Grünstadt Genossen wollen Rathäuser erobern
Das spannende Superwahljahr 2017 habe aus ihrer Sicht gut angefangen, betonten die Redner beim Neujahrsempfang des SPD-Unterbezirkes Neustadt/Bad Dürkheim in Asselheim.
Am Anfang der Veranstaltung, die von einem Ensemble der Musikschule Leiningerland umrahmt wurde, stand die Ehrung des früheren Unterbezirksvorsitzenden Klaus Huter. Dass Frank-Walter Steinmeier am 12. Februar zum Bundespräsidenten gewählt werden soll und Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten nominiert worden ist, habe bereits jetzt die Umfrageergebnisse für die Sozialdemokraten steigen lassen, berichtete Reinhold Niederhöfer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land, der hofft, dass das auch auf die Region ausstrahlt. Denn der 60-Jährige bewirbt sich für das Amt des Rathauschefs der neuen VG Leiningerland, die zum 1. Januar 2018 durch Zusammenlegung mit der Verbandsgemeinde Hettenleidelheim entsteht. Die Wahl ist am 7. Mai. „Es liegt nun an uns, die Fusion als Chance zu begreifen und sie zu nutzen“, so Niederhöfer. Die Neuordnung von Zuständigkeiten müsse angepackt werden, am Zusammenhalt und am Fortschritt sei zu arbeiten. Der Gemeindeverbandsvorsitzende Stephan Schenk und er seien sich einig, die Jugend mit ins Boot zu holen und zu fragen, was sie von ihrer Verwaltung erwartet. Die Vorstellung der SPD sei recht simpel: Die Bürger sollen sich wohlfühlen, kommunale Angebote attraktiv sein, und es müsse gerecht zugehen. Auch das Rathaus der Stadt Grünstadt wollen die Genossen für sich zurückerobern, wie nicht nur die Bürgermeisterkandidatin Martina Hauenstein betonte. Gelinge es ihr, Klaus Wagner (CDU) abzulösen, wäre sie die erste Frau in dieser Position in der Stadtgeschichte. Zur Unterstützung wird Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) anlässlich des Internationalen Frauentages im März nach Grünstadt kommen. Darüber hinaus kündigte Hauenstein weitere Veranstaltungen im Wahlkampf an, bei denen die Menschen reichlich Gelegenheit erhalten werden, sie persönlich kennenzulernen. Unterbezirksvorsitzender Christoph Glogger forderte dazu auf, das Gespräch gerade mit Skeptikern zu suchen und sie von den Zielen der Sozialdemokraten zu überzeugen. „Wir stehen dafür, die Gesellschaft zusammenzuhalten und nicht zu spalten“, so Glogger. Seit 50 Jahren setzt sich Klaus Huter für sozialdemokratische Ziele ein. Der gebürtige Landauer, dem 2008 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen wurde, erhielt beim Neujahrsempfang neben der Ehrung für fünf Jahrzehnte Treue zur Partei auch die Willy-Brandt-Medaille für sein enormes Engagement. Die Direktkandidatin für den Einzug in den Bundestag, Isabel Mackensen, zeichnete in ihrer Laudatio die Schritte von Huters politischem Wirken nach. 1966 trat Huter in die SPD ein, von 1969 bis 1984 saß er im Kreistag Ahrweiler (ab 1970 als stellvertretender Fraktionsvorsitzender). Zehn Jahre lang war der Geehrte Mitglied im Stadtrat von Bad Neuenahr/Ahrweiler und fünf Jahre ehrenamtlicher Beigeordneter. 1989 bis 2007 war Huter Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wachenheim. Darüber hinaus war er 20 Jahre SPD-Gemeindeverbandsvorsitzender und in vielen Vereinen und Organisationen in verantwortlicher Position. Ab 2002 war er stellvertretender Vorsitzender des SPD-Unterbezirks, dem er dann 2006 bis 2014 vorstand. Seinem Nachfolger Glogger habe er einen finanziell gut aufgestellten Unterbezirk übergeben. |abf