Grünstadt „Eine tolle Sache für unsere Patienten“

Auf dem großen Tisch in der Geriatrischen Tagesklinik des Kreiskrankenhauses Grünstadt liegen Berge von Tannenzweigen, dazwischen Kästen mit bunten Drahtsternchen, Glasmosaik-Kügelchen und getrockneten Apfelringen. Aus dem Material basteln zehn Senioren unter Anleitung Adventsgestecke. Die Initiative zu diesem vorweihnachtlichen Nachmittag hatte die Firma Smithers-Oasis ergriffen.
Das vor 60 Jahren in den USA gegründete international tätige Unternehmen, das seit 1969 in Deutschland aktiv ist und seine Niederlassung in Grünstadt hat, ist Erfinder des ersten wasserabsorbierenden Blumensteckschaums und Weltmarktführer in diesem Bereich. „Wir sind sozial ausgerichtet und wenig bekannt bei den Menschen in der Region, weil wir nur Großhändler beliefern“, erläutert Markus Schütze, Geschäftsführer der Smithers-Oasis Germany GmbH, wie die Idee zu der Aktion mit Patienten entstanden ist. Für die Teilnehmer ist das Basteln kostenlos, und ihre Werke – wahlweise mit roter oder weißer Kerze – können sie mit nach Hause nehmen. Oasis sponsert neben dem Material auch die freiberufliche Floristin Evelyn Gerull aus dem nordbayerischen Marktschorgast als Kursleiterin. Ansonsten führt sie den Steckschaum bei Oasis-Kunden in ganz Europa vor und unterrichtet – als von Oasis bezahlte externe Lehrkraft – Floristen in der Handhabung mit Steckhilfsmitteln an verschiedenen Berufsschulen. Ihren besonderen Zugang zu Senioren erklärt sie damit, dass ihre Schwester Altenpflegerin ist. „Eine tolle Sache für unsere Patienten“, freut sich Klinik-Verwaltungsdirektor Udo Langenbacher über die Erweiterung des Beschäftigungsangebots in der Geriatrie. „Sonst hätten wir heute vielleicht Sterne aus Papier angefertigt, möglicherweise aber auch Gesellschaftsspiele oder Gedächtnistraining gemacht“, sagt Ergotherapeutin Evi Schwarz-Matheis. Um diese Jahreszeit würden mit den alten Menschen, die zur ambulanten Reha für einige Wochen ins Grünstadter Kreiskrankenhaus kommen, auch Weihnachtslieder gesungen oder Kekse gebacken. Das Gestalten von Adventsgestecken fördere die Feinmotorik und die Koordinationsfähigkeit, erklärt Evi Schwarz-Matheis. Der Umgang mit den kleinen Schmuckelementen, die neben den Tannenzweigen im Steckschaum befestigt werden müssen, fällt vielen Teilnehmern nicht leicht. Fünf, sechs Pflegekräfte und -schülerinnen unterstützen Gerull dabei, den Patienten zur Hand zu gehen. Gudrun Hirsch fragt, ob sie etwas Engelshaar bekommen könne und verziert mit den hauchdünnen „Goldfäden“ ihr Werk. Zufrieden betrachtet sie es. „Ich könnte Ihnen allen einen Nebenjob in einem Blumengeschäft besorgen“, lobt Evelyn Gerull die Senioren. Mit einer selbstgebundenen Schleife setzt Marga Lauer das i-Tüpfelchen auf ihr Gesteck. „Das war mal eine schöne Beschäftigung“, meint sie und strahlt. „Das hat Spaß gemacht“, sagt auch Maria Beyer. „Ich sehe überall fröhliche Gesichter“, stellt Eduard Kremer, Oasis-Vizepräsident für Zentral- und Osteuropa, fest und kündigt an, diese Aktion in der Geriatrischen Tagesklinik wiederholen zu wollen. (abf)