Grünstadt „Das Team ist gut zusammengewachsen“
„Wenn die Sirene heult, Radio anschalten: Es könnte etwas Größeres passiert sein!“ Darauf weist Steffen Baum hin, der seit 25 Jahren Floriansjünger und seit Januar 2019 sowohl Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim-Kleinkarlbach als auch stellvertretender Wehrleiter im Leiningerland ist. Die Sirene werde tatsächlich nur noch bei größeren Einsätzen genutzt, bei denen eine Gefahr für die Bevölkerung entstehen könne. Sinnvoll sei es dann, das Radio einzuschalten, weil Durchsagen kommen könnten, die eventuell auf das Schließen von Fenstern oder Ähnliches hinweisen könnten. In allen anderen Fällen erfolge der Alarm als „stille Alarmierung“. Der Notruf von der integrierten Leitstelle in Ludwigshafen komme dann auf den personenbezogenen Meldern in Kirchheim an. Dabei handelt es sich um sogenannte Pager – Geräte, die etwas kleiner als ein Handy sind. „Das hat beispielsweise den Vorteil, dass die Bevölkerung nachts nicht mehr durch Sirenen geweckt wird, wenn es sich um ein kleineres Unglück handelt“, erklärt Baum. Im Zuge der Feuerwehrreform seien vor Jahren verschiedene Wehren zusammengelegt worden, so auch die von Kirchheim und Kleinkarlbach. „Unser Durchschnittsalter liegt bei 33 Jahren, damit sind wir die jüngste Wehr im ganzen Leiningerland“, erklärt Baum und lobt seine Leute, „Wir sind sehr gut zusammengewachsen, unser Teamgeist ist hoch.“ Obwohl die Jugend natürlich gewisse Freiheiten genieße, würden Werte wie Disziplin gelebt. „Das steckt in jedem Kind, es muss nur aktiviert werden“, ist Baum überzeugt. Für viele sei die Feuerwehr wie eine Familie, die Halt gebe und in schwierigen Situationen einfach da sei. Die 33 Männer und drei Frauen aus Kirchheim und Kleinkarlbach treffen sich im 14-tägigen Wechsel immer mittwochs ab 19.30 Uhr, und zwar im Feuerwehrgerätehaus, das an der neuen Umgehungsstraße B 271 liegt. Weiterbildung sei ein wichtiger Bestandteil ihres Ehrenamts, erzählt Baum. Teils würden Kurse an der Landesfeuerwehrschule in Koblenz absolviert. Alle zwei Jahre finde zudem ein Treffen mit dem psychologischen Dienst statt, mit dem es eine enge Zusammenarbeit gebe. Da die Fahrzeuge immer moderner würden, seien auch Schulungen in Computertechnologie sowie im Digitalfunk nötig. „Aufrückende Jugendlichen, die in die aktive Wehr wechseln, erhalten ihre Fortbildungen jedoch erst mal intern bei uns und über die Kreisausbildung“, erklärt der Wehrführer. In Simulationen werde beispielsweise das richtige Verhalten bei Verkehrsunfällen oder bei Bränden geübt. „Wir arbeiten an einem Konzept, noch effizienter und kostensparender zu agieren“, berichtet Baum. Auch die Sicherheit der Kameraden durch Schutzkleidung stehe dabei im Fokus, Außerdem soll die Sicherheit der Bevölkerung durch korrektes Verhalten gewährleistet werden. Grundsätzlich werde grenzübergreifend gearbeitet, was bedeute, dass etwa mit den Feuerwehren aus Freinsheim, Obrigheim oder Grünstadt Kooperationsalarmierungsgemeinschaften bestehen. „Geht bei uns ein Alarm aus Kirchheim ein, fahren die anderen Kameraden zu, damit genügend Feuerwehrleute vor Ort sind. Wir unterstützen uns gegenseitig“, betont Baum. Bei der Vorführung am Sonntag zeigte die Jugendfeuerwehr in einer eindrucksvollen Übung, dass jeder Handgriff sitzt und jeder Einzelne seine Aufgabe genau kennt. Derzeit gibt es sechs junge Feuerwehrleute und 19 Bambini. Erst kürzlich sind fünf Jugendliche von der Jugendfeuerwehr zu den Aktiven gewechselt. Kontakt Näheres im Netz unter www.fw-kirchheim-kleinkarlbach.de.