Kirchheim
In der Politik wird’s bei Roland Werner ruhiger, an der Platte nicht
Eines kann Roland Werner nicht lassen: Er werde in jedem Fall weiterhin Tischtennis spielen, wenn das Corona-bedingt wieder möglich wird, erzählt der Ex-Beigeordnete der Verbandsgemeinde Leiningerland. Mittlerweile spielt er in der dritten Mannschaft des SV Kirchheim, dem er als Spieler schon über 60 Jahre lang die Treue hält. Auch für die Familie und die Enkel soll endlich die Zeit beginnen, in der sie mehr im Mittelpunkt stehen. Doch so ganz unpolitisch wird das Leben des Roland Werner auch weiterhin nicht verlaufen. „Auf der Ebene der Verbandsgemeinde gehöre ich weiterhin der Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbands und dem Werksausschuss für die Kläranlage in Heßheim an. Als Ausschussmitglied bleibe ich beiden Gremien bis 2024 erhalten“, sagt Werner, der sich in der VG um den Geschäftsbereich Schulen, Sport und Volkshochschule gekümmert hat. In seiner Heimatgemeinde gehört der CDU-Mann dem Gemeinderat an, in dem er bereits seit mehr als 30 Jahren ein Mandat inne hat.
Vor dem Ruhestand im Kreishaus tätig
„Dass ich 2018 überhaupt in der neuen Verbandsgemeinde als Beigeordneter aktiv geworden bin, hing auch mit meiner beruflichen Laufbahn beim Kreis zusammen. Als Leiter der Kommunalaufsicht und der Schulbehörde wollte ich in der neuen Verbandsgemeinde genau in diesem Tätigkeitsfeld unserem Bürgermeister Frank Rüttger beratend zur Seite stehen“, begründet der 71-Jährige, warum er vor drei Jahren das Amt des Beigeordneten anstrebte. Er sah viel Arbeit: „Die Schulen in der ehemaligen Verbandsgemeinde Grünstadt-Land waren schon bei der Gründung der VG Leiningerland alle sanierungsbedürftig. In Kirchheim und Kleinkarlbach bestand Handlungsbedarf, die gesamte Kraft musste dort eingebracht werden“, so Werner. Der im September gefasste Beschluss, Kirchheim als Schulstandort zu erhalten und Kleinkarlbach aufzugeben, sei die vernünftigste Lösung. „Es ist keine Entscheidung gegen die Gemeinde Kleinkarlbach“, betont Werner. In Kleinkarlbach wird das naturgemäß anders gesehen. Wichtig ist ihm jetzt, dass das Kirchheimer Schulhaus ins Eigentum seiner Heimatgemeinde übergeht.
Froh, dass er dabei war
Er ist froh darüber, dass er in der neuen Verwaltung drei Jahre lang seine Erfahrung einbringen konnte. Aus seiner Sicht ist das gelungen: „Wir mussten zwei Verwaltungen zusammenführen, das war eine große Aufgabe, die aus meiner Sicht weitgehend bewältigt ist.“
Regelmäßig hat sich Werner in den vergangenen drei Jahren mit den Schulleitern der Grundschulen in der Verbandsgemeinde getroffen. „Uns ist es gelungen, hier vor allem bei der Ausstattung nachzurüsten, vorwiegend im IT-Bereich. Für die zehn Schulen mit zwölf Standorten werden gerade 200 neue mobile Endgeräte angeschafft und in den nächsten Monaten verteilt. Außerdem ist es uns gelungen, die Betreuende Grundschule Gerolsheim-Laumersheim bis 16 Uhr abzubauen und so den Schulstandort zu sichern“, sagt Werner.
Seit 1989 im Verbandsgemeinderat
31 Jahre und sechs Monate gehörte er dem Verbandsgemeinderat zunächst in Grünstadt-Land an, war dort zehn Jahre Fraktionsvorsitzender und viele Jahre stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU. Kaum ein Ausschuss, in dem Werner nicht aktiv war, Haupt- und Finanzausschuss, Bau- und Werksauschuss-Sitzungen waren sein Pflichtprogramm. Die Abende werden für Werner – mit Ausnahme der Ratssitzungen in Kirchheim – jetzt erst einmal ruhiger. Dennoch bleiben Aufgaben: Der 71-Jährige ist schon seit über 30 Jahren Schöffe am Landgericht Frankenthal und dort nach wie vor aktiv. Bei durchschnittlich sieben Fällen agiert er als ehrenamtlicher Richter. Daneben gehört er immer noch dem Kreisrechtsausschuss als Beisitzer an und wirkt in den überörtlichen Gremien seiner Partei.