Grünstadt Entenrennen auf dem Eckbach
„Sie kommen! Die Enten!“, hallt es über den Bachweg hinweg wie eine La Ola aus aufgeregten Kinderstimmen. Kaum sind die rund 400 gelben Gummi-Enten gegenüber der protestantischen Kirche von Kleinkarlbach an den Start gegangen, gibt es bei den Wettpaten kein Halten mehr: Begeistert hüpfen sie die gut 500 Meter lange Strecke bis zur Grundschule neben „ihren“ Rennenten her und feuern aus Leibeskräften an.
„Es macht jedes Jahr wieder so viel Spaß, den Kindern zuzuschauen“, meint eine Anwohnerin, die das Treiben von ihrem Dachfenster aus beobachtet. Längst schon ist das Entenrennen am Kerwemontag, eine Gemeinschaftsaktion des Fördervereins der Grundschule Kirchheim-Kleinkarlbach und der Ortsgemeinde, für viele zur Tradition geworden. Und nicht nur die Kinder kommen auf ihre Kosten: „Als Opa macht es mir auch Spaß, hier dabei zu sein. Da kann man selbst wieder ein bisschen Kind sein“, findet Herbert Neubert. Und so wuseln nicht nur dutzende Kids den Eckbach entlang, auch Eltern, Großeltern und Freunde stehen Spalier, als sich die Enten Brücke für Brücke ihren Weg durch den Eckbach bahnen. Richtig Spannung kommt an einer der kleinen Staustufen etwa zur Halbzeit des Rennens auf: „Boah, jetzt werden die aber richtig schnell“, raunt es durch die Kinderschar, als die Schütztafel kurz vor dem Eintreffen der ersten Rennenten angehoben und der aufgestaute Eckbach zum Strudel wird. „Oh, nein, da stecken zwei an einem Stein fest“, ruft ein kleiner Wettpate verzweifelt. Am Zielpunkt, der Brücke an der Schule, wird Ente für Ente aus dem Wasser gefischt. Die schnellsten 25 werden mit ihren Startnummern registriert und dann werden im Kerwefestzelt die Preise verliehen. Hochkonzentriert vergleichen die Kinder ihre Losnummern mit den Siegernummern, die Fördervereinsvorsitzende Sandra Wolf aufruft. „Platz 16 geht an die Nummer 101“, gibt sie durch. „Mist, ich habe die 110“, bedauert Felix (7). Isabella kann dagegen von Bürgermeister Rainer Gierth ihren Siegerbeutel entgegennehmen. Den Inhalt hat die Neunjährige im Tausch mit ihrer großen Schwester Julia „passend“ gemacht: „Am schönsten ist der Einhornsticker“, findet sie. Was sie mit der DFB-Fußballer-Tasse macht, weiß sie auch schon: „Die bekommt der Papa, ich mag keinen Fußball.“ Ein Gewinn also für die ganze Familie. Auch Jinda (8) kann sich über einen Siegerbeutel freuen: „Keine meiner Enten hat gewonnen, aber ich habe den Beutel von einer Frau an meinem Tisch geschenkt bekommen. Da ist sogar ein Gutschein fürs CabaLela drin.“ Wirklich leer ausgehen muss sowieso keiner, es gibt Trostpreise. Auch wenn in diesem Jahr weniger Lose verkauft wurden, rechnet Wolf mit rund 700 Euro für den Förderverein.