Grünstadt „Ich will Verantwortung übernehmen“

Gewöhnt daran, der Kleinste zu sein: Maximilian Keck vor dem „Eckpunkt“, dem Kulturzentrum der Linken in Speyer. Der rote Punkt
Gewöhnt daran, der Kleinste zu sein: Maximilian Keck vor dem »Eckpunkt«, dem Kulturzentrum der Linken in Speyer. Der rote Punkt besagt: Es wird gerade umgebaut.

Ausgeprägter Gerechtigkeitssinn begleitet Maximilian Keck, so lange er denken kann. Der 19-Jährige ist davon überzeugt, dass er auch verantwortlich für seinen Schritt in die Parteipolitik ist. Die Linke hält der Bundestagskandidat für den Wahlkreis Neustadt-Speyer für die einzige Partei, für die es sich zu kämpfen lohnt.

„Wenn ich etwas für nicht gerecht gehalten habe, habe ich schon immer meinen Senf dazu gegeben.“ So schildert Keck, was ihn seit Kindergartentagen ausmache. Eine Lehrerin habe seine Mutter deshalb sogar einmal in die Grundschule zitiert, erinnert sich der Böhl-Iggelheimer. Mit 13 habe er als Schiedsrichter des VfB Iggelheim auf dem Fußballplatz gestanden, damit aber nach zwei Jahren wieder aufgehört, erzählt er. „Das ist ein Vollzeitjob“, erklärt Keck die Abwägung zwischen Politik und Sport zugunsten der Politik. Als Fan sei er aber am Spielfeldrand des VfB weiter zu sehen, sagt er. Auf den Mund gefallen ist Keck bis heute nicht. Mit klaren Vorstellungen möchte er sich für Sozial- und Friedenspolitik einsetzen und mit der Macht des Wortes gegen Rassismus einstehen. Von der Skepsis mancher „Erwachsener über 30“ gegenüber einem Teenager-Politiker lasse er sich nicht beeindrucken, betont Keck selbstbewusst. „In den Parlamenten sollten alle Bevölkerungsgruppen vertreten sein – auch junge Leute“, meint er. Mit Argumenten will er von sich und seinem politischen Anspruch überzeugen. „Zweifelnde Blicke und Bemerkungen über mein Alter und Aussehen nehme ich sportlich“, so Keck. Er sei daran gewöhnt, der Kleinste zu sein: Mit einer großen Schwester in der Familie, in Kindergarten, Schule oder beim Fußball. „An Gregor Gysi kann man sehen, was aus kleinen Leuten werden kann“, nimmt er sich den noch kürzeren prominenten Parteigenossen auch da zum Vorbild. Mit zwölf habe er schon die aktuelle Politik in Stadt, Land und Bund in der Zeitung verfolgt, berichtet Keck von seinem frühen Interesse am Entstehen politischer Entscheidungsprozesse. Sein Elternhaus sei eher unpolitisch, räumt er ein. „Bei mir ist das alles von allein gekommen.“ „Ich will Verantwortung übernehmen.“ Damit erklärt er seine Kandidatur für Berlin. Als Realist schätzt er seine Chancen als „ziemlich gering“ ein. „Ich stehe auf Listenplatz sechs von sechs.“ Er sei ohnehin nicht angetreten, um Karriere zu machen. Seine Zukunft geht Keck entspannt an. Das Studium stehe derzeit ganz oben auf seinem Lebensplan, sagt er. Die Politik nach der Bundestagswahl aufzugeben sei keine Option. „Kommunalwahlen stehen an.“ Er will sich dafür einsetzen, dass zum ersten Mal eine linke Vertretung in den Kreistag einzieht. Bis 24. September möglichst viele Stimmen für die Linke zu gewinnen sei derzeit sein einziges Ziel, betont Keck. Dafür werde er sich an Podiumsdiskussionen und Infoständen beteiligen und seine Auftritte in sozialen Netzwerken pflegen. Sein Kreuzchen setzt Keck kurz nach seinem 20. Geburtstag zum ersten Mal auf einen Bundestags-Wahlzettel. „Gut, dass ich schon weiß, was ich wähle“, lacht er.

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