Grünstadt Ein neuer Ort für Begegnungen
Im Innern wird Ende August, als die Festhalle zu besichtigen ist, noch fleißig gewerkelt, auch wenn auf den ersten Blick alles schon recht fertig aussieht. Doch noch liegt eine dicke Staubschicht auf dem mit dunklen Zementmosaikplatten belegten Boden. Einen Kontrast dazu bildet das weiß lasierte Fichtenholz der Wände und Decken, die die Konstruktionsweise des Hauses verraten. Es wurde aus massiven Holzplatten errichtet – einer Modulbauweise, die gute Energiewerte und eine kurze Rohbauphase verspricht. Von außen sieht man davon fast nichts: Das modern gestaltete Gebäude mit seinen gestaffelten Höhen hat eine Fassade aus dünnen grauen Betonplatten und Streckmetall bekommen. „Wir haben uns für eine nachhaltige Bauweise entschieden“, sagt Architekt Nicolas Bahnemann, Mitinhaber des Kaiserslauterer Planungsbüros Bau Eins Architekten. Alle Nebenräume wie Küchen, Toiletten oder Lager haben die Planer im Norden angeordnet. Die Türen sind bündig in die Wände eingelassen. Der rund 230 Quadratmeter große Veranstaltungssaal, der von der Hauptstraße aus über ein Foyer betreten wird, hat eine feste Bühne. Die große Fensterfront im Süden lässt viel Tageslicht herein. Dass der Neubau mit seiner hochgedämmten, hinterlüfteten Fassade energetisch auf dem neuesten Stand ist, zeigt sich im Haustechnikraum, der nur so groß wie eine Besenkammer ist. Ein großer Heizkessel wird nicht mehr benötigt. Der Entwurf der Kaiserslauterer war vor drei Jahren als Sieger aus einem Architektenwettbewerb hervorgegangen. Im Herbst 2013 erfolgte der Abriss der maroden Festhalle. Bis zum Richtfest im November vorigen Jahres vergingen gerade einmal sechs Monate, zuletzt befanden sich die Handwerker im Endspurt. Die leichte Verzögerung – ursprünglich sollte das Gebäude schon im Mai fertig sein – sei nicht problematisch, meint Bahnemann. Bürgermeister Bernd Eberle (FWG) pflichtet ihm bei: „Das ist kein Problem. Wir hatten für den Sommer ohnehin noch keine Buchung für eine größere Veranstaltung, und zur Kerwe am zweiten Septemberwochenende ist ja alles fertig.“ Für den Start der Fasnachtskampagne stünde das Haus bereit. Bereits Ende Oktober werde dort eine Kleintierschau des Geflügel- und Kaninchenzuchtvereins stattfinden. Auch die Kostensteigerung um rund 100.000 Euro auf jetzt 3,3 Millionen Euro sei „noch im grünen Bereich“, erklärt Eberle. Schließlich beziffere die Summe den Preis für das gesamte Projekt inklusive Abriss des Altbaus, Untersuchung der Nachbargebäude, Neubau sowie neuer Außenanlage mit Parkplatz und begrüntem Hof, der bei Veranstaltungen mitgenutzt werden kann. Auch einen Mauerdurchbruch zum benachbarten Kellergarten soll es noch geben. Das Land und die Verbandsgemeinde Grünstadt-Land gewährten Zuschüsse. Rund ein Drittel der Kosten muss die Ortsgemeinde selbst tragen. Hirnschmalz war von den Fachingenieuren angesichts des problematischen Untergrunds gefordert. Der schwankende Grundwasserstand in dem Areal hatte beim Vorgängerbau massive Schäden verursacht. Der Neubau steht nun wie auf einem Tisch auf 53 Punktfundamenten, die mehrere Meter tief in tragfähige Erdschichten reichen. Lob gibt es von den Architekten für eine „reibungslose und zielführende Zusammenarbeit“ mit der Gemeinde und der Bauabteilung der Verbandsgemeinde. In Dirmstein sei eigens für das Projekt eine Arbeitsgruppe gegründet worden, erläutert Bürgermeister Eberle. Bei der Entwicklung eines Raumkonzepts seien auch die Vereine eingebunden worden.