Grünstadt Das „schwache Geschlecht“ stark machen

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CARLSBERG. Mädchen und Frauen, die erfahren möchten, wie sie sich gegen lästige Anmache männlicher Zeitgenossen oder sogar tätliche Angriffe wehren können, sind bei der nächsten RHEINPFALZ-Sommeraktion am Mittwoch richtig. Kampfsport-Trainer Pierre Polini, einstiger Tae-Kwon-Do-Weltmeister, möchte das „schwache Geschlecht“ stärken und bietet eine Schnupperstunde in Selbstverteidigung an.

„Natürlich kann niemand an einem Abend alle Techniken lernen“, dämpft der 36-Jährige allzu große Hoffnungen. Um richtig fit in Selbstverteidigung und Selbstbehauptung zu sein, bedürfe es fortwährender Übung. „In erster Linie geht es mir darum, die Teilnehmerinnen zu sensibilisieren“, so Polini. Fragen, die in den 90 Minuten geklärt werden sollen, sind beispielsweise: In welcher Weise darf man sich überhaupt zur Wehr setzen? Was kann man gegen Tätscheln, Grabschen oder Schlimmeres konkret tun? Zunächst einmal liege das Augenmerk auf der Vermeidung von Nötigung und Gewalt. Ganz wichtig sei selbstbewusstes und zielgerichtetes Auftreten. „Täter suchen Opfer, keine Gegner“, betont der Kampfsport-Trainer und -Ausbilder. Mit richtig eingesetztem Augenkontakt, selbstsicherer Körpersprache und Stimmlage ließen sich schon viele physische wie nicht-körperliche Attacken abwenden. Sollte es zu einem tätlichen Angriff kommen, gibt es effektive Methoden, um die Gefahr von Verletzungen zu verringern. „Wir zeigen Tritte, Griffe, Schläge und Schutzhaltungen, die auf intuitiven Bewegungen und Reflexen basieren“, erklärt Polini. Um sich der Aktion des Täters erfolgreich entgegenzustellen, müsse kein ästhetisch einwandfreier Block mit in besonderer Weise ausgestreckten oder angewinkelten Armen ausgeführt werden. Für Selbstverteidigung sind die Kampfsport-Techniken auf das Wesentliche konzentriert. „Bei einer Attacke etwa auf den Kopf nutzen wir die natürliche Reaktion darauf: das Armehochreißen.“ Auch bedürfe es keiner perfekten Kicks, um sich wirkungsvoll zur Wehr zu setzen, so der Coach, der auf eine über 25-jährige Erfahrung in Tae Kwon Do, Kickboxen, Karate und Kung Fu zurückblicken kann. Gegenwärtig trainiert der gebürtige Hettenleidelheimer vier Kampfsportgruppen des TSV Carlsberg und ATSV Wattenheim mit Schülern zwischen drei und knapp 50 Jahren. Am Mittwoch wird er von Nico Kramer, Tina Salzwedel und Friederike Zydorek unterstützt. „Ich habe bewusst zwei Mädchen gebeten mitzuhelfen, um den Teilnehmerinnen zu demonstrieren, dass die Techniken auch für schwächere Personen geeignet sind.“ Für die Schnupperstunde werden keine Bedingungen an die körperliche Fitness gestellt. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. (abf)

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