Grünstadt Der Scheich soll’s richten
„Was will denn ein vornehmer Herr wie Sie mit meinem Häusl?“, fragt Bärbel Maierhofer (alias Elfriede Lang) fassungslos Friedrich Ernst von Hohen-Ross (Michael Latour). Der Industrielle hat der armen Witwe gerade offenbart, dass sie innerhalb von zwölf Wochen ausziehen muss, wenn sie ihm nicht 200.000 Euro gibt. So beginnt die Komödie „Mission Wüstensand“ von Regina Harlander, die die Eckbach-Krischer aus Kirchheim gerade proben. Premiere ist am 9. August.
Bärbel erfährt von dem wohlhabenden Besucher, dass ihr kürzlich verstorbener Ehegatte Anton sich den sechsstelligen Geldbetrag von dem Geschäftsmann geliehen hatte. Dabei hofft dieser insgeheim, dass die Schulden von der Hinterbliebenen nicht beglichen werden können, denn er beabsichtigt auf deren Grundstück ein nobles Golfresort zu errichten. Aber da hat von Hohen-Ross die Rechnung ohne Bärbels Nichte Simone (Yvonne Becker) gemacht. Die junge Architektin erkennt das Potenzial der vorgesehenen Hotel- und Freizeitanlage. Mit Hilfe eines Investors will sie das Projekt selbst verwirklichen. Den Drei-Akter hat die Vorsitzende des 2006 gegründeten Laientheaters, Angelika Chelius-Kolb, neben zwei weiteren Stücken ausgesucht. Die Entscheidung für „Mission Wüstensand“ sei dann demokratisch gefallen, sagt Birgit Eckel, die für die Pressearbeit zuständig ist. „Es ist gar nicht so einfach, eine Geschichte zu finden, bei der neun Leute mitspielen können“, erläutert sie. Zum Glück hätten drei der insgesamt zwölf Aktiven des Vereins erklärt, dass sie dieses Jahr mal aussetzen wollten, sonst wäre die Suche nach einem passenden Schwank noch schwieriger geworden. Chelius-Kolb habe sich auch die Rollenverteilung überlegt. Sie selber verkörpert Elsa, eine Freundin von Bärbel. Erkki Lander hat sie einen Mitarbeiter der Beteiligungsgesellschaft zugedacht und Eckel den Charakter von Christa Reichl, die Frau des Bürgermeisters Gerhard (der Zweite Vorsitzende Peter Eisenlohr). Jetzt steht Eckel auf der Bühne, die bis zu den Aufführungen im August in gemeinschaftlichen Anstrengungen zu Bärbels Wohnzimmer mutieren wird, und schaut in ihr Manuskript. Sie liest die „Lösung“ vor: „Die Ortsgemeinde stellt Ihnen das kleine Häuschen am Waldrand für eine Monatsmiete von 400 Euro zur Verfügung.“ Bärbel entgegnet entsetzt: „400 Euro für diese Bruchbude?!“ Immer wieder greift Henning Bölter korrigierend ein. „Nicht stehen bleiben“, sagt er beispielsweise bei einer Szene und bei der nächsten gibt er Tipps, wie sich die Schauspieler hinstellen sollen, damit sie vom Publikum zumindest von der Seite gut zu sehen sind und die Dialoge trotzdem lebendig aussehen. Bölter, der selbst den Gemeindearbeiter Hartmut mimt, verrät, dass er 17 Jahre lang beim Unterhaltungsverein Wattenheim (UVW) mitgewirkt hat, davon elf als Regisseur. Bei den Eckbach-Krischern, zu denen er 2015 stieß, hat er jetzt erstmals den Part des Spielleiters übernommen. Bisher hätten die Kirchheimer Theaterakteure ihre Stücke ohne Regisseur eingeübt. Kerstin Dietz, die die Pfarrhaushälterin Thea gibt, erzählt, dass schon ein größerer Fundus an Kostümen vorhanden sei. „Extra genäht werden die Verkleidungen nicht. Für spezielle Rollen werden welche gekauft.“ Bei der „Mission Wüstensand“ dürfte der Scheich (Peter Eisenlohr) so eine spezielle Rolle sein – der Investor, mit dem Simone Maierhofer ihren Plan verwirklichen will. AUFFÜHRUNGEN UND KARTEN Die öffentliche Generalprobe der Komödie „Mission Wüstensand“ in der alten Scheune des Weingutes Kolb in Kirchheim, Weinstraße Nord 19, findet am Mittwoch, 8. August, um 19 Uhr statt. Die Premiere geht am Donnerstag, 9. August, um 19.30 Uhr über die Bühne. Weitere Vorstellungen: Freitag, 10. August, 19.30 Uhr, Samstag, 11. August, 19.30 Uhr, Sonntag, 12. August, 17 Uhr, sowie am Donnerstag, 16., Freitag, 17., und Samstag, 18. August, jeweils um 19.30 Uhr. Eintrittskarten gibt es bei Angelika Chelius-Kolb, Telefon 06359/961529.