Grünstadt Durch den Regel-Dschungel gekämpft

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GRÜNSTADT. Eine auf beiden Seiten verbissen geführte Partie, in der sich die Akteure hüben wie drüben nichts schenkten, erlebten am vergangenen Donnerstagabend unter Flutlicht auf dem Kunstrasenplatz des Rudolf-Harbig-Stadions 83 Zuschauer. Im vorgezogenen Meisterschaftsspiel der Fußball-Landesliga Ost trennten sich der VfR Grünstadt und RWO Alzey leistungsgerecht 1:1 (1:1).

Vor Anpfiff von Schiedsrichter Nils Scherrer (Mainz), der die kampfbetonte und manchmal ruppige, aber faire Partie dennoch gut leitete, besichtigten die Verantwortlichen des VfR Grünstadt den Rasenplatz. Der Rasen zeigte nach stundenlangen Regenfällen zwar ein saftiges und sattes Grün; allerdings war der Boden dermaßen aufgeweicht, dass VfR-Vorsitzender Karlheinz Schneider und Spielleiter Michael Kussmann übereinstimmend entschieden: „Der Rasen wird geschont, das Spiel findet auf dem Kunstrasenfeld statt.“ Eine vernünftige Entscheidung. Doch beinahe wäre die Begegnung auch nicht auf dem Ausweichplatz ausgetragen worden. Wie Schneider und Kussmann informierten, habe der Unparteiische aus Mainz bemängelt, dass die Auswechselbänke nicht auf einer Seite nebeneinander platziert seien. Schneider: „Er erklärte uns, dass es ab Landesliga verboten sei, auf jeder Seite eine Auswechselbank stehen zu haben. Diese müssten nebeneinander platziert sein.“ Der Unparteiische habe gemerkt, so Schneider, dass diese Regelung keinem bekannt sei und die Partie schließlich angepfiffen. So saßen hüben Betreuer und Auswechselspieler des Gastgebers, drüben, auf der gegenüberliegenden Seite, etwa 70 Meter Luftlinie entfernt, die von Alzey, und dennoch wurde gespielt, gekämpft und gerackert. „Ich kann über die Regel nur den Kopf schütteln“, meinte VfR-Jugend-Koordinator Bernhard Oberle mit einem verschmitzten Schmunzeln im Gesicht zu Klaus Lampe, einem langjährigen treuen VfR-Fan, der genüsslich an seinem Pfeifchen zog. Schließlich wurde auch noch Fußball gespielt und beim Team des Trainerduos Ibrahim Kurt und Fabian Herchenhan war Wiedergutmachung nach der 0:3-Heimpleite vor einer Woche gegen BSC Oppau angesagt. Das war in den Anfangsminuten deutlich zu erkennen und nach einer Flanke köpfte Henrik Weisenborn das Leder zur Führung ein (8.). Die Gäste schienen dadurch keineswegs schockiert und kamen noch vor der Pause durch Tom Ehrhardt zum 1:1-Ausgleich (41.). Nach Wiederanpfiff kam Alzey enorm auf und der Führungstreffer schien nur eine Frage der Zeit. Die VfR-Abwehr mit Stefano Cassola, Alexander Simon, Uwe Rebholz und Marcel Czekalla ließ manches zu, stand nicht immer sattelfest und gewährte dem überragenden Alzeyer Spielmacher Vllaznim Dautaj einige Möglichkeiten zwischen der 50. und 55. Minute. Zwei-Meter-Keeper Martin Gaspar musste sich mehrmals strecken, war aber auch trotz seiner Körperlänge schnell am Boden, um einen gefährlicher Schlenker von Dautaj aus dem Eck zu fischen (50.). Da lief zeitweise im Mittelfeld mit Deniz Ali, Fabian Herchenhan, Christopher Lampert und Fabrizio Moncada nicht alles optimal und Sturmspitze Tobias Fath schien oft auf sich allein gestellt. Das wurde anders, als für den unglücklich agierenden Ali in der 68. Minute Luca Pompeo kam. Der Junge brachte nicht nur viel Elan und Einsatzfreude mit, er sorgte für frischen Wind. Nun lief das Bällchen oft kontrolliert und die Platzherren drängten plötzlich vehement auf den Führungstreffer. Doch Fath, Weisenborn, Herchenhan, Lampert und Pompeo konnten ihre guten Chancen nicht verwerten. So blieb es beim leistungsgerechten Unentschieden. Kurt: „Nach dem Debakel gegen Oppau schien das Team verunsichert. Die Mannschaft hat heute gekämpft, dagegen gehalten und alles gegeben. Wir müssen uns auch mal mit einem Unentschieden begnügen, zumal unser Gegner sehr stark spielte. Letztlich bin ich zufrieden.“ So spielten sie VfR Grünstadt: Gaspar – Cassola, Simon, Rebholz, Czekalla – Herchenhan, Lampert – Moncada, Ali (67. Pompeo), Weisenborn – Fath (89. Hajra). (lau)

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