Kindenheim
Großes Ziel: Schuldenfrei bleiben
Der Ortsgemeinderat gab Ende November grünes Licht dafür, dass der desolate Teil des Hauses Michelsberg 2 durch die Firma Grathwohl aus Grünstadt abgerissen wird. Wann das geschieht, stehe noch nicht fest, sagte Bürgermeister Albrecht Wiegner (FWG). Ein vorzeitiger Termin für den Rückbau sei möglich, weil das ehemalige Wohnhaus als baufällig eingestuft wurde. „Bisher hatten wir nur die Freigabe für den Abriss. Jetzt nach dem Förderbescheid können wir einen Bauantrag einreichen“, erläutert er. Mit der Planung ist die Architektin Esther Kern aus Kirchheim beauftragt.
„Mit ihr und der Bauabteilung der Verbandsgemeinde Leiningerland stehen wir in engem Kontakt, sodass die Schritte zur Umsetzung des Dorferneuerungsprojektes umgehend eingeleitet werden können“, sagte Wiegner. Vorgesehen ist, im neuen Gebäude, das behindertengerecht errichtet wird, einen Jugendraum, das Gemeindearchiv sowie ein Büro für die Ortsgemeinde unterzubringen. Die bereits bestehende Halle auf dem Anwesen sollen künftig auch die Kerwemacher nutzen können. Die Fördersumme liegt bei etwa 50 Prozent der geschätzten Gesamtkosten, die bei 800.000 Euro liegen.
Vom Rathaus will sich die Gemeinde trennen
Das Gemeindezentrum solle keinesfalls dazu führen, dass Kredite aufgenommen werden müssen, betonte der Bürgermeister. Es sei oberstes Ziel, dafür zu sorgen, dass Kindenheim weiterhin schuldenfrei bleibe, sagte er. Seit langem schon stehe die Ortsgemeinde gut da und das solle auch so bleiben. Im Haushaltsplan 2020 übertreffen die Einnahmen die Ausgaben deutlich: Im Ergebnisetat steht ein Plus in Höhe von 53 .000 Euro. Zudem stünden der Gemeinde Rücklagen von rund 700.000 Euro zur Verfügung.
Das ehemalige Schulgebäude in der Hauptstraße, das gegenwärtig als Rathaus genutzt wird, soll verkauft werden. Dafür sprach sich der Gemeinderat – aufgrund der hohen Sanierungskosten – bereits im Juli 2019 aus. Ziel sei es, das Gebäude zu erhalten und zu sichern samt einer Wohnraumnutzung. „Der Verkauf wurde bisher aber noch nicht aktiv betrieben“, erläuterte Wiegner zum aktuellen Sachstand.
Gute Entwicklung im Sanierungsgebiet
Kindenheim mit seinen aktuell 1046 Einwohnern ist seit August 2019 anerkannte Dorferneuungsgemeinde. Bürger können deswegen Fördermittel für die Instandsetzung und Modernisierung ihrer Immobilien, die im Sanierungsgebiet liegen, erhalten. Da habe sich eine erfreuliche Entwicklung ergeben, so Wiegner. Hauptsächlich junge Familien hätten alte Anwesen erworben und die Zuschüsse in Anspruch genommen. „Leerstände sind in Kindenheim zurzeit eigentlich kein Problem.“ Ein Neubaugebiet sei derzeit nicht geplant.
Nachgedacht werden müsse im Gemeinderat über ein Raumkonzept für die Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“. Das ab Juli geltende Kita-Zukunftsgesetz sieht unter anderem eine durchgehende Betreuung der Kleinen über sieben Stunden vor. In der Zeit bekommen sie auch eine warme Mahlzeit. Mitte dieses Jahres wird laut Wiegner mit 44 Jungen und Mädchen (derzeit 39 Kinder) in der Kindenheimer Einrichtung gerechnet. Ein Thema in den nächsten Monaten sei auch die noch fehlende Umrüstung der Straßenlaternen auf energieeffiziente LED-Beleuchtung.
Langwierig: der Grünschnittsammelplatz
Langwieriger als gedacht gestaltete sich das Prozedere rund um die Schaffung eines neuen Grünabfallplatzes. Die Baugenehmigung und Anwohnerbedenken verzögerten die Umsetzung. Seit 21. November ist das 500 Quadratmeter große Areal, der lediglich von Kindenheimer Bürgern genutzt werden darf, in Betrieb. Die Öffnungszeiten, die von den Aufsichtspersonen abhängen, werden im Amtsblatt veröffentlicht. Kindenheim sah sich in der Pflicht, einen neuen Grünablageplatz zu schaffen, nachdem es auf dem bisherigen Gelände mehrfach zu illegalen Müllablagerungen gekommen ist. „Bisher sind die Grünschnittanlieferungen ohne Probleme verlaufen“, erzählt Wiegner mit Blick auf die neue Anlage. Erfreulich sei, dass sich bisher ausreichend Freiwillige gefunden haben, die aufpassen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Auch die Ortsgemeinde selbst könne Grünschnitt von ihren eigenen Flächen dort abladen, was eine „große Erleichterung“ sei, so Wiegner. Die regelmäßige Abfuhr des Grünabfalls belastet die Gemeinde nicht: Die Kosten übernimmt die Abfallwirtschaft der Kreisverwaltung.
Der Ortschef freut sich, dass die Anzahl ehrenamtlicher Unterstützer aus der Dorf-Bevölkerung heraus generell groß sei. Weniger erfreulich seien die sich häufenden großen Müllablagerungen in der Gemarkung.