Grünstadt Für die Zwerge geht der „Vorhang auf“

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Väter und Mütter schleppen Akkordeons in den Raum, helfen ihren Sprösslingen dabei, sich die sperrigen Instrumente umzuhängen. Die Notenständer werden aufgestellt. Nun kann die Probe des jüngsten Nachwuchses des Ersten Akkordeon Orchesters Grünstadt (1. AOG) im Haus der Vereine losgehen. Derzeit studieren die Sieben- bis Zehnjährigen drei Stücke für das Frühjahrskonzert ein, bei dem erstmals drei statt zwei Jugendformationen auftreten.

„Das wird die Ausnahme bleiben“, sagt die Vorsitzende Annette Brenner. Den FunTastic Harmonists seien drei 15-, 16-Jährige abhanden gekommen, die sich anderweitig orientieren. „Und die übrigen acht, neun jungen Musiker sind überwiegend schon im Studium und spielen im großen Orchester mit.“ Letztere hätten sich bereit erklärt, noch mal beim Konzert als Jugendensemble im Rampenlicht zu stehen. Erleben wird man auch fast ein Dutzend Tas-Teens, die dann ab nächstem Jahr den Platz der FunTastic Harmonists einnehmen. Die Coolen Akkordeonzwerge, die im Lauf der Zeit in die Tas-Teens hineinwachsen werden, üben gerade „Tschüss, bis bald“, einen Cha Cha in C-Dur von Jürgen Schmieder. Von dem Musikpädagogen stammen auch die anderen beiden Lieder, mit denen die Kleinen beim Frühjahrskonzert ihr Debüt geben werden: „Vorhang auf“ und „Eine Party“. Unterstützt werden sie dabei von Brenner, den beiden zwölfjährigen Daniella und Dawid sowie am Keyboard von der acht Jahre alten Bathan. Nadeshda Schmidt schwingt einen Bleistift als Taktstock. Deutlich malt sie mit dem Dirigentenstab in der Luft, schaut ihren Schülern genau auf die Finger. „Wenn ich ganz ausladende Bewegungen mache – was heißt das?“ „Dass wir ganz laut spielen sollen“, weiß Amelie. Sie und die anderen Kinder sind konzentriert. Schließlich erhalten sie ein Lob. „Ob ihr das auch ein bisschen schneller könnt?“, fragt Schmidt, singt die ersten Takte vor, und das Tempo wird angezogen. Der Durchlauf klappt, die Eltern klatschen. Gina (neun) findet es gar nicht so leicht, wenn die Geschwindigkeit gesteigert wird. „Schwierig ist auch der Bass bei längeren Stücken“, sagt sie. Bei einem Tag der offenen Tür der Musikschule Leiningerland, wo sie zur Musikalischen Früherziehung gegangen war, hat sie viele Instrumente ausprobiert und sich fürs Schifferklavier entschieden. Seit anderthalb Jahren übt sie nun darauf, und es gefällt ihr gut. „Jeden Donnerstag haben die Kinder einzeln oder in kleinen Gruppen Unterricht an der Musikschule und alle 14 Tage üben sie hier zusammen“, so Schmidt. Diese Orchesterproben des Nachwuchses seien ein Zusatz-Aufwand für das 1. AOG, sagt Brenner. „Wir würden uns freuen, wenn die Eltern als passive Mitglieder unserem Verein beitreten würden. Der Beitrag liegt bei monatlich drei Euro.“ An die Tafel hat Schmidt jetzt ein p gemalt. „Das steht für piano, also leise“, erklärt sie. „Ab Takt 33 werden wir lauter“, kündigt sie den weiteren Verlauf von „Vorhang auf“ an und zeichnet eine Crescendo-Gabel. Mit dem Takt 37 habe man dann forte erreicht. Die Mädchen und Adrian – einziger Junge bei den Coolen Zwergen – machen sich Notizen auf ihren Notenblättern. Einige ihrer Schützlinge hat Schmidt dadurch rekrutieren können, dass sie in den Grundschulen der Region das Aerophon vorgestellt hat. „Das Gewicht merkt man nicht so arg“, meint die neunjährige Anna-Lena, deren Instrument rund 4,5 Kilo wiegt. „Die wachsen mit. Sehr gute Konzert-Akkordeons bringen es auf bis zu 18 Kilo“, sagt Schmidt. Statt alle drei, vier Jahre für ein paar Hundert Euro ein neues zu kaufen, könne man gebrauchte erwerben. Dana (zehn) hat es gemietet bei der Musikschule. „Ich übe damit fast täglich“, sagt sie. Schließlich wolle sie später ins große Orchester. So wie Anna-Lena. Der Nachwuchs des 1. AOG scheint gesichert. INFO Frühjahrskonzert des 1. AOG, Samstag, 23. April, ab 19 Uhr im Weinstraßencenter. Tickets: 10 Euro (Kinder und Jugendliche: 5 Euro) im Vorverkauf bei Hilda Siegfried, Telefon 06356/989756, online unter www.1aog.de.

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