Adventskalender Im Schäferhundeverein sind alle Rassen willkommen
Schäferhunde sind neben Dobermännern, Rottweilern, Malinois und Riesenschnauzern besonders prädestiniert für den Schutzdienst, also etwa als gehorsamer Begleiter eines Polizisten, der im Ernstfall einen Täter stellen kann. Bei der rein sportlichen Schutzhund-Ausbildung lernt der Vierbeiner, einen Schutzärmel oder ein Hetzkissen zu erbeuten. „Heutzutage wollen die Leute aber keinen Hund mehr, der beißt“, erläutert die Mutter des Vorsitzenden Judith Koch, die jahrzehntelange Erfahrung als Trainerin hat und eine der drei Übungsleiterinnen im 1973 gegründeten Verein ist. Vielmehr sei der entspannte Familienhund gefragt. „Die letzte Schutzhund-Prüfung in unserem Verein dürfte mindestens zwölf Jahre her sein“, sagt sie.
Dafür gibt es beim SV Kirchheim viele andere, für 50 Euro im Quartal auch für Nichtmitglieder offene, Kurse, die eigentlich keine sind, weil es sich um ständig fortlaufende Angebote handelt. Da wäre zum Beispiel der Integrative Erziehungskurs. „Integrativ deshalb, weil jeder daran teilnehmen kann – vom blutigen Anfänger im Welpenalter bis zum erfahrenen Tier“, erklärt Julian Koch. Dennoch werde individuell auf den einzelnen Hund eingegangen, versichert die Mama.
Mantrailing lastet den Hund gut aus
Ein sehr anspruchsvolles (und auch zeitintensives) Training sei das Mantrailing. Dabei verfolgt der Vierbeiner die Spur eines bestimmten Menschen und führt seinen Halter (und nicht umgekehrt). „Das erfordert höchste Konzentration und Ausdauer“, sagt die 65-Jährige. Das Tier müsse neue Spuren von alten unterscheiden, sich nicht von „störenden“ Gerüchen ablenken lassen und auch mit unterschiedlichen Untergründen klarkommen – ob im Wald, auf der Wiese, im Feld, auf Schotter oder in der Fußgängerzone.
Die Parcours werden mitunter auch indoor angelegt. „Wir sind schon durchs Leininger-Gymnasium in Grünstadt gelaufen“, erzählt Julian Koch, der Mantrailing als gute Beschäftigungsmöglichkeit anpreist, etwa um Jagdhunde, die nicht mit dem Jäger auf die Pirsch gehen, auszulasten. Gut ausgebildet werden Personenspürhunde auch in Rettungshundestaffeln eingesetzt.
Auch Besuchs- und Therapiehunde
Der Verein, der aktuell 32 Mitglieder zählt, hat auch Senioren und eingeschränkte Menschen im Blick. Mit Nadac beispielsweise. Das ist ein für beide Seiten schonendes Agility, bei dem der Hund nicht springen muss und das Herrchen ihn aus der Ferne führt, ohne mitzurennen. Zudem sind regelmäßig Besuchshunde im Altenheim. Zwei Tiere aus dem Verein sind Therapiehunde für Kinder im Krankenhaus und für psychisch Kranke. Kontakt mit Hunden wird ebenso der Jugend gewährt: Kita-Gruppen und Grundschulklassen kommen auf den Hundeplatz.
Die Aktivitäten des Vereins umfassen laut Julian Koch zudem Grillfeste und Heringsessen an Aschermittwoch, Oktoberfeste und Weihnachtsfeiern. Beim 25. Jubiläum des Eckbach-Mühlenwanderwegs am 19. Juni habe der SV sich mit großem Programm beteiligt. „Die Unterstützung durch die Ortsgemeinde ist hervorragend“, stellt der 31-Jährige heraus. So habe sie schon mal einen Zuschuss zu einem Rasenmäher gewährt und das Fällen von nicht mehr standsicheren Bäumen auf dem von privat gepachteten Vereinsgelände übernommen.
Was noch ansteht, sei die Erneuerung der Flutlichtanlage mit Umrüstung auf energieeffiziente LED-Technik. Über Spenden würde er sich freuen, so Koch. Sein größter Wunsch ans Christkind: „Viele Mitglieder, die sich engagieren.“
Adventskalender
Im „Adventskalender“ versteckt sich hinter jedem Türchen ein Verein aus dem Verbreitungsgebiet.