Kirchheim
Ein Jugendraum soll her
Elf Jugendliche aus Kirchheim kamen in den Garten des Pfarrsälchens, um mit Ortsbürgermeister Kai Kronemayer und Gemeindepfarrer Sascha Weber über ihre Wünsche in Bezug auf einen Jugendraum zu sprechen. In Doppelfunktion mit dabei war auch der Kirchheimer Klaus-Dieter Fritz, einerseits Vater einer Jugendlichen, aber auch als Diplom-Sozialpädagoge Jugendleiter der Evangelischen Jugendzentrale in Bad Dürkheim.
„Die Kirchengemeinde möchte zwei Räume im Gebäude des Pfarrsälchen zur Verfügung stellen, die ein Pendant zu dem Jugendraum im Friedrich-Diffiné-Haus für jüngere Kinder darstellen sollen“, so Pfarrer Weber einleitend. Das Gebäude und auch der Garten sollten belebt werden, ist sein Wunsch. Im Haus gebe es auch Toiletten und eine Küche sowie einen weiteren Raum, der für Präparanden- und Konfirmandenunterricht genutzt würde. Inwieweit Toiletten und Küche von den Jugendlichen mitbenutzt werden dürften, müsse im Detail geklärt werden.
WLAN gibt es nicht
Die Idee sei, dass die beiden Räume, die am Ende für die Jugendlichen sein sollen, auch von den Jugendlichen hergerichtet würden. „Euer Jugendraum – eure Show“, bringt es Ortsbürgermeister Kronemayer auf den Punkt. Bei der Gestaltung der Räume habe eine Werbeagentur aus Kirchheim ihre Unterstützung bei der Wandgestaltung zugesagt und auch der Heimatverein wolle mit Rat und vor allem Tat helfen.
Die Vorstellungen und Wünsche der anwesenden Jugendlichen bezüglich Ausstattung sind schon recht konkret, wobei die für sie wohl wichtigste Frage gleich zu Anfang im Keim erstickt wird. „WLAN gibt es keines und auch keinen TV-Anschluss“, so der Bürgermeister, aber eine Leinwand und ein Beamer seien sicherlich kein Problem. Beim Brainstorming schlägt Lilli beispielsweise vor, aus Paletten eine Couch und einen Tisch zu bauen, ein anderes Mädchen meint, es müsse eine Musikanlage her und ein Schrank mit verschiedenen Brettspielen. „Ein Kühlschrank, der immer gefüllt ist, wäre schön und wenn jemand etwas herausnimmt, muss er es beim nächsten Mal wieder ersetzen“, ist eine andere Idee. Ein Tischkicker, der vor Kurzem von einer Frau aus Kirchheim gespendet wurde, stehe bereits zur Verfügung, verrät Kronemayer. „So ein Raum wäre für uns ein Treffpunkt, wenn man mal keinen Bock auf zu Hause hat oder einfach nur chillen will“, bemerkt ein Jugendlicher.
Als die Diskussion zum Punkt Öffnungszeiten kommt, gehen die Meinungen etwas auseinander. Die Jugendlichen würden sich wünschen, dass die Räume täglich ab nachmittags und auch am Wochenende zugänglich sind, wobei sie zusichern, diese so zu verlassen, wie sie sie vorgefunden haben. Hier schaltet sich der Jugendleiter der Evangelischen Jugendzentrale Bad Dürkheim ein: „Wer soll eigentlich die Verantwortung tragen – sollte nicht ein Erwachsener dabei sein, der im Notfall auch Ansprechpartner für euch oder so eine Art Schiedsrichter sein kann?“, fragt Fritz und erläutert: „Wenn sich beispielsweise jemand verletzt oder es zu Streitigkeiten kommt, wäre es sicherlich gut, wenn ein Erwachsener da wäre, der dann unterstützen kann.“ Ein Punkt, der auch bei Ortsbürgermeister Kronemayer und Pfarrer Weber Gehör findet. „Darüber müssen wir nachdenken und das wird natürlich auch die Öffnungszeiten beeinflussen, denn vermutlich wird es schwierig sein, jemanden zu finden, der täglich mehrere Stunden Zeit hat – wobei zu Anfang auch Sascha Weber und ich zur Verfügung stehen werden“, so Kronemayer. Die Öffnungszeiten würden sicherlich nicht fünf Tage die Woche sein, aber man werde eine Lösung finden.
Da die beiden Räume zunächst entrümpelt werden müssen, wird als erster Termin zum Arbeitseinsatz für alle Samstag, 26. September, ab 11 Uhr vereinbart. Zur Freude aller kündigt Kronemayer an: „Nach getaner Arbeit gibt es Pizza für alle.“