Grünstadt Heimelig und lehrreich

Placeholder-Image

Die Zeit der Weihnachtsmärkte ist vorbei, aber die Lust auf dampfenden Glühwein, heiße Bratwurst und frischgebackene Waffeln ist ungebrochen. So war das heimelig anmutende Schlossmauerglühen an der Bockenheimer Martinskirche im Schlossweg in den frostigen Abendstunden am Samstag auch in der siebten Auflage ein Treffpunkt für Jung und Alt.

Viele Besucher kamen aus der Verbandsgemeinde Monsheim und dem Wormser Raum oder aus der Vorderpfalz. Wie die beiden Familien aus Lambsheim und Birkenheide, deren drei Sprösslinge im Alter zwischen sechs und zehn Jahren sich insbesondere auf die geführte Fackelwanderung freuten. Bis die zweite Tour startete, vertrieben sie sich die Zeit auf dem in flackerndes Fackellicht getauchten Platz zwischen Kirche und Schlossgut. Hier war gegen 19 Uhr fast kein Durchkommen mehr, die Menschen standen an Bistrotischen, plauderten angeregt, ließen sich die heißen Getränke munden und wärmten sich hin und wieder an den Tassen die Hände. Auch die herzhafte Landknechtsuppe und die mit geschmolzenem Schweizer Raclettekäse belegten Bauernbrote am Stand des Kultur- und Verkehrsvereins fanden reißenden Absatz, ebenso wie die deftigen Saumagenbrötchen der Burschenschaft 1813 – hier standen die „Neuburschen“ hinter dem Tresen. Eine große Kinderschar tummelte sich, entweder mit Fackel oder Stockbrot in den Händen, um einen Feuerkorb – den die Bockenheimer Präparanden überwachten. Das im Juni eröffnete Weinlädchen im Schlossgut von Kurt Janson junior und seiner Frau Sarah war ebenfalls bestens besucht. Hier stand Kurt Janson senior hinter der Lädchen-Theke und fand kaum Zeit zum Verschnaufen. Wie in den Vorjahren war Harald Ferber in der Martinskirche in seinem Element. Er erzählte von dem Gotteshaus, das 1196 erstmals als Schenkung an die Prämonstratenserabtei Wadgassen erwähnt wurde. Bilder stellte dort die 69-jährige Malerin Hiltrud Schwalb aus Asselheim aus. Die gebürtige Oggersheimerin wohnt seit 27 Jahren im nördlichen Grünstadter Ortsteil. Präsent war sie mit 32 Ölbildern und zehn Aquarellen. Zu ihren vielfältigen Motiven zählen die Wüste, Tierporträts und nicht zuletzt der Asselheimer Rote Turm, die Bockenheimer Mandelblüte mit dem Weinstraßenhaus und verwunschene Trullis. Fackelwanderführerin Magdalene Klingel schlossen sich zur ersten Tour gegen 17.30 Uhr, die vom Festplatz durch die Gartenstraße, den Burggraben und den Leininger Ring, vorbei am Blauen Rathaus, führte, „über hundert Besucher“ an, wie sie stolz berichtete. Bei der zweiten Tour waren es 50 bis 60 Teilnehmer. Der Rückweg erfolgte jeweils entweder über den leichter zu bewältigenden Schlossweg oder über die mit Kerzenlicht ausgeleuchtete imposante Schlosstreppe mit ihren 27 Stufen. (gsp)

x