Grünstadt Grünstadt: Mächnich und Schöneich stellen bei Hui Ling Yang aus

Martin Schöneich, hier mit dem Mahnmal für Winnenden, stellt in Grünstadt aus.
Martin Schöneich, hier mit dem Mahnmal für Winnenden, stellt in Grünstadt aus. Archivfoto: Lenz

Werke des Bildhauers Martin Schöneich und des Malers Sigurd Otto Mächnich sind ab Freitag, 16. November, in der Kunstwerkstatt Hui Ling Yang in der Grünstadter Fußgängerzone zu sehen.

Hui Ling Yang stellt in ihren Räumen die Werke zweier Künstler aus, deren Biografien eng mit Grünstadt verbunden sind: Martin Schöneich und Sigurd Otto Mächnich. Schöneich wurde 1955 in Grünstadt geboren und wohnt heute in der Südpfalz. Mächnich erblickte 1943 in Frankenthal das Licht der Welt und lebt seit seiner Kindheit in Grünstadt. Beide Künstler haben ein jeweils eigenständiges künstlerisches Werk geschaffen, das ihre Namen auch weit außerhalb der Region bekannt gemacht hat.

Mahnmal in Winnenden geschaffen

Martin Schöneich, der an der Akademie für Bildende Kunst in München bei Professor Koch, dessen Meisterschüler er war, studierte, trat vor allem durch seine Großplastiken im öffentlichen Raum hervor. Neben vielen bedeutenden Werken ist vor allem das von ihm geschaffene Mahnmal in Winnenden (Nähe Ludwigsburg) hervorzuheben, mit dem er auf den Amoklauf in der Albertville-Realschule Bezug nimmt. Im Jahr 2009 wurden dort 15 junge Menschen erschossen. Der Täter nahm sich danach selbst das Leben.

Die künstlerische Formensprache Schöneichs ist abstrakt. Durch die Wechselwirkung der einzelnen Elemente seiner Plastiken entstehen dynamische Räume, worin Formverdichtung und Formauflösung so ineinander übergehen, dass der Eindruck einer Dynamik entsteht, die urplötzlich irgendwo herkommt und unglaublich rasch wieder verschwindet, heißt es in der Pressemitteilung. In der Ausstellung sind Kleinplastiken von ihm zu sehen, die sowohl als Werke einen eigenständigen Charakter haben, als auch als Modelle für monumentale Arbeiten fungieren.

Als pfälzischer Surrealist bekannt

Während Schöneichs künstlerisches Schaffen bereits seit vielen Jahren große öffentliche Anerkennung findet und der Künstler mit zahlreichen renommierten Kunstpreisen bedacht wurde (zuletzt, 2019, Kaiser Lothar Preis der Stadt Prüm), harrt das Werk von Sigurd Otto Mächnich noch auf seine Entdeckung. Der Grünstadter Kunstprofessor Karl Unverzagt war ihm ein wichtiger Lehrer, aber schon früh ging Mächnich künstlerisch seine eigenen Wege.

Von ihm sind etwa 80 kleinformatige Zeichnungen zu sehen, die für sein Schaffen charakteristisch sind. Akribisch sind hier mit feinen Strichen Baumlandschaften ausgearbeitet, worin sich die Fantasie des Künstlers verdichtet. Bevölkert sind diese Galaxien, die aus dem unendlichen Raum des leeren Blattes herauszuwachsen scheinen, mit filigran aufgebauten Wesen, Vögeln und bizarren Tiergestalten, die sich dem Betrachterblick erst nach und nach erschließen. Beim Gang durch die Ausstellung enthüllt sich hier eine unglaubliche Vielfalt an Formenreichtum, der immer von neuem überrascht. Der Schwerpunkt bei der Auswahl dieser Zeichnungen liegt hier auf den Arbeiten aus den 70er und 80er Jahren, als der Künstler als pfälzischer Surrealist weit über Grünstadt hinaus bekannt wurde.

Termin

Kunstwerkstatt Hui Ling Yang

Hauptstraße 2a, Grünstadt

Vernissage: Samstag, 16. November, 11 Uhr

Ausstellungsende: 21. Dezember

Einführung: Helmut Orpel, Kunsthistoriker, Mannheim

Musik: Hartmuth Seibt und Martin Schöneich

Gedichte: Anemone Boell

Atelier Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 14 -18 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr.

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