Kirchheim
Jubiläumsfest des Heimatvereins gut besucht
Die traditionellen Aufgaben des Kirchheimer Heimatvereins umfassen das Aufstellen des Maibaums. Der wurde zunächst im Gemeindewald Kirchheim geschlagen und dann am Samstagmorgen an seinen Bestimmungsort gebracht. Die Eröffnung des Festwochenendes war am Nachmittag, am Abend gab es dann Livemusik der Band „Gitarrenkombo Vogelfrei“.
„Unser Fest war so gut besucht, dass der Platz am Samstagabend voll war“, erzählt Bernd Schmidt, der Vorsitzende des Heimatvereins. Es sei viel getanzt, viel gelacht und viel gegessen worden: „Wir hatten bereits am Samstagabend unseren Etat von Bratwurst aufgebraucht und mussten nachkaufen. Beim Speisenangebot haben wir auf regionale Waren gesetzt, die es zu familienfreundlichen Preisen gab“, erzählt Schmidt. Tische und Bänke waren um den Maibaum platziert, der stolz den Platz schmückte – anders als im vergangenen Jahr. „In den letzten zwei Jahren wurde uns der Maibaum zweimal nachts abgesägt“, erinnert sich Felix Pfeiffer vom Kirchheimer Kerwekomitee (KKK).
Zweimal wurde der Maibaum umgesägt
2021 sei dies in den frühen Morgenstunden von Uwe Neunzling, Mitglied des Heimatvereins, bemerkt worden, der kurzentschlossen Bernd Schmidt, den Vorsitzenden, anrief und den Baum dann gemeinsam mit ihm etwas kürzte, damit sie ihn alleine – ohne Kran – wieder aufstellen konnten. „Die Besucher haben fast nichts gemerkt“, meint Neunzling verschmitzt. 2022 sei der Maibaum, dessen Kranz aus Solidarität mit der Ukraine in deren Nationalfarben Blau und Gelb gehalten war, tatsächlich erneut abgesägt und von den Organisatoren aus Protest und als Mahnmal liegengelassen worden.
„Damit uns das dieses Jahr nicht wieder passiert, haben wir vorgesorgt“, verrät Pfeiffer. Mit sieben seiner Komitee-Kollegen habe er den Maibaum an zwei Nächten bewacht. „Wir sind nachts im Einsatz und tagsüber trotzdem voll da, machen beispielsweise beim Wikinger-Schach mit“, erzählt er. „Reden wir allerdings mal nicht vom Montag, wenn wir zwei Nächte durchgemacht haben.“ Aber der Heimatverein werde ja nur einmal 60 Jahre und „für uns ist es eine gute Probe für die Kerwe“.
Zwölf Teams beim Wikinger-Schach
Das Wikinger-Schach, auch Kubb genannt, war ein Höhepunkt am Erlebnis-Sonntag. Im Hof des Diffiné-Hauses wurden dafür drei Spielfelder aufgebaut. Die Spieler müssen beim Kubb versuchen, die Holzklötze der Gegenpartei mit Wurfhölzern umzuwerfen oder zu „fällen“. Der König, der in der Mitte des Spielfelds steht, muss zuletzt getroffen werden. Wer zuerst alle Holzklötzchen der Gegenpartei und den König getroffen hat, gewinnt das Spiel.
Die Vereine waren am Sonntag engagierte Teilnehmer: Teams bildeten etwa der Männergesangverein, die Kindertagesstätte, das KKK, der Sportverein Kirchheim, die Kalkuttahilfe, das Team Hoffnungsland sowie die Eckbachkrischer, die in ihren Kostümen zum Fest kamen. „Es gibt zwölf Mannschaften mit zwei Spielern, die in fünf Runden gegeneinander antreten müssen“, erklärte Bernd Webel, der Oberwikinger und Koordinator des Spiels.
Der Verein hat viele junge Mitglieder
Viele Jugendliche boten zudem an eigenen Ständen diverse Geschicklichkeitsspiele und Attraktionen für Kinder an: Da gab es beispielsweise das Bobby-Car- und Pedalo-Rennen, das Tor-Schießen, das Ball-Werfen und das Kinderschminken sowie einen Stand mit Bilderrätseln.
Das angekündigte Feuerwerk wurde von der Kreisverwaltung wegen einer Brutkolonie von Saatkrähen in unmittelbarer Nähe nicht genehmigt. Kurzerhand wurden deshalb 320 Wunderkerzen gekauft, die an die Besucher verteilt und bei Einbruch der Dunkelheit abgebrannt. „Wir haben 60 Jubilare persönlich eingeladen, die mehr als 25 Jahre im Verein sind – darunter unser Gründungsmitglied Manfred Krauß“, erzählt Bernd Schmidt. Stolz sei der Verein auf die vielen jungen Mitglieder, die auch während der Corona-Zeit eintraten und großartige Unterstützung leisteten. Kinder von Mitgliedern seien praktisch in den Verein hineingewachsen und übernähmen jetzt selbst Verantwortung.
„Wir leben Gemeinschaft, fördern das kulturelle Vereinsleben und wollen das Miteinander stärken“, sagt Neunzling und ergänzt: „Wir möchten unserer Gemeinde etwas zurückgeben, der Kita, der Schule und auch Privatpersonen.“ Die Hilfe geschehe gerade bei Privatpersonen meist im Stillen, „da brauchen wir kein Publikum und keine Medien – wir sind da, wenn’s drauf ankommt“.