Grünstadt Geld für Kinder und Feuerwehr
In den kommenden Jahren wird die Verbandsgemeinde Leiningerland viel Geld für Schulen und die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren ausgeben. Zwölf Feuerwehrfahrzeuge sind in die Jahre gekommen, sie sollen bis 2024 ausgetauscht werden. Das kostet knapp zwei Millionen Euro, davon muss die Verbandsgemeinde 1,3 Millionen Euro selbst zahlen. Der Rest kommt vom Land – allerdings meist oft mehrere Jahre, nachdem die Fahrzeuge gekauft wurden. Für das Jahr 2019 sollen beispielsweise ein Kommandoauto (Ford Galaxy, Obrigheim) und ein neues Löschfahrzeug für Ebertsheim gekauft werden, im Jahr 2020 bekommt die Wehr Bockenheim-Kindenheim ein neues Tanklöschfahrzeug. Ab 2021 stehen Neukäufe von Fahrzeugen für die Wehren in Kirchheim-Kleinkarlbach, Ebertsheim, Dirmstein, Mertesheim, Hettenleidelheim-Wattenheim, Altleiningen, Bockenheim-Kindenheim und Großkarlbach an. Die Preise für die einzelnen Wagen bewegen sich dabei zwischen 35.000 Euro für ein Kommandoauto bis hin zu 300.000 Euro, die für ein Tanklöschfahrzeug 16 – ein Universalfahrzeug – gezahlt werden müssen. Im nächsten Jahr gibt die Verbandsgemeinde für die Feuerwehren 880.000 Euro aus – neben den Fahrzeugen werden neue Tragkraftspritzen (Battenberg, Neuleiningen), eine Schlauchwaschanlage (Obrigheim) und Atemschutzgeräte (Hettenleidelheim) besorgt. Im Jahr 2020 stehen 488.000 Euro für die Feuerwehren im Haushalt. Insgesamt, so sagt Bürgermeister Frank Rüttger (CDU), gibt es in der Verbandsgemeinde 44 Feuerwehrfahrzeuge, 30 davon in der ehemaligen Verbandsgemeinde Grünstadt-Land. „Die Fahrzeuge sind in die Jahre gekommen“, sagt Rüttger mit Blick auf Ex-Grünstadt-Land. „Wir müssen neue Fahrzeuge beschaffen, weil wir sonst den Brandschutz nicht gewährleisten können.“ Es dauere einige Zeit bis zur Auslieferung, da Fahrzeuge für gewöhnlich auf Bestellung gebaut würden. In der Diskussion sei derzeit auch, ob geländegängige „Erkundungsfahrzeuge“ (das können auch Quads oder Motorräder sein) gekauft werden sollen. Diese könnten eingesetzt werden, um bei Waldbränden schnell zu einem Brandherd zu kommen – davon gab es in diesem Sommer einige. Eine andere große Aufgabe der Verbandsgemeinde ist es, dafür zu sorgen, dass die Grundschüler in guten Schulhäusern unterrichtet werden und in anständigen Sporthallen turnen. Jede Ortsgemeinde zahlt für diese Aufgabe Geld an die Verbandsgemeinde, die Schulumlage. Insgesamt kommen im Jahr 2019 rund 2,1 Millionen zusammen – Carlsberg zahlt beispielsweise 230.882 Euro Schulumlage, Mertesheim 28.305. Die Ortsgemeinde Obrigheim zahlt nichts, weil sie selbst Trägerin der Grundschule ist und die Investitionen selbst schultert. Die Anzahl der Grundschüler in der Verbandsgemeinde ändert sich in den nächsten Jahren nicht, sie liegt bei rund 1000. Die kleinste Grundschule ist die in Altleiningen mit derzeit 45 Kindern, die größte ist in diesem Schuljahr die Grundschule Dirmstein mit 151 Schülern, Hettenleidelheim (146) und Kirchheim-Kleinkarlbach (145) folgen. Die Verbandsgemeinde will fünf Schulhäuser renovieren. Die Kosten für die Sanierung der Schulen in Kirchheim, Gerolsheim, Laumersheim, Kleinkarlbach und Ebertsheim wurden vor einem Jahr – als die Verbandsgemeinde Grünstadt-Land einen Grundsatzbeschluss fällte – mit knapp acht Millionen Euro angegeben. Mittlerweile werden sie auf 12,2 Millionen Euro geschätzt. Ob im kommenden Jahr Förderanträge gestellt werden können, sei fraglich, sagt Bürgermeister Rüttger. Es stehen noch weitere Gespräche mit dem Land an. Denn das Land hat gesagt, dass es unwirtschaftliche Sanierungen nicht bezuschusst. Die Generalsanierung der Schulen in Kirchheim und Kleinkarlbach gelten als unwirtschaftlich (wir berichteten mehrfach). Im Haushalt stehen für 2019/2010 lediglich die Kosten für die Planungen der Sanierungen, sie liegen bei rund 2 Millionen Euro. Etwas greifbarer für die Schüler – und viel günstiger – sind folgende Investitionen: Die Schüler in Altleiningen bekommen neue Tische und Stühle, die Carlsberger Grundschüler können bald in eine bessere Sprunggrube hüpfen, und die Schulen Kirchheim-Kleinkarlbach und Carlsberg bekommen je 20 Tablets. Und für die Schulen Dirmstein, Altleiningen und Carlsberg stehen Smart-Boards auf der Einkaufsliste der Verbandsgemeinde. TERMIN Der Verbandsgemeinderat befasst sich bei seiner Sitzung am heutigen Donnerstag, 19 Uhr, im Obergeschoss des Rathauses in der Industriestraße in Grünstadt mit dem Haushalt.