Grünstadt
Corona führt zu mehr Verkehr vor Schulgebäuden
Dass der Verkehr vor den Schulgebäuden in der Stadt zu Beginn eines neuen Schuljahrs verstärkt kontrolliert wird, ist ganz normal. Das passiere unabhängig von Corona jedes Jahr, versichert Jürgen Kempf von der Grünstadter Polizeiinspektion. „Diesmal waren wir an den ersten drei Schultagen sogar mit allen zur Verfügung stehenden Beamten – vier an der Zahl – vor einzelnen Schulen präsent“, sagt er. Der Einsatz habe vormittags und teils auch nachmittags stattgefunden.
„Wir haben insgesamt ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen als in den vergangenen Jahren festgestellt“, berichtet Kempf. Besonders auffällig sei das vor dem Leininger Gymnasium und der Käthe-Kollwitz-Schule gewesen. Bei Letzterer habe sich der Lotsen-Dienst sehr bewährt, der die Schüler sicher über die Straße begleite. Jürgen Kempf selbst war vor der Dekan-Ernst-Schule im Einsatz und hat dort seine Beobachtungen gemacht.
Situation jetzt anders als vor Sommerferien
Vor den Sommerferien hatte es an der Grundschule wie an vielen anderen Schulen noch spezielle Vorsichtsmaßnahmen gegeben. Wie Direktorin Nicole Kaufmann berichtet, startete ein Teil der Klassen um 8.30 Uhr in den Unterricht und der andere um 10.30 Uhr. Dadurch sei es zu Problemen mit Elterntaxis gar nicht erst gekommen. Mit Beginn des neuen Schuljahrs hat sich die Situation aber wieder normalisiert, was dazu führt, dass die Kinder in einem schmaleren Zeitfenster zur Schule kommen.
Allerdings sei das in der Dekan-Ernst-Schule immer noch nicht so schmal wie an anderen Einrichtungen, berichtet Kaufmann. Es gebe schon seit vielen Jahre eine Frühbetreuung für Kinder, deren Eltern besonders zeitig in den Tag starten müssen: Das Angebot geht von 7.20 bis 8 Uhr. Danach geht es mit dem sogenannten offenen Anfang weiter, bei dem die Schüler nach und nach eintrudeln können, ohne dass der Unterricht direkt anfängt.
Schulleiterin sieht momentan kein Problem
Bis vergangenes Jahr ging dieser offene Anfang von 8 bis 8.10 Uhr. Dieses Jahr wurde er auf eine Spanne von 8 bis 8.20 Uhr ausgedehnt – auch um die Ankunftszeiten der Kinder zu entzerren, sodass an den Einganstoren nicht so viel Gedränge entsteht. Kaufmann betont allerdings, dass dadurch keine Unterrichtszeit verlorengeht: „Wir fangen die zehn Minuten am Anfang über den Tag verteilt durch eine andere Pausenregelung auf.“
Die Direktorin hat nicht den Eindruck, dass es vor ihrer Schule momentan besonders viele Elterntaxis gibt. „Ich nehme da gerade eigentlich gar kein Problem wahr“, sagt sie. Die Schüler seien in den ersten zwei Wochen von der Schulleitung persönlich in Empfang genommen worden, dabei habe sie keine auffallend großen Ansammlungen wahrgenommen. Viele illegal geparkte Autos seien ihr bisher auch noch nicht aufgefallen.
In den ersten Tagen teils durchaus Behinderungen
Polizist Jürgen Kempf nimmt die Situation etwas anders wahr – vermutlich vor allem, weil er den Blick verstärkt auf andere Dinge richtet. Er vermutet, dass manchen Eltern die verlängerte offene Ankunft nicht bewusst war, weshalb sie schon vor 8 Uhr mit ihren Kindern vor der Schule warteten. Als zu den zweiten, dritten und vierten Klassen am zweiten Schultag die vier ersten dazu kamen, sei es vor dem Schulgebäude teils recht eng zugegangen, durchaus auch mal zu Behinderungen gekommen und die Parksituation in den ersten Schultagen sei „verheerend“ gewesen.
Einige Eltern hätten aber schnell erkannt, dass es sinnvoller ist, etwas weiter weg zu parken und das letzte Stück zu Fuß mit den Kindern zu laufen. Das entspanne die Lage vorm Gebäude. Ein Dorn im Auge sind ihm die Eltern, die verbotenerweise die Bushaltestelle im Südring zum Parken nutzen – ein klarer Verstoß gegen die Verkehrsregeln. „Diese Leute wissen, dass hier kein Bus mehr anhält, da die Obersülzer Kinder jetzt nach Dirmstein in die Grundschule gehen“, sagt er. Das ändere aber nichts an der Tatsache, dass die Bushaltestelle ein illegaler Parkplatz für Pkw sei.
Situation an Bushaltestelle ist problematisch
Kempf ist überzeugt: „Man kann die Halteverbotschilder, die dort angebracht sind, einfach nicht übersehen!“ Abgesehen davon verstoße an der Stelle auch ein kurzes Anhalten, um ein Kind aus dem Auto zu lassen, gegen die Straßenverkehrsordnung. Das sei eine problematische Situation, weshalb die Stadtverwaltung befragt werden soll, wie die Fläche der Bushaltestelle künftig alternativ genutzt werden kann.
Ein Lob hat der Beamte aber auch parat: Die Verbreiterung des Zebrastreifens im Südring vor der Dekan-Ernst-Schule habe sich sehr bewährt. Sein Tipp für Elten: „Man sollte den Schulweg mit den Kindern regelrecht üben.“ Der erfahrene Polizist kündigt an, dass auch in Zukunft in unregelmäßigen Abständen vor den Schulen und Kindertagesstätten kontrolliert wird.