Grünstadt
Hettenleidelheim: „Rauchfrei“-Kurs bei der Volkshochschule
Während des sechsstündigen Workshops mit Diplom-Sozialpädagogin Petra Schreiner rauchen die Teilnehmer gemeinsam ihre letzte Zigarette. Und starten dann womöglich ein „genussvolles rauchfreies Leben“, wie die Volkshochschule Hettenleidelheim als Veranstalter des Kurses den (noch rauchenden) Teilnehmern in Aussicht stellt. Wie hoch ist die Erfolgsquote? Was müssen die Raucher „mitbringen“? Das und einiges mehr hat Lorenz Hofstädter die Kursleiterin gefragt.
In der Ankündigung des Kurses ist von einem „Rauchfrei-Programm nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und therapeutischen Techniken“ die Rede. Was heißt das?
Das Institut für Therapieforschung (IFT) in München hat das rauchfrei-Programm vor etwa 40 Jahren entwickelt. Seitdem wird es kontinuierlich evaluiert und weiter entwickelt. Der Kurs in Hettenleidelheim basiert nun auf deren aktuellen Erkenntnissen und ist als Gruppenprogramm konzipiert. Nach der Analyse des Rauchverhaltens soll er zu individuellen Möglichkeiten für den Start in ein rauchfreies Leben führen. Für den sechsstündigen Tagesworkshop sind zuvor „Hausaufgaben“ zu machen, das heißt die Teilnehmer müssen sich vorbereiten und bestimmte Aufgaben schon im Vorfeld erledigen. Der Aufwand ist aber sehr überschaubar.
Was macht Sie zur „Mit-dem Rauchen-aufhören-Expertin“?
Ich war viele Jahre in der Industrie als Leiterin des betrieblichen Gesundheitsmanagements tätig und habe sehr eng mit Kursanbietern zusammengearbeitet. Rauchen ist der Risikofaktor schlechthin in Bezug auf Gesundheit. Daher möchte ich Menschen dabei unterstützen, ihren individuellen Weg zu finden, um rauchfrei zu leben. Dazu habe ich eine Kursleiter-Ausbildung absolviert und seit langem eine Zertifizierung durch die IFT. Zum Erhalt meines Zertifikats muss ich auch regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen. Auch in meiner Tätigkeit als Gesundheitsförderin an Grundschulen bleibt das Thema Rauchen beziehungsweise Nikotinprävention nicht unerwähnt. Reine „Rauchfrei-Kurse“ gebe ich seit Anfang 2017 für verschiedene Auftraggeber in der südwestdeutschen Region, Tagesworkshops bisher nur in Unternehmen.
Werden auch unterstützende Maßnahmen angeboten wie zum Beispiel Nikotinpflaster?
Nein. Sofern das gewünscht ist, sollten die Teilnehmer sich vorab von Arzt oder Apotheker beraten lassen und die Produkte gemäß Vorschrift anwenden. Für den Erfolg der Teilnahme ist es laut Forschungsergebnissen von IFT aber nicht ausschlaggebend, ob begleitend solche Präparate eingenommen werden.
Sondern was?
Die Bereitschaft, das eigene Rauchverhalten zu analysieren und sich von Gewohnheiten zu trennen, ebenso wie das Interesse und der ehrliche Wunsch des Teilnehmers, rauchfrei zu leben.
Haben Sie selbst mal geraucht?
Ja, ich war auch Raucherin, habe aber schon vor über 20 Jahren damit – erfolgreich und dauerhaft – aufgehört.
Und wie hoch ist die Erfolgsquote in Ihren Kursen?
Ich selbst führe keine Erfolgskontrollen durch – das geht schon allein aus Gründen des Datenschutzes nicht. IFT macht das allerdings bereits seit Jahrzehnten und spricht von einer Erfolgsquote des rauchfrei-Programms von bis zu 40 Prozent.
Infos
Der Kurs findet am Samstag, 9. 11., bis 16 Uhr im VHS Gebäude in Hettenleidelheim statt; Kosten: 65 Euro, inklusive 25 Euro für das Kursbuch. Maximale Teilnehmerzahl: 12. Anmeldung bei VHS Leiningerland, Petra Waffenschmidt, unter Telefon 06359 8001 4042. Als Vorbereitung auf den Kurstag erhalten die Teilnehmer eine Woche zuvor eine erste Aufgabe.