nach Deutschland einzuladen. Christian Kims Schwester Nora ist ebenfalls beeinträchtigt. Sie hat das Down-Syndrom und arbeitet bei der Lebenshilfe im Brauhaus der Gartenschau. Daher liegt die Unterstützung solcher Vorhaben der Familie besonders am Herzen. Der Eintritt für das Konzert ist frei, es wird eine Spende erbeten.