Leiningerland
Doris Porwitzki-Kotter neue Leiterin der VHS
Für Doris Porwitzki-Kotter sind Volkshochschulen wichtige Bildungsstätten. „Es sind großartige Einrichtungen, weil sie wohnortnah allen offen stehen und recht preisgünstig Wissen und Fertigkeiten vermitteln“, sagt die 63-Jährige. Sie ist überzeugt von der organisierten Form des lebenslangen Lernens, als deren Keimzelle hierzulande die 1878 gegründete private Humboldt-Akademie in Berlin gilt. 1918 wurde die erste Volkshochschule, die sich auch so nannte, im Deutschen Reich gegründet.
„Ich freue mich, dass ich nun aktiv einen Beitrag dazu leisten kann, Erwachsenen die Möglichkeit zu geben, sich in vielen Bereichen weiterzubilden“, sagt Porwitzki-Kotter. Persönlich hat sie „durchweg gute Erfahrungen bei Volkshochschulkursen“ gemacht. Sie habe unter anderem Angebote in Fremdsprachen, zu den Themen Gesundheit und Ernährung, Gestaltung und Informationstechnologie besucht. Dabei sei sie stets auf qualifizierte Dozenten getroffen. Ein schöner Nebeneffekt sei, dass sich an den Lernorten zwischenmenschliche Begegnungen ergäben. „Das ist nun leider aufgrund der Pandemie stark eingeschränkt“, merkt die Kirchheimerin an.
Corona hat das Bildungsangebot reduziert
Insgesamt habe die Corona-Krise das Bildungsangebot sowie die Verdienstmöglichkeiten der Lehrenden extrem reduziert. Ein Blick auf die Statistik der vergangenen drei Jahre belegt das eindrucksvoll. Von 175 Seminaren im Programm der VHS Kirchheim-Bissersheim und Dirmstein im Jahr 2019 haben Zweidrittel stattgefunden, mit 640 Teilnehmern. Das reduzierte Angebot 2020 und 2021 von jeweils 137 Lehrgängen nahmen 374 beziehungsweise 165 Personen wahr. Porwitzki-Kotter will dafür sorgen, dass die Zahlen wieder steigen.
„Mir liegt es sehr am Herzen, dass die Kurse, auf die sich unsere Dozenten vorbereitet haben, auch laufen“, sagt sie. Vor dem Hintergrund der Pandemie sei die Mindestteilnehmerzahl von acht auf fünf gesenkt worden. „Die Kursgebühren steigen deswegen aber nicht“, betont die neue Einrichtungsleiterin. Das Problem sei, dass wegen der in den Corona-Bekämpfungsverordnungen vorgeschriebenen Abstände bei den meist sehr gut frequentierten Bewegungsangeboten die vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten. Darüber hinaus gelte bei Yoga, Wirbelsäulengymnastik, Pilates und Co momentan die 2G-plus-Regel. Deshalb sei zu eruieren, was davon auch online über die Bühne gehen könne.
Kurs-Vorschläge sind erwünscht
„Wir nutzen eine Cloud. Das ist zwar keine gleichwertige Alternative zu Präsenzveranstaltungen, aber es ist besser, als wenn etwas komplett ausfällt“, findet die 63-Jährige, die Journalismus und Kommunikationswissenschaft in Stuttgart studiert hat und für Fachmagazine und Web-Medien aktiv ist.
In den beiden Außenstellen der Kreisvolkshochschule Bad Dürkheim waren ursprünglich 64 Lehrgänge für das erste Halbjahr 2022 geplant– noch von der vorherigen Leiterin Steffi Butz. Laut ihrer Nachfolgerin sind bereits zwei weitere Angebote dazugekommen: „Smartserver – Fit im Internet für Einsteiger“ sowie „Socken stricken – Alte Technik neu entdecken“. Vermutlich werde im Lauf der Zeit noch das eine oder andere Seminar folgen. Porwitzki-Kotter ist es wichtig, dabei insbesondere Dörfer zu berücksichtigen, die bisher als Veranstaltungsort eher unterrepräsentiert waren: Gerolsheim, Großkarlbach, Laumersheim und Obersülzen. Sie nehme auch gern Kurs-Vorschläge der Einwohner und der Bürgermeister auf, betont sie.
Ausbau der jungen Volkshochschule vorstellbar
Ihr selbst fehle beispielsweise ein Seminar zur Feldenkrais-Methode, mit der sich Beweglichkeit und Koordination verbessern lassen. Auch den Ausbau der Jungen Volkshochschule für Menschen ab 13 Jahren könnte sie sich vorstellen. Derzeit steht genau ein Kurs für diese Altersklasse im Programm: „Tastaturschreiben: Adler-Such-System war gestern“.
In der Regel sind die Teilnehmer der Lehrgänge weiblich und aus der Generation 50 plus. Großes Interesse registriert Porwitzki-Kotter bei Bewegungsangeboten und Computer-Kursen. Für Letztere ist die VHS mit EDV-Zentrum im Friederich-Diffiné-Haus in Kirchheim prädestiniert. Gut angenommen werde auch manches eher exotische Seminar wie „Finanzkompetenz für Frauen“ und „Virtuelle Welten selbst gestalten – Einstieg ins 3D-Design“.