Grünstadt „Jetzt haben wir einen Schlamassel“

Markus Wolf aus Bad Dürkheim ist Vorsitzender des CDU-Kreisverbands, dem mehr als 1400 Frauen und Männer angehören.
Markus Wolf aus Bad Dürkheim ist Vorsitzender des CDU-Kreisverbands, dem mehr als 1400 Frauen und Männer angehören.

«KIRCHHEIM/BAD DÜRKHEIM.»Markus Wolf ist seit drei Jahren Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Bad Dürkheim. In dieser Funktion war der 38-Jährige auch mit der Situation in Kirchheim beschäftigt. Dort wollten gleich zwei CDU-Männer bei der Bürgermeisterwahl antreten. Die Mitglieder haben sich bei einer Versammlung Anfang November mehrheitlich dafür ausgesprochen, 2019 mit Amtsinhaber Robert Brunner ins Rennen zu gehen. Der Gegenkandidat, Beigeordneter Kay Kronemayer, hat daraufhin den Vorsitz des Ortsverbands abgegeben. Kathrin Schnurrer hat mit Wolf über die spezielle Situation in der Kirchheimer CDU gesprochen.

Eigentlich ist es eine schöne Sache: In einer Partei gibt es zwei Männer, die sich für das Amt des Bürgermeisters interessieren. Was haben Sie unternommen, als Sie hörten, dass das in Kirchheim doch nicht ganz so einfach abgehen könnte?

Natürlich habe ich mit Kay Kronemayer und dem ehemaligen Vorsitzenden Roland Werner telefoniert und versucht, dazu beizutragen, dass man das auch anders klären kann. Aber das war nicht der Fall und jetzt ist es so, wie es ist. Haben Sie vor der Mitgliederversammlung auch mit Amtsinhaber Robert Brunner telefoniert? Nein, mit Herrn Brunner habe ich nicht telefoniert. Seine Entscheidung, dass er wieder kandidieren möchte, war klar. Kay Kronemayer ist als Ortsverbandsvorsitzender der Kirchheimer CDU zurückgetreten, und hat angekündigt, der Partei den Rücken kehren zu wollen. Wie beurteilen Sie das? Das ist schade. Ich kenne ihn schon länger als Aktivposten in der CDU. Aber mehr als miteinander sprechen kann man nicht. Bedauern Sie seinen Rückzug? Natürlich bedauere ich das. Haben Sie nach der Mitgliederversammlung, aus der Robert Brunner als parteiinterner Wahlsieger hervorgegangen ist, auch noch mal mit Kay Kronemayer Kontakt gesucht? Ja, ich habe nach der Versammlung mit Kay Kronemayer telefoniert und ihn gefragt, ob er sich überlegen könnte, dabei zu bleiben und ob er sich überlegen könnte, fünf Jahre zu warten mit seiner Kandidatur. Aber das hat er ausgeschlossen. Wie schätzen Sie die Situation der Kirchheimer Christdemokraten ein? Das ist ein Einschnitt. Eine schwierige Situation. Spannungen sind das eine in einer Partei, aber das hat sich hochgeschaukelt. Jetzt haben wir einen Schlamassel. Wir müssen schauen, dass wir für die Gemeinderatswahlen trotz der schwierigen Situation eine ordentliche Liste für die CDU in Kirchheim aufstellen. Ich kann da zwar mithelfen, aber die Problematik muss vor Ort gelöst werden. Wenn ich Sie frage, ob Sie Robert Brunner oder Kay Kronemayer – falls er antreten sollte – als Bürgermeister-Kandidaten unterstützen würden: Was antworten Sie? Sie werden verstehen, dass Herr Brunner der Kandidat der CDU in Kirchheim ist. Er hat die volle Unterstützung der Kreispartei und von mir persönlich. Er ist bei der Mitgliederversammlung demokratisch gewählt worden. Haben Sie in einem anderen CDU-Ortsverband im Kreis Bad Dürkheim eine ähnlich verzwickte Situation? Zum Glück nicht.

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