Leiningerland
Glasfaserausbau: Die Reparaturen laufen
Noch werden keine neuen Baustellen aufgemacht, sondern nur die alten überprüft und nachgebessert, wo das vonnöten ist. Das entspricht den Vorgaben der Verbandsgemeindeverwaltung und einem groben Plan, den die Deutsche Glasfaser auf deren Verlangen hin Anfang Februar vorgelegt hat. Es ist klar definiert, dass keine weiteren Straßen und Wege aufgerissen werden dürfen, ehe die bereits bearbeiteten sich nicht allesamt in einem annehmbaren Zustand befinden.
Dass das aktuell noch nicht der Fall ist, darüber besteht zwischen der Verbandsgemeindeverwaltung, der Deutschen Glasfaser und dem von ihr beauftragten Baupartner Connect Energy (Con-E) offenbar weitgehende Einigkeit. Letztere beaufsichtigt die Arbeiten laut Verwaltung und lässt sie über Subunternehmen ausführen.
Keine Diskussionen über Nachbesserungen
Wie Ralf Hepp vom Bauamt mitteilt, wurden einige der gröbsten Schäden im vergangenen Monat zusammen mit einem Projektsteuerer besichtigt, der das Team von Con-E seit März verstärkt. Darüber, dass die bisherigen Arbeiten nicht abgenommen worden sind, sondern die Verwaltung eine Nachbesserung fordert, habe es keine Diskussionen gegeben. Der Zustand der Straßen spreche für sich.
In den zehn Gemeinden, in denen von der Deutschen Glasfaser bisher Rohre verlegt wurden, sollen die schadhaften Straßen nun Stück für Stück ausgebessert werden. Nach Auskunft von Deutsche Glasfaser und Con-E sind dafür fünf Kolonnen mit jeweils fünf Mitarbeitern im östlichen Leiningerland im Einsatz, die „unfertige Oberflächen“ wie Gehwegpflaster und Asphaltdecken wiederherstellen. Derzeit befindet sich Deutsche Glasfaser nach eigenen Angaben in Abstimmungen mit der Verwaltung und den Orstbürgermeistern, um die Geschwindigkeit der „Reparaturarbeiten kontrolliert zu erhöhen“.
Vorsichtige Hoffnung in der Verwaltung
Die Verwaltung wiederum wertet es als gutes Zeichen, dass Con-E nach Kontaktdaten von Handwerkern aus der Region gefragt hat, die historische Pflaster verlegen können. Offenbar sei die Erkenntnis gereift, dass spezielle Fertigkeiten erforderlich sind, um diese Arbeiten zufriedenstellend auszuführen. Sowohl Hepp als auch Bürgermeister Frank Rüttger (CDU) sind nicht zuletzt deshalb vorsichtig optimistisch, dass die Zusammenarbeit künftig besser laufen wird.
Erste positive Erfahrungen mit dem neuen Projektsteuerer würden diesen Eindruck bekräftigen, versichert Hepp. Und Rüttger weist erneut darauf hin, dass es im Grunde keine andere Option gibt, als auf einer Reparatur der Mängel zu beharren: „Wenn die Schäden an den mangelhaft wiederhergestellten Straßen mit der Zeit schlimmer werden und es irgendwann einer Sanierung bedarf, würden die Kosten sonst die Bürger treffen.“
Arbeiten könnten bis Spätsommer fertig sein
Damit alles seine Richtigkeit hat, werden die Bauarbeiten eng von den Ortsbürgermeistern, der Verwaltung und einem von dieser beauftragten Sachverständigen begleitet. Bevor irgendwo mit Ausbesserungen begonnen wird, informiert Connect Energy die Verwaltung laut Rüttger und führt genaue Protokolle, die anschließend vorgelegt werden. Wenn ein größerer Abschnitt in einer der Gemeinden so weit fertig sei, sehe sich der Gutachter der Verwaltung alles noch einmal an, bevor es abgenommen werde.
Obwohl das ein etwas kompliziertes Verfahren ist, sprechen auch Deutsche Glasfaser und Con-E von einer „konstruktiven und guten“ Zusammenarbeit „im Rahmen der Ausbau- und Reparaturarbeiten“. Wenn alles so weiterlaufe wie im Moment, könnten die Glasfaserprojekte in den zehn östlichen Gemeinden des Leiningerlands bis Spätsommer 2021 abgeschlossen sein, heißt es aus der Zentrale im nordrhein-westfälischen Borken. Danach stünden Rüttger zufolge die weiteren Gemeinden im Verbandsgemeindegebiet an.
Bürgermeister listen auch private Schäden auf
Zumindest die Verwaltung hat ihren Modus im Umgang mit der Situation so offenbar gefunden. Den vielen Bürgern, auf deren Grundstücken durch die Bauarbeiten ebenfalls Schäden entstanden sind, ist dadurch allerdings noch nicht geholfen. Obwohl deren Verhältnis zur Deutschen Glasfaser privat ist und Gemeinden und Verwaltung darauf keinen Einfluss haben, sind die Ortsbürgermeister jedoch dazu übergegangen, ihre Schäden mit auf die Listen zu setzen, die an die Deutsche Glasfaser und Connect Energy geschickt werden.
„Ich kann jeden nur ermutigen, seine Schäden nicht nur über das Ticketsystem beim Unternehmen zu melden, sondern sich zusätzlich auch an den Ortsbürgermeister oder die Verwaltung zu wenden“, sagt Rüttger. Zwar sei das keine Garantie dafür, dass sich etwas tut, aber immerhin ein weiterer Weg, darauf aufmerksam zu machen, dass auf dem eigenen Grundstück nach wie vor etwas im Argen liegt.
Die Deutsche Glasfaser reagiert auf die Frage, ob sie die Beschwerden der Bürger überhaupt ernst nimmt oder die Sache womöglich einfach auszusitzen gedenkt mit dem Hinweis, dass sie ein wachsendes Unternehmen sei und künftig „einen noch stärkeren Fokus“ auf Kundenservice und -zufriedenheit legen will. Es gebe geregelte Prozesse für Schäden beim Netzausbau, eine Hotline und ein Formular auf der Webseite. Entsprechende Meldungen würden auf direktem Weg an den neuen Projektsteuerer von Con-E weitergeleitet, der „die Bearbeitung umgehend veranlasst“.
Noch Fragen?
- Wer einen Schaden auf seinem Grundstück erstmals oder erneut melden will, erreicht die Hotline der Deutschen Glasfaser unter Telefon 02861/89060940. Das Schadensformular kann im Netz abgerufen werden: www.deutsche-glasfaser.de/service/bauschaden-melden.
- Schäden auf Privatgelände können zusätzlich auch bei Bürgermeistern und Verwaltung gemeldet werden.