Eisenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Café im früheren Modehaus Rodrian: Mit was der neue Laden lockt

Danielle Gutmann erfüllt sich mit dem Café in Eisenberg einen Traum.
Danielle Gutmann erfüllt sich mit dem Café in Eisenberg einen Traum.

Egal ob süß oder herzhaft – im Café Dawi’s in der Eisenberger Innenstadt kommen alle Geschmäcker auf ihre Kosten. An jedem zweiten Sonntag lockt der neue Laden mit einem ganz besonderen Angebot.

Im Zentrum von Eisenberg gibt es viele leerstehende Geschäfte. Mit diesen Leerständen ging in den vergangenen Jahren auch das Flair einer Kleinstadt verloren. Im ehemaligen Modegeschäft Rodrian in der Nähe des Kreisels, tut sich nun jedoch etwas. Hier öffnet am Samstag ein Café, mit einem außergewöhnlichen Angebot: Neben Kaffee und Kuchen gibt es Waffeln in allen Geschmacksrichtungen. So sollen all jene auf ihre Kosten kommen, die die süße Variante bevorzugen, aber auch Gäste, die auf Deftiges wie „BBQ-Waffeln“ mit Speck und Eiern setzen.

Hinter der Theke stehen Danielle Gutmann und ihr Freund Jahweit Zulfiqar, die das Café gemeinsam betreiben. Gutmann stammt aus Gaggenau, wo sie zusammen mit ihrer Mutter ein ähnliches Café erfolgreich führt. Die Wahl-Eisenbergerin berichtet, dass sie vor einiger Zeit in Grünstadt ein ähnliches Café aufziehen wollten, das Vorhaben sei jedoch an baulichen Auflagen der Behörden gescheitert – sowie daran, dass der damalige Vermieter wichtige Voraussetzungen nicht schaffen wollte.

Durch Zufall zum eigenen Café

Diesen Traum musste Gutmann also wieder aufgeben, obwohl sie schon einige Tausend Euro investiert hatte. Eher zufällig kam sie schließlich mit Horst Rodrian ins Gespräch, dessen Frau Edeltraud 49 Jahre lang ein Bekleidungsgeschäft in Eisenberg betrieb. Mit Corona kam das Aus für das Ladengeschäft und die Rodrians bemühten sich, passende Nachmieter zu finden.

„Ladengeschäfte, wie man sie im Einzelhandel kannte, haben keinen Zulauf und somit keine Zukunft mehr“, meint Rodrian. Nach einem Jahr Leerstand wurden die Räumlichkeiten daher in zwei Bereiche getrennt. Da, wo heute das neue Café ist, war während der Pandemie ein Corona-Testzentrum. Auf der anderen Seite entstand ein Geschäft, in dem neuwertige Produkte aus Versandrückläufen verkauft werden. Rodrian ist überrascht, wie gut diese Geschäftsidee funktioniert und erkannte, dass ein Vermieter flexibel mit den Bedürfnissen potenzieller Mieter umgehen sollte.

Zwei Mal pro Monat auch Frühstücks-Buffet

Zusammen mit Gutmann schmiedete er den Plan, ein schickes Café zu bauen: Decke abhängen, Zwischenwände einziehen, Wasser und Strom neu verlegen, neue Sanitäranlagen inklusive Behindertentoilette schaffen und dabei Brandschutzmaßnahmen und Hygienevorschriften erfüllen. „Das war bis zuletzt eine große Herausforderung“, erzählt Rodrian. Dennoch wurde in den vergangenen Wochen mit viel Begeisterung und Engagement an dem Projekt gearbeitet.

Im eigentlichen Café sind momentan 32 Sitzplätze und eine Theke vorhanden. An jedem ersten und dritten Wochenende im Monat will Gutmann den Eisenberger Gästen auch ein Frühstücks-Buffet anbieten. Einen höheren fünfstelligen Betrag haben Rodrian und Gutmann in das neue Café investiert und sind davon überzeugt, den richtigen Schritt getan zu haben.

Rückendeckung seitens der Stadt

Natürlich gelten in Eisenberg die gleichen Vorschriften wie anderswo. Die Zusammenarbeit mit der VG-Verwaltung und deren Abteilungen sowie dem Landkreis sei aber sehr fruchtbar gewesen und alle Hürden konnten auf kurzen Dienstwegen überwunden werden, erklärt Rodrian. Eisenbergs Stadtbürgermeister Peter Funck (FWG) ist froh darüber, dass endlich etwas Bewegung in die Leerstandssituation kommt, denn er sieht vor allem den unmittelbaren Konsum als Möglichkeit, die Stadtmitte wieder zu beleben.

Die Großeinkäufe hätten sich fast alle auf die Händler außerhalb der Zentren verlagert, merkt er an: „Wir brauchen Örtlichkeiten, in denen sich die Menschen begegnen können.“ Die Stadt will im Rahmen ihrer Möglichkeiten Unterstützung bieten. Das gehe etwa bei der Frage der Parkplätze, die bei solchen Neugründungen ausgewiesen werden müssen. Nur finanzielle Hilfe, etwa in Form von Mietzuschüssen wie in anderen Kommunen, sei hier nicht möglich, denn die Stadt ist verschuldet und muss sich bemühen, einen eng gestrickten Haushalt umzusetzen.

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