Eisenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Geschützter Anbau und lange Erntezeit: So arbeitet das „Erdbeerland“ Funck

Geschäftsführerin Rebecca Funck und Erntehelfer Cosmin aus Rumänien bei der Spargelernte.
Geschäftsführerin Rebecca Funck und Erntehelfer Cosmin aus Rumänien bei der Spargelernte.

Das „Erdbeerland“ Funck in Eisenberg ist einer der größten Arbeitgeber für Saisonarbeiter in der Region. Ein Blick hinter die Kulissen des Betriebes.

Die Arbeit beginne schon im Januar mit der Pflanzung der ersten Erdbeerpflanzen, die auf einer Fläche von rund zehn Hektar in Pflanztunneln angebaut werden, erklärt Alexander Seiler, der ebenso wie Rebecca Funck Geschäftsführer des „Erdbeerland“ Funck ist. „Teilweise werden auch im Sommer Erdbeerpflanzen gepflanzt, von denen im Frühjahr dann das trockene Laub entfernt werden muss“, so Seiler.

Ende Januar, Anfang Februar müsse dann Folie auf die Spargelfelder aufgebracht werden, wobei parallel dazu bis Ende März Erdbeeren gepflanzt werden. Es gebe einjährige Juniträger, die im Mai und Juni geerntet werden und bereits im Vorjahr gepflanzt werden, aber auch Erdbeeren, die im Frühjahr gepflanzt werden und dann von Mai bis Mitte Oktober geerntet werden. „Die Erdbeeren, die im Vorjahr gepflanzt wurden, haben eine kurze Erntezeit von rund vier Wochen. Und die Erdbeeren, die im Frühjahr gepflanzt werden, haben eine längere Erntezeit bis Mitte Oktober“, erklärt der Fachmann.

Etwa 200 Erntehelfer

Im Oktober komme parallel zu den Erdbeerarbeiten Folie auf die Felder mit den frühen Spargeln; von Mitte November bis Mitte Dezember seien dann die Jahresendarbeiten zu verrichten. „Wir haben fast rund ums Jahr Arbeit. Deshalb können wir langfristige Arbeitsplätze bieten“, betont Rebecca Funck. Rund 200 Erntehelfer beschäftigt das „Erdbeerland“ in der Hauptsaison auf dem Feld – dazu rund 150 Mitarbeiter, die an knapp 35 Verkaufsständen arbeiten.

„Die Beschäftigungszeiten betragen meist zwischen vier Wochen und drei Monaten, wobei wir auch 20 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, wovon rund zehn aus Rumänien und Polen kommen“, erklärt Seiler. Das „Erdbeerland“ könne allen Saisonkräften eine Unterkunft auf dem Gelände in Zweierzimmern anbieten. Außerdem gebe es eine warme Mahlzeit am Tag, für die zwei Köchinnen sorgten; für Frühstück und Abendessen sorgten die Mitarbeitenden selbst.

Anreize für schnelle Arbeit

„Wir haben überwiegend Frauen beschäftigt, bei denen es immer mal wieder einen Wechsel gibt, beispielsweise weil sie Kinder bekommen, es persönliche Veränderungen gibt oder sie aus Altersgründen ausscheiden“, erklärt Seiler. „Außerdem haben wir auch einige Studenten, die in den Ferien zu uns kommen und deshalb nur ein paar Wochen bei uns sind.“

Bezahlt werde mindestens der Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde, wobei es schon Unterschiede gebe. „Jeder hat ein anderes Arbeitstempo, und da wir mit Mengenerfassung arbeiten, bieten wir Anreize durch Bonuszahlungen, was für alle interessant ist“, erklärt Funck.

Herausfordernde Coronazeiten

Durch das Coronajahr 2020 sei man gut durchgekommen – wobei es manche Herausforderung gegeben habe. „Die Auflagen bezüglich Abstand waren ja auch bei der Unterkunft und beim Transport zu erfüllen, was schon schwierig war – ich erinnere mich noch gut daran, dass wir 24 Leute mit zwei großen Bussen am Flughafen in Frankfurt abgeholt haben, weil zwischen den einzelnen Sitzplätzen der Abstand eingehalten werden musste“, erzählt Seiler lachend und ergänzt: „Gefühlt kamen ja damals alle paar Minuten neue Regeln per E-Mail, in jedem Bundesland waren die anders, das war schon eine verrückte Zeit. Doch wir haben alles geschafft.“

Dank gelte dafür allen Mitarbeitern, die schon viele Jahre im Erdbeerland arbeiteten. „Sie sagten damals: Bevor das Ganze umgeht, kommen wir zu euch und helfen – wir sind eine große Familie“, erinnert sich Funck.

Ernten auch im Stehen

Die Arbeitsbedingungen auf den Feldern seien aber auch im Vergleich zu herkömmlichen Feldern, auf denen die Erdbeeren auf dem Boden wachsen, viel besser. „Bei uns ist das Ernten im Stehen möglich, was eine enorme Erleichterung für die Pflückerinnen bedeutet“, sagt Seiler und ergänzt: „Unser Ziel ist es, immer besser zu werden, und sichere Arbeitsplätze zu bieten, bei denen die Arbeiterinnen im Stehen, beschattet und vor der Sonne geschützt im Tunnel arbeiten können.“

Es gebe zwar auch noch Freilandflächen, auf denen Erdbeeren angebaut würden, die aber immer weniger würden, da man dort vom Wetter abhängig sei. „Da die Witterung immer unberechenbarer wird, hat sich der Anbau im Tunnel bewährt, da man dort bei jedem Wetter pflücken kann und die Ernte nicht durch Regen oder Hagel beschädigt werden kann“, sagt Seiler und ergänzt: „Und die Erntehelfer bei den Erdbeeren können im geschützten Anbau immer ernten.“

Deshalb gebe es auch regelmäßig viele Anfragen von Erntehelfern – der gute Ruf eile dem Unternehmen voraus. Cosmin aus Rumänien ist einer der Erntehelfer, die auf den Spargelfeldern arbeiten. „Ich komme seit sieben Jahren mit einer kurzen Unterbrechung jedes Jahr für zwei bis drei Monate nach Eisenberg auf die Spargelfelder der Firma Funck – die Arbeit ist seriös, es gibt gutes Geld, die Arbeitsbedingungen stimmen und das Essen schmeckt“, fasst er lachend zusammen.

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