Das war 2022 Es geht nochmal um die Wurst: Ein Rückblick in Cartoons
Jahresrückblicke gehören zum Zeitungsmachen dazu. Wenn man in der Vergangenheit das Vorjahr Revue passieren ließ, wurde einem immer noch einmal vor Augen geführt, wie abwechslungsreich die zurückliegenden zwölf Monate doch waren, mit all ihren Höhen und Tiefen, den guten und den schlechten Nachrichten. Seit 2020 machen Jahresrückblicke aber deutlich weniger Spaß. Die Auswirkungen der Pandemie, des Ukraine-Kriegs, der Energiekrise: Es überwiegen in den vergangenen drei Jahren die Negativschlagzeilen.
Wie also den Jahreswechsel etwas positiver angehen? Indem man etwas zum Schmunzeln bietet, dachten wir. Und so haben wir den Illustrator und Cartoonist Holger Faber gebeten, uns einen Jahresrückblick in Comicform zu gestalten. Der Wahl-Hettenleidelheimer, im wahren Leben im Entwicklungsbereich einer Software-Firma tätig, hat in der Vergangenheit nicht nur für uns hin und wieder zum Zeichenstift gegriffen, sondern auch schon mehrere Comicbände veröffentlicht und auch die eine oder andere lokale Figur schon in Comic-Form festgehalten.
„Freie“ Fahrt nach zwei Jahren
Wir haben dem aus dem Allgäu stammenden Künstler ein paar Themenvorschläge unterbreitet, die der vornehmlich nachtaktive Künstler denn auch gerne umgesetzt hat. Da wäre zum einen das Thema „Obersülzer Straße“. Nach zwei Jahren Bauzeit, die für die anliegenden Firmen, aber auch für die Autofahrer alles andere als einfach waren, ist diese seit Oktober wieder frei. Zumindest theoretisch. Praktisch ist der Verkehr auf dieser Straße dann doch oft ziemlich dicht. Freie Fahrt? Wunschdenken.
Auch die Premiere des Fests der Verbandsgemeinde Leiningerland in Altleiningen wird von Faber aufs Korn genommen. Für das aufspielende Bergmanns-Blasorchester waren damals keine Sitzgelegenheiten vorgesehen, es gab keinen ausreichenden Regenschutz und am Ende wurden Musikern sogar die vereinbarten Bratwürste verwehrt. Bürgermeister Frank Rüttger (CDU) sorgte schließlich doch dafür, dass die Musiker nicht Hunger leiden mussten. Faber hat das „Wurstschnappen“ des BBO in einem Cartoon verewigt.
Wie löst man eine Krone vom Kopf?
Mitte 2020 sollte eigentlich die Asselheimerin Mara Echter die Nachfolge von Saskia Herkelrath antreten und 71. Weingräfin des Leiningerlandes werden. Doch daraus wurde wegen der Pandemie erst einmal nichts. Zwischen der Wahl von Mara und ihrer offiziellen Ernennung lagen 29 Monate und damit 24 mehr als üblich. Saskia musste die Krone deutlich länger tragen als geplant. Wahrscheinlich hat man sie aber auch ohne Pömpel oder Brecheisen vom weinhoheitlichen Haupt lösen können.
Auch das Thema Sicherheitsauflagen bei Kerwe-Umzügen griff Faber auf. Er glaubt, sicherer als virtuell kann eine Kerwe gar nicht stattfinden. Die Vermählung von VR-Brille und Schorle: Eine Idee mit Zukunft?
Versöhnliche Töne schlägt Faber mit dem Bild an, auf dem der Spalt in der Gesellschaft gekittet wird. Eigentlich doch ein hoffnungsstiftender Cartoon für 2023. Wir wünschen einen guten Rutsch!