Grünstadt „Es hat mich wieder gepackt“

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Laumersheim. Handball-Pfalzligist HSG Eckbachtal überwintert als Tabellenerster. Nur eine Niederlage kassierte das Team von Trainer Thorsten Koch in der Hinrunde. So ganz zufrieden ist der Übungsleiter allerdings noch nicht. Im Gespräch mit Christian Treptow erklärt der 43-Jährige, an welchen Punkten es bei seinem Team noch hapert, und warum die Oberliga für die HSG auf Dauer eine Nummer zu groß ist.

Herr Koch, welche Schulnote geben Sie Ihrem Team für die Hinserie?

(Denkt nach) Eine Drei plus. Als Tabellenführer mit nur einer Niederlage? Ja. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir spielerisch weiter sein könnten. Ich beurteile das gar nicht mal so sehr nach den Punkten, die wir geholt haben. Ich beurteile, was ich auf dem Spielfeld sehe. Und da sind wir hinter dem Zeitplan. Daher bin ich da etwas kritisch. In welchen Bereichen wären Sie denn gerne weiter? Ich habe vor der Saison die 3-2-1-Deckung eingeführt. Bis Ende November, Anfang Dezember hätte ich gerne noch eine zweite Abwehrformation eingeübt. In der Pfalzliga sollte man mindestens drei Abwehrsysteme zur Verfügung haben. Auch im Angriff hätte ich gerne mehr Optionen. Mit welchen Gefühlen sind Sie in die Runde gestartet? Eine gewisse Spannung war schon da, weil ich die Pfalzliga ein bisschen aus den Augen verloren hatte. Aber nach den ersten Trainingseinheiten hat’s mich wieder gepackt. Ich hatte ja drei Jahre Pause vom Handball eingelegt. Aber es macht Spaß, mit dem Team zu arbeiten. Viele kenne ich ja noch von früher. Natürlich leidet da die Freizeit am Wochenende. Wie wichtig war der Auftaktsieg? Wie die Oberligasaison gelaufen ist, war intern kaum noch Thema. Die Frage war vor Rundenbeginn, ob die Mannschaft zusammenbleibt, und das hat sie gemacht. Beim ersten Saisonspiel fehlt’s immer ein bisschen. In Kuhardt haben wir uns durchgequält. Hauptsache gewonnen. In den Spielen darauf haben wir uns gesteigert. In der Oberliga hat die HSG eine Niederlage nach der anderen kassiert. In der Pfalzliga läuft’s andersrum. Gibt’s dafür eine rationale Erklärung? Ja. Das ist eigentlich ein Zwei-Klassen-Unterschied. Die Teams, die in der Oberliga vorne mitspielen, haben einen sechsstelligen Etat. Was da an Zahlen kursiert ... Da werden wir nie mithalten können. Spieler von außerhalb werden zugekauft, teilweise tritt man gegen Ex-Nationalspieler an. Der Sprung in die Oberliga ist riesig. Nur mit einer gesunden Vereinsstruktur wie beispielsweise bei der HSG kann man das nicht auffangen. Also bräuchte die HSG Eckbachtal einen Großsponsor oder Investor, um die Oberliga zu stemmen? Einen Großsponsor will der Verein nicht. Und das ist auch okay. Ich kann Ihnen eine Liste von Vereinen nennen, die einen solchen Großsponsor hatten. Der hatte dann irgendwann keine Lust oder kein Geld mehr, und dann war’s das. Das Risiko ist einfach sehr groß. Die HSG bräuchte im Nachwuchs ein, zwei Teams, die in der Oberliga spielen. Die jungen Spieler müssten dann gehalten werden. Dann reden wir vielleicht über zwei, drei Jahre Oberliga. Um dauerhaft so hoch spielen zu können, muss für die HSG vieles passen: mehr Sponsoren, ein höherer Zuschauerschnitt ... Kommen wir zurück in die Gegenwart: Die heißt Pfalzliga, und da sieht’s ganz gut aus. Nur eine Niederlage gab’s in Rodalben, und danach eine kleine Schwächephase. Ist schon alles aufgearbeitet? Wir haben einige Dinge angesprochen. Je weiter es in Richtung Winterpause geht, desto mehr geht die Konzentration verloren. Dann hatten wir noch einige Kranke und Verletzte. Da war teilweise nur Training auf Sparflamme möglich. Das zieht dann einen Rattenschwanz hinter sich her. Ich war in Rodalben noch nicht mal unzufrieden mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben. Danach kam die Schwächephase. Gegen Offenbach waren wir aber richtig fixiert. Die Winterpause kam da zu früh oder genau richtig? Ne, es ist gut, dass jetzt Pause ist. Wir brauchen alle etwas Abstand. Von Juni bis Dezember haben wir uns drei- bis viermal pro Woche gesehen, da ist es nicht schlecht, wenn jeder mal was anderes macht. Aber ich freue mich auch schon wieder auf die Rückrunde. Dann wird auch Michael Betz wieder dabei sein. Sie haben zu Beginn der Saison den Trainerposten von Peter Baumann übernommen. Jetzt haben Sie Ihren Trainer-Vorgänger als Aktiven im Kader. Und er hat sich auch als Schlüsselspieler erwiesen. Wie klappt die Zusammenarbeit? Trifft das Bild vom verlängerten Arm des Trainers auf dem Feld zu? Ja, das trifft’s ganz gut. Was ganz wichtig ist: Wir ticken ähnlich, was Handball angeht, und wir haben auch ähnliche soziale Ansprüche an die Mannschaft. Auf was werden Sie im Winter im Training Wert legen? Wir werden ein bisschen kicken, Badminton spielen, laufen. Am 13. Januar ist ein Benefizspiel. Das erste Meisterschaftsspiel gegen Dansenberg wollen wir auf den 15. Januar verlegen. Wichtig wird sein, dass wir uns weiterentwickeln. Ihre guten Vorsätze fürs neue Jahr? Keine, die mit Handball zu tun haben (lacht). Ich bin auch nicht so der Vorsatztyp. |tc

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