Grünstadt „Jost schließt die Zahn-Lücke“
Auf rund 800 Metern Verkaufsfläche präsentiert Jost jetzt sein erweitertes Wäsche- und Strumpfsortiment für Damen und Herren: von der Bade- und Nachtwäsche im Erdgeschoss bis hin zur Damenwäsche und einem Hauch von Nichts im Ersten Obergeschoss. Vor allem Dessous „brauchen die Intimität und Ruhe außerhalb der Erdgeschosslagen“, erläuterte Firmenchef Steffen Jost das Konzept. Mit launigen Worten ließ er den kurzen Zeitraum vom Kauf der Immobilie Mitte März bis zur gestrigen Eröffnung Revue passieren. Erneut wandte er sich an Bernd Zahn, den Gründer des Modehauses Zahn und damaligen Besitzer der Immobilie. Er sei ein sehr fairer Verhandlungspartner gewesen, auch wenn er mit ihm am 3. März sein bislang teuerstes Mittagessen eingenommen habe, sagte Jost. Denn „zwischen Vorspeise und Hauptspeise“ sei der Kauf des Hauses per Handschlag besiegelt worden. Insgesamt habe das Unternehmen in den Kauf und den Umbau der Immobilie rund zwei Millionen Euro investiert. In dem Bewusstsein, so Jost, dass man an einem „überschaubaren Standort wie Grünstadt mit rund 13.000 Einwohnern“ etwas Besonderes bieten müsse, wenn Kunden aus der Region angesprochen werden sollen. Ziel sei es gewesen, eine Einkaufsatmosphäre zu schaffen, die „das Ausziehen und Anprobieren zur Lust macht“, wie es eine externe Wäscheberaterin ausdrückt. Jost schilderte auch seine Sorge, als der letzte Inhaber des Modehauses Zahn zu Jahresbeginn Insolvenz anmeldete und ein weiterer großer Leerstand in der Fußgängerzone drohte. In dieser Situation habe die Einkäuferin der Damenwäsche, Michelle Christ, „im Vorbeigehen“ vorgeschlagen, aus dem benachbarten Gebäude ein Wäschehaus zu machen: vor dem Hintergrund, dass der Umsatz in den Dessous-Abteilungen von 2013 auf 2014 um 12,5 Prozent gestiegen ist, wie bei anderer Gelegenheit mitgeteilt. Jost informierte, dass das Haus durch die Generalsanierung praktisch zu 60 Prozent neu sei. Man habe den Umbau auch unter den Gesichtspunkt einer „optimalen Energieeffizienz gestellt“. Ein besonderes Augenmerk sei auf die Haustechnik gelegt worden. Als Beispiel nannte Jost die beiden großen Bildschirme, die das Treppenhaus beherrschen: Davon gebe es in ganz Europa lediglich 14 weitere Exemplare. Die Investition in das Wäschehaus sei ein deutliches Signal dafür, dass das Unternehmen an den Standort Grünstadt glaube, betonte Steffen Jost. Es solle auch anderen Mut machen, in die Zukunft zu investieren. Der Erste Beigeordnete Bernhard Ellbrück zeigte sich beeindruckt. „Die Planken in Mannheim werden vor Neid erblassen“, prophezeite er. Auch er hofft, dass weitere Investitionen folgen, damit „tote Augen wieder zu Lichtblicken werden“. Unter anderem von der Großzügigkeit und der Ausstattung der Umkleidekabinen zeigte sich eine Besucherin aus Worms angetan. „Wer probiert da nicht gern an“, sagte sie. Auch Bernd Zahn äußerte sich begeistert über das Wäschehaus. Er gratulierte Steffen Jost schriftlich zu seinem Mut und seinen Visionen. Von ihm stammt auch das Zitat in unserer Überschrift. Zahn äußerte es zum ersten Mal, als der Verkauf seines Hauses an Jost perfekt war.