Grünstadt „Die Bahn hat endlich reagiert“

In sozialen Netzwerken kursieren immer wieder Bilder vom geöffneten Bahnübergang zwischen Oppau und Edigheim.
In sozialen Netzwerken kursieren immer wieder Bilder vom geöffneten Bahnübergang zwischen Oppau und Edigheim.

Immer wieder haben sich am Bahnübergang zwischen den Ludwigshafener Stadtteilen Oppau und Edigheim die Schranken geöffnet – obwohl ein Güterzug das Gleis noch nicht passiert hatte. Die Vorfälle haben zu einer Debatte um die Sicherheit an dem Übergang geführt. „Das kann doch nicht wahr sein“, schrieb eine Frau in den sozialen Netzwerken und stellte gleich ein paar Bilder von einem Zug bei geöffneten Schranken dazu. Und auch bei der RHEINPFALZ haben sich mehrfach Autofahrer gemeldet, die sich sehr irritiert zeigten. Beim Oppauer Ortsvorsteher Udo Scheuermann (SPD) sind immer wieder Leute wegen der geöffneten Schranken vorstellig geworden. „Viele Autofahrer denken zuerst an einen technischen Defekt. Das sorgt für Unsicherheit. Die Bahn sollte deshalb den Übergang umrüsten“, forderte der Kommunalpolitiker mehrfach. Scheuermann selbst empfand die Situation als gefährlich. Im vergangenen Herbst hat die Polizei nach einem erneuten Vorfall die Anlage in Augenschein genommen und auch mit der BASF Kontakt aufgenommen. Denn das Gleis führt zum Kombiverkehrsterminal des Unternehmens. Über 100 Züge rollen täglich über die Schienen, darunter etliche Gefahrstofftransporte. Die Deutsche Bahn (DB) wies in den vergangenen Jahren immer wieder Sicherheitsbedenken zurück. Die Anlage sei wegen der Beschwerden überprüft worden und funktioniere einwandfrei, hieß es aus der Frankfurter Zentrale. Die Schranken am Ostring wurden bisher mit einer Zeitschaltuhr geschlossen. Nach einer gewissen Zeit gingen sie wieder auf – auch wenn der Zug noch auf dem Übergang stand oder gerade wieder anfuhr. „Die Sicherheit ist nicht gefährdet, wenn sich bei einem stehenden Zug die Schranken öffnen“, sagte ein Bahnsprecher. Es könne nichts passieren, da Autos und andere Verkehrsteilnehmer den Übergang wegen des Hindernisses gar nicht befahren können. Außerdem seien rot-weiße Andreaskreuze am Übergang montiert, die jeden Verkehrsteilnehmer darauf hinweisen, dass hier Züge die Straße überqueren und Vorrang vor dem Straßenverkehr haben. Offenbar sieht nun mittlerweile auch die Bahn Handlungsbedarf. Seit Mitte Juli wird an dem Bahnübergang gearbeitet. Die Schrankenanlage ist demontiert worden. Eine Bahn-Sprecherin erklärte auf Anfrage: „Bei den Arbeiten handelt es sich um einen Sensorenaustausch, um die örtliche Leit- und Sicherungstechnik zu optimieren.“ Bis Mitte August soll die neue Technik installiert sein. Die Bahn begründet die Arbeiten in einem Schreiben an die Anwohner mit „gehäuften technischen Störungen in den letzten Jahren“. „Die Bahn hat nun endlich reagiert. Wir haben hier lange gewartet, bis das endlich gemacht wird“, freut sich Ortsvorsteher Udo Scheuermann. Mit der neuen Signaltechnik sei gewährleistet, dass die Schranken geschlossen bleiben, wenn ein Zug stehenbleibt, um auf die Einfahrt ins BASF-Terminal zu warten. Die neue Anlage soll bis spätestens 13. August fertig werden. Bis dahin müssen Posten mit rot-weißen Trassierbändern per Hand den Übergang sperren, wenn sich ein Zug nähert. Die lauten Tiefbauarbeiten sollen nur sonntags vorgenommen werden, um den Zugverkehr zur BASF möglichst wenig zu beeinträchtigen. Nachts wird nicht gearbeitet, und auch auf ein akustisches Warnsystem während der Arbeiten am Gleisbett wird verzichtet. Das wird von den Anwohnern durchaus geschätzt – gerade nach der wochenlangen Lärmbelästigung durch eine Fackelanlage in der BASF.

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